Die Versorgung mit Kraftstoff für Sportboote ist in Kroatien grundsätzlich gesichert. Dennoch können sich Verfügbarkeit und Liefertermine einzelner Bootstankstellen derzeit kurzfristig ändern. Wer unnötige Umwege vermeiden möchte, sollte deshalb vor dem Tankstopp zum Telefon greifen, rät SeaHelp.
Kroatien gehört zu den am besten erschlossenen Wassersportrevieren des Mittelmeers – und normalerweise ist auch das Tanken entlang der Küste kein großes Thema. In diesem Sommer empfiehlt sich allerdings etwas mehr Planung. Hohe saisonale Nachfrage und die angespannte Lage auf den internationalen Energiemärkten haben zuletzt bereits zu Änderungen im kroatischen Tankstellennetz geführt, SeaHelp hat mehrfach berichtet.
INA hatte Ende Juli vorübergehend die Abgabemenge an zahlreichen Straßentankstellen auf 300 Liter pro Tankvorgang begrenzt, um lokale Versorgungsengpässe zu vermeiden. Für die Betankung von Booten gilt diese Mengenbegrenzung – wie berichtet – ausdrücklich nicht.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass an jeder Bootstankstelle jederzeit jede gewünschte Kraftstoffsorte in beliebiger Menge verfügbar ist. Gerade während der Hochsaison können sich Bestände und Nachlieferungen kurzfristig verändern. Hinzu kommt: Wer mit einem größeren Motorboot einige hundert Liter Diesel benötigt, hat ein anderes Problem als der Skipper, der lediglich einen 100-Liter-Tank auffüllen möchte.
Ein Anruf kann viele Seemeilen sparen
Deshalb gilt derzeit eine einfache Empfehlung: „Vor einem geplanten größeren Tankstopp die betreffende Tankstelle telefonisch kontaktieren. Dabei sollte man nicht nur fragen, ob Diesel beziehungsweise Benzin vorhanden ist, sondern bei größeren Mengen gleich den ungefähren Bedarf nennen und nach Möglichkeit eine Bereitstellung beziehungsweise Reservierung absprechen“, rät Denis Lipovac von der SeaHelp-Zentrale im kroatischen Punat.
Das koste nur wenige Minuten und könne einen erheblichen Umweg ersparen, so Lipovac. Denn eine auf der Seekarte oder im Plotter verzeichnete Bootstankstelle helfe wenig, wenn der benötigte Kraftstoff gerade nicht in ausreichender Menge vorhanden sei und der Tankwagen mit der nächsten Lieferung erst Stunden oder Tage später erwartet werde.
Dass eine telefonische Abfrage problemlos möglich ist, zeigt beispielsweise INA selbst: Für seine Bootstankstellen veröffentlicht das Unternehmen neben Öffnungszeiten und angebotenen Kraftstoffsorten auch Telefonnummern. Für die Station Jezera-Marina werden aktuell etwa Eurodiesel und Eurosuper 95 sowie ausdrücklich die Versorgung von Wasserfahrzeugen aufgeführt.
Besonders wichtig für Chartercrews
Noch wichtiger ist eine vorausschauende Tankplanung für Charterskipper. Charteryachten müssen in aller Regel entsprechend der vereinbarten Rückgabebedingungen wieder vollgetankt an die Basis zurückgebracht werden. Wer erst unmittelbar vor dem Check-out die nächstgelegene Bootstankstelle ansteuert und dort keinen oder nicht genügend Kraftstoff bekommt, gerät schnell unter Zeitdruck.
Im ungünstigsten Fall muss die Yacht mit unvollständiger Tankfüllung zurückgegeben werden – und die anschließende Betankung durch den Vercharterer kann entsprechend den Charterbedingungen zusätzliche Kosten verursachen.
Deshalb sollte spätestens am Tag vor der Rückgabe geklärt werden, welche Tankstelle angelaufen werden soll, wann sie geöffnet hat und ob die benötigte Kraftstoffmenge verfügbar ist. Bei großen Tanks empfiehlt es sich, die ungefähre Literzahl gleich telefonisch durchzugeben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, tankt nicht erst auf den letzten Seemeilen vor der Charterbasis.
Nicht bis zum letzten Liter warten
Auch unabhängig vom Chartergeschäft gilt eine alte seemännische Regel derzeit mehr denn je: Die Reichweite sollte nicht bis zur Reserve ausgereizt werden. Eine alternative Tankmöglichkeit entlang der geplanten Route gehört ebenso zur Törnplanung wie Wetterbericht und Liegeplatz.











