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Navigationswarnungen für die kroatische Adria: Sprengkörper Kroatien: Sperrzone vor Istrien und neue Messbojen bei Žirje

HHI Navigationswarnung Nr. 324 / 2026

Zwei aktuelle Navigationswarnungen betreffen beliebte Reviere an der kroatischen Adria: Vor der Westküste Istriens wurde ein Sprengkörper im Meer entdeckt, rund um die Insel Žirje wiederum sorgen drei neue Messstationen für Einschränkungen beim Ankern. Für beide Warnungen gibt es bislang kein veröffentlichtes Enddatum. SeaHelp rät: Skipper sollten deshalb Positionen und Sicherheitsabstände kennen.

Istrien: 100-Meter-Sperrzone um Sprengkörper

Besondere Vorsicht ist derzeit an der Westküste Istriens nördlich von Luka Dajla geboten. Das kroatische Hydrographische Institut HHI meldet in seiner am 1. September 2026 veröffentlichten Kroatische Hydrographische Institut HHI: Navigationswarnung Nr. 324 / 2026 einen dort aufgefundenen „Sprengkörper“.

Die vom HHI angegebene ungefähre Position lautet: 45°21,850′ N / 013°32,417‚ E. Um diese Position sind sämtliche Aktivitäten auf See in einem Radius von 100 Metern verboten. Die Vorschrift betrifft damit nicht nur die Durchfahrt, sondern beispielsweise auch Ankern, Baden, Tauchen, Schnorcheln oder Angeln. Die amtliche Formulierung ist eindeutig: „All activities at sea“ sind innerhalb des 100-Meter-Radius untersagt. Quelle: Hrvatski hidrografski institut (HHI), Radio Navigational Warning 324 / 2026, Stand 7. September 2026.

Für Sportskipper heißt das praktisch: „Die Position sollte vor der Fahrt in Plotter oder Navigations-App übernommen und deutlich mehr als die vorgeschriebenen 100 Meter Abstand gehalten werden“, rät Denis Lipovac von der SeaHelp-Einsatzzentrale in Punat. Da das HHI ausdrücklich von einer ungefähren Position des Sprengkörpers spreche, sollt man den angegebenen Radius keinesfalls auf den letzten Meter ausreizen.

Bei der Frage, wann der Sprengkörper beseitigt wird, ist derzeit Vorsicht mit Prognosen geboten. Das HHI nennt weder einen Termin für eine Entschärfung oder Bergung noch ein Datum, an dem die Sperrung aufgehoben werden soll. Die Warnung Nr. 324 / 2026 wird am 7. September weiterhin als gültige Navigationswarnung geführt. Erst wenn sie amtlich aufgehoben wird, sollte das Gebiet wieder als „frei“ betrachtet werden.

Auch über Art, Größe und Herkunft des Sprengkörpers macht die Navigationswarnung keine Angaben. Ob es sich beispielsweise um alte Munition aus einem früheren Krieg handelt, lässt sich deshalb derzeit nicht seriös sagen. „Für Skipper ist ohnehin entscheidend: Abstand halten und keinesfalls versuchen, den Gegenstand selbst zu suchen, zu betauchen oder näher zu untersuchen“, sagt Denis Lipovac.

Žirje: Drei neue Messstationen in beliebten Buchten

Die zweite Warnung ist weniger dramatisch, dürfte in der Praxis aber erheblich mehr Freizeitskipper betreffen. Rund um die vor Šibenik gelegene Insel Žirje befinden sich seit Ende August drei automatische ADCP-Strömungsmessstationen.

Das HHI führt sie in seiner Navigationswarnung Nr. 320 / 2026 vom 31. August 2026 auf. Die Stationen liegen in beziehungsweise bei Uvala Stupica Mala und Uvala Kabal und befinden sich an folgenden Positionen:

 

 

Alle Positionsangaben beziehen sich auf WGS 84. Die Messstationen sind jeweils mit einer rot-gelben Boje gekennzeichnet, wie das Hrvatski hidrografski institut (HHI) in seiner Radio Navigational Warning ausführt.

Wichtiger Unterschied zum Sprengkörper: Das Gebiet selbst ist nicht komplett für die Schifffahrt gesperrt. Das HHI verlangt vielmehr lediglich, vorsichtig und mit reduzierter Geschwindigkeit zu passieren. Das Festmachen an den Messbojen ist ausdrücklich verboten. Ebenso verboten ist das Ankern innerhalb eines Radius von 50 Metern um die Stationen.

Gerade für Crews, die Žirje kennen, ist das wichtig. Die Buchten der Insel werden gern als Ankerplätze genutzt. Eine rot-gelbe Boje darf deshalb keinesfalls mit einer freien Mooring- oder Festmacherboje verwechselt werden. Wer dort ankert, sollte zudem nicht nur darauf achten, wo der eigene Anker fällt: Auch der Schwojkreis der Yacht sollte sinnvollerweise so gewählt werden, dass das Boot nicht in den geschützten Bereich der Messstation gerät.

Was ist eigentlich ein ADCP?

Die etwas sperrige Abkürzung steht für Acoustic Doppler Current Profiler, auf Deutsch etwa „akustischer Doppler-Strömungsprofiler“. Das Gerät misst Geschwindigkeit und Richtung von Wasserströmungen in unterschiedlichen Tiefen.

Das Prinzip ähnelt vereinfacht dem bekannten Doppler-Effekt bei einem vorbeifahrenden Zug. Ein ADCP sendet Schallimpulse ins Wasser. Diese werden von kleinen Partikeln im Wasser reflektiert. Aus der Frequenzverschiebung des zurückkommenden Signals kann das Gerät ermitteln, wie schnell und in welche Richtung sich das Wasser bewegt. Auf diese Weise lässt sich nicht nur eine einzelne Strömungsgeschwindigkeit bestimmen, sondern ein regelrechtes Strömungsprofil durch verschiedene Tiefenschichten erstellen. Die US-Ozeanbehörde NOAA beschreibt ADCP genau nach diesem Prinzip.

Solche Geräte werden häufig für einige Wochen oder Monate verankert, um längerfristige Strömungsdaten zu sammeln. NOAA nennt beispielsweise bei eigenen Strömungs-Messkampagnen typische Messzeiträume von einem bis zu vier Monaten. Das erlaubt allerdings keinen Rückschluss darauf, wie lange die drei kroatischen Stationen vor Žirje tatsächlich bleiben werden – dafür fehlt bislang eine entsprechende amtliche Angabe.

Wie lange bleiben die Bojen vor Žirje?

Auch hier ist die amtliche Lage momentan eindeutig – beziehungsweise gerade nicht, denn: In der kroatischen Navigationswarnung wird kein Enddatum genannt. Anders als bei zeitlich begrenzten Arbeiten, bei denen das HHI Beginn und Ende ausdrücklich veröffentlicht, enthält Warning 320 / 2026 lediglich die Positionen und Verhaltensregeln für die drei Stationen. Die Warnung ist am 7. September 2026 weiterhin aktiv.

Skipper sollten deshalb davon ausgehen, dass 50-Meter-Ankerverbot, Festmachverbot und die Aufforderung zu langsamer, vorsichtiger Passage bis auf Weiteres gelten.

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