Der schwere Wald- und Vegetationsbrand auf der kroatischen Insel Brač hat auch die Küstenregion rund um Milna erreicht. Hunderte Menschen mussten zeitweise über das Meer in Sicherheit gebracht werden. Inzwischen ist das Feuer unter Kontrolle – für Sportskipper bleibt im betroffenen Gebiet dennoch Vorsicht geboten.
Der Großbrand war am späten Abend des 10. September 2026 im Westen der Insel Brač ausgebrochen. Besonders betroffen war das Gebiet zwischen Bobovišća und Ložišća. Starker Wind fachte das Feuer immer wieder an und trieb es schließlich in Richtung der Küste bei Milna. Nach Angaben der kroatischen Feuerwehr Hrvatska vatrogasna zajednica erreichten die Flammen in der Nacht zum 13. September auch die Bereiche der Buchten Duboka und Osibova und bedrohten dort Gebäude und touristische Anlagen.
Besonders dramatisch wurde die Situation, als das Feuer bis in unmittelbare Küstennähe vordrang. Um 21.56 Uhr am 12. September begann nach Angaben des kroatischen Ministeriums für Meer, Verkehr und Infrastruktur eine groß angelegte Rettungs- und Evakuierungsaktion. Unter Koordination des MRCC Rijeka und der Hafenbehörde Split waren unter anderem Rettungsboote der Hafenämter Split, Milna, Hvar und Makarska, die kroatische Küstenwache, Seepolizei, Schlepper, Lotsenboote, Rettungskräfte und zahlreiche private Boote im Einsatz.
Nach ersten Angaben wurden dabei rund 500 Menschen über das Meer evakuiert. Spätere Berichte des kroatischen Rundfunks HRT sprechen insgesamt von etwa 700 Personen, die das gefährdete Gebiet verlassen mussten.
Mehr als 4.000 Hektar verbrannt
Das Ausmaß des Brandes ist erheblich. Nach Angaben von HRT sind mehr als 4.000 Hektar Wald, Macchia und Vegetation verbrannt. Zeitweise kämpften mehr als 200 Feuerwehrleute gegen die Flammen; zusätzlich kamen Canadair-Löschflugzeuge und weitere Löschmaschinen zum Einsatz.
Die gute Nachricht: Seit dem 15. September gilt das Feuer als unter Kontrolle. Feuerwehrkräfte sind jedoch weiterhin im Gebiet unterwegs, löschen Glutnester und sichern das Gelände. Stellenweise kommt es noch zu Rauchentwicklung.
Auch die unmittelbar bedrohten Gebäude konnten nach Angaben der kroatischen Feuerwehr größtenteils gerettet werden. Im Bereich des Gava Resorts wurden demnach hauptsächlich Nebengebäude beschädigt. Zwei Personen kamen vorsorglich zur Untersuchung in das Krankenhaus von Split.
Hafen von Milna nicht betroffen
Meldungen, wonach das Feuer auf den Hafen von Milna übergegriffen habe, lassen sich nach dem derzeitigen Stand nicht bestätigen. Betroffen waren vielmehr Küstenbereiche, Buchten und Gebäude im weiteren Umfeld von Milna. Die spektakulären Evakuierungen über See und das zeitweise bis ans Wasser reichende Feuer dürften zu entsprechenden Berichten geführt haben.
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Für Sportskipper ist die Lage dennoch relevant: Rettungs-, Polizei-, Feuerwehr- und Behördenboote können weiterhin im Gebiet unterwegs sein. Darüber hinaus sind bei erneuten Brandausbrüchen kurzfristige Einschränkungen in Buchten und entlang der Küste möglich.
SeaHelp rät: Abstand halten und Behördenanweisungen beachten
SeaHelp rät Sportskippern, die betroffenen Küstenabschnitte rund um Milna, Duboka und Osibova derzeit mit besonderer Aufmerksamkeit zu befahren. Einsatzfahrzeuge auf dem Wasser dürfen nicht behindert werden; Hinweise und Anordnungen von Hafenbehörden, Polizei und Feuerwehr sind unbedingt zu beachten.
Wer in den kommenden Tagen Milna oder Buchten an der West- und Südwestküste von Brač anlaufen möchte, sollte sich vor der Einfahrt über die aktuelle Situation informieren. Bei sichtbarer Rauchentwicklung empfiehlt SeaHelp, ausreichend Abstand von der Küste zu halten und gefährdete Buchten nicht anzulaufen.
Besonders wichtig: Löschflugzeuge benötigen bei der Wasseraufnahme freie Wasserflächen. Nähern sich Canadairs oder andere Löschflugzeuge in geringer Höhe dem Meer, sollten Sportboote den betreffenden Bereich großräumig freihalten (SeaHelp bereichtete bereits).
Die kroatische Feuerwehr weist zudem ausdrücklich darauf hin, sich Brandgebieten nicht für Foto- oder Videoaufnahmen zu nähern und Zufahrts- beziehungsweise Einsatzwege freizuhalten.











