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Lignano meldet landunter – Schlimmstes Hochwasser seit 1966

Adria, Highlights (SeaMagazine), News, Top-Meldungen

Alle Jahre wieder – so könnte man meinen – bringen die Herbststürme das Wasser in die Marinas in Lignano an der norditalienischen Adriaküste. Dort hat man sich auf das herbstliche Naturphänomen mittlerweile eingestellt, so dass bisher große Schäden weitestgehend ausblieben. Nicht so allerdings in der Nacht vom 12. auf den 13. November 2019. Heftige Stürme eines mächtigen Tiefdruckgebietes sorgten für Überschwemmungen der Marinas, das ganze Ausmaß der Schäden kann noch gar nicht erfasst werden.

Hochwasser in den Marinas Lignano mit SeaHelp-Einsatzboot

Fakt ist: In den Büros an der Cantieri di Aprilia stand das Wasser einen halben Meter hoch, Autos, die im Hafenbereich geparkt waren, wurden ebenso in Mitleidenschaft gezogen wie an Land stehende Yachten. „Das war das schlimmste Hochwasser seit 1966“, meinte ein Marina-Mitarbeiter zu SeaHelp.

Marineros waren die ganze Nacht im Einsatz, um Festmacher-Leinen zu verlängern. Auch die Stadt Lignano blieb von dem Unwetter nicht verschont: Überschwemmte Straßen, hochgedrückte Gullideckel und vollgelaufene Keller – THW und Feuerwehr befinden sich quasi im Dauereinsatz. Ein erhebliches Tiefdruckgebiet, Herbststürme und Vollmond – diese brisante Wetterkonstellation sorgte für ein Hochwasser, wie es in den letzten 50 Jahren nach Angaben Ortskundiger wohl nicht mehr aufgetreten sein dürfte.

Warum bei Vollmond? Vereinfacht erklärt: Die Anziehungskraft des Mondes ist bekanntlich verantwortlich für Ebbe und Flut auf der Erde. Dessen Masse ist allerdings unveränderlich. Bei Vollmond stehen Sonne und Mond genau in einer Ebene zur Erde, das heißt, zur Anziehungskraft des Mondes addiert sich die Anziehungskraft der Sonne, die diese dann noch einmal um ca. 46 % verstärkt. Wenn dann auch noch zusätzlich der Wind von See auf Land weht, wird die Flut noch zusätzlich verstärkt.

Über das Ausmaß der Schäden herrschte am Mittwoch vormittag noch keine Klarheit.

Zu diesem Phänomen werden auch noch in den nächsten Tagen weitere heftige Regenfälle im Bereich der Nordadria, teilweise bis runter zur Südspitze Istriens erwartet. Einige Meteorologen erwarten örtlich bis zu 300 Liter Regen auf den Quadratmeter, andere gehen lediglich von leichten Schauern aus. Die Schwierigkeit einer präziseren Vorhersage ist der Tatsache geschuldet, dass man es im Bereich der Nordadria aufgrund der augenblicklichen Wetterlage mit ständig wechselnden Winden zu tun hat.

 

Update 13.11.2019:

Für den Bereich Lignano liefert SeaHelp hier schon einmal ein paar Bilder vom Dienstag, den 12.11.2019. Mit weiteren Updates werden wir an dieser Stelle informieren. Derzeit ist in Teilen der Marina der Strom noch ausgefallen.

Update 14.11.2019:

Lignano: Inventar trocknet nach Hochwaser in der Sonne.

Das Inventar trocknet in der Sonne – Vieles ist aber reif für den Müll.

Nach dem Hochwasser folgt das große Aufräumen. Glücklicherweise spielte der Wettergott hier einmal mit und bescherte den geschädigten Ladenbetreibern in der Cantieri di Aprilia ein paar sonnige Momente, die die Trocknung des Inventars beschleunigten. Strom kommt erst um 21.30 h zurück.

Über die genaue Höhe des Schadens gibt es allerdings noch keine Angaben. Wie sich jedoch schon jetzt abzeichnet, sollten die meisten Eigner mit einem “blauen Auge” davongekommen sein, nicht zuletzt wegen des unermüdlichen Einsatzes der Marineros in der Hochwasser-Nacht.

 

 

 

Update 15.11.2019:

Lignano, Hochwasser: Mit der Flut kommt auch das Hochwasser wieder zurück

Komplett gebannt scheint die Gefahr noch nicht zu sein. Auch am Freitag, den 15. November 2019 gegen 11.00 Uhr (Bild) steigt bei Flut das Wasser wieder bedrohlich hoch, Parkplätze sind überschwemmt. Viele Eigentümer, die Apartments oder Häuser in dem Komplex besitzen, sind bereits eingetroffen und versuchen, die entstandenen Schäden so gut wie möglich zu beseitigen.

Da jetzt auch wieder Strom zur Verfügung steht, können die Pumpen endlich anlaufen.

 

 

Update 17.11.2019:

Marinas in Lignano am 17.11.2019 um 11.00 h – die zweite Flut.

Sturmflut Lignano – die Zweite! Am 17.11.2019, vormittags um 11.00 h kam die zweite Welle der Sturmflut. Mit dem normalen, gezeitenbedingten Hochwasser einher gingen starke Regenfälle, teilweise Gewitter und abermals auflandiger Wind. Im Vergleich zur Sturmnacht vom 12. auf den 13. November blieb das Wasser aber knapp unter der damaligen Höchstmarke. Das Segelboot auf dem Foto hatte sich losgerissen und schwimmt jetzt in Höhe des SeaHelp-Büros in der Marina. Da  können die Einsatzkräfte mal zu Fuß zu einer “Bergung” gehen…



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