Innerhalb weniger Wochen sind in der Adria zwei Motoryachten nach Wassereinbruch gesunken. In beiden Fällen konnten sich alle Menschen an Bord retten. Die Vorfälle zeigen jedoch, wie schnell ein technisches Problem unterhalb der Wasserlinie kritisch werden kann.
Der jüngste Fall ereignete sich in der Marina Tribunj in Kroatien: Eine rund 13 Meter lange Yacht unter österreichischer Flagge sank in der Nacht auf Freitag direkt an ihrem Liegeplatz. Zwei Personen schliefen an Bord und wurden erst durch die zunehmende Schräglage geweckt. Sie konnten das Schiff rechtzeitig verlassen und blieben unverletzt. Einsatzkräfte legten Ölsperren um die Yacht; am Freitagmittag wurde das Boot gehoben.
Die genaue Ursache ist noch ungeklärt. U.a. die Kronen Zeitung und Heute nennen einen möglichen Defekt an einem Seeventil oder einer Borddurchführung, ausdrücklich bestätigt ist das bislang jedoch nicht.
Bereits am 29. August 2026 war die DIWA II vor Triest gesunken. Zehn österreichische Urlauber befanden sich an Bord, als das Motorboot auf der Außenseite des Hafen-Wellenbrechers Wasser aufnahm. Küstenwache und Feuerwehr retteten alle Personen unverletzt. Die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet, dass die DIWA II in Koper / Capodistria registriert war; die Ermittlungen zur Ursache liefen anschließend weiter.
Auch hier deutet bislang vieles auf ein technisches Problem hin. Nach Angaben des ORF waren zunächst keine äußeren Beschädigungen erkennbar. Die italienische RAI berichtete über eine mögliche Störung im Bereich einer Seewasseraufnahme. Eine endgültig bestätigte Unfallursache liegt jedoch auch für diesen Fall bislang nicht vor.
SeaHelp rät: Seeventile und Bilge regelmäßig kontrollieren
Wassereinbruch entsteht nicht nur nach Grundberührungen oder Kollisionen. Auch Seeventile, Borddurchführungen, Schläuche oder Schlauchschellen können zur Schwachstelle werden. Besonders kritisch: Kleine Leckagen bleiben nachts oder bei längerer Abwesenheit häufig lange unbemerkt.
Deshalb gilt: „Beim Verlassen der Yacht (Heimreise für längere Zeit bzw. wenn die Abwesenheit länger als drei bis vier Tage dauert) müssen die Seeventile immer geschlossen werden, da die Versicherung ansonsten oft nicht haftet“, rät SeaHelp-Geschäftsführer Wolfgang Dauser, selbst erfahrener Motoryacht-Skipper.
Wenn Zubehör wie Klima, Kettenwaschanlage, Watermaker oder Generator nicht benötigt werde, sollten generell die jeweiligen Seeventile geschlossen werden. So könne die Wahrscheinlichkeit eines Wassereintritts stark reduziert werden. Dausers Rat: „Immer nur die Seeventile öffnen, die für den derzeitigen Betrieb (beispielsweise die für Motoren und Fäkalien bzw. Schmutzwasser) notwendig sind“.
Außerdem empfiehlt SeaHelp, Seeventile und Borddurchführungen regelmäßig auf Korrosion und Undichtigkeiten zu prüfen, Schlauchverbindungen und Schellen zu kontrollieren sowie die Funktion von automatischer Bilgenpumpe und Schwimmerschalter zu testen. Ein zusätzlicher Bilgenalarm kann wertvolle Zeit verschaffen.

Springt eine Bilgenpumpe ungewöhnlich häufig an oder befindet sich plötzlich Wasser an einer Stelle, die normalerweise trocken bleibt, sollte die Ursache sofort gesucht werden.
Im Ernstfall gilt: Rettungswesten anlegen, Wassereintritt nach Möglichkeit stoppen und frühzeitig Hilfe anfordern. Die beiden aktuellen Fälle zeigen: Schon ein vergleichsweise kleines technisches Problem kann binnen kurzer Zeit zum Verlust des gesamten Bootes führen.
24h NOTRUF EUROPA: 0043 50 43 112
In einem Notfall können die Einsatzboote von SeaHelp mittels der praktischen SeaHelp-App, oder unter der kostenlosen Notrufnummer für Europa 0043 50 43 112 (bzw. unter der alternativen Notrufnummer für Europa 00385 919 112 112 gerufen werden.
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