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Ab sofort auch Airbnb auf dem Wasser in Spanien: Aber nicht auf den Balearen!

Airbnb auf dem Wasser in Spanien – aber nicht auf den Balearen!
KI-generiertes Bild

Am 22. Juli 2025 setzte Spanien mit dem Amtsblatt BOE neue Bestimmungen in Kraft, nach denen jeder, der ein privates Boot besitzt, dieses drei Monate im Jahr vermieten darf, das sogenannte „Airbnb auf dem Wasser“. Dabei hat Madrid jedoch die Rechnung ohne die Balearenregierung gemacht. Die hat nämlich flugs ein Notdekret erlassen, um die bundesweite Regelung der spanischen Regierung zur Freigabe privater Bootsvermietungen über Plattformen wie Airbnb ab August 2025 von vornherein zu verhindern.

Am 29. Juli 2025 sprach sich die Balearenregierung gegen eine neue spanische Regel aus, die es privaten Bootsbesitzern ab sofort erlauben soll, ihr Boot bis zu drei Monate pro Jahr kommerziell zu vermieten – ein Modell vergleichbar mit Airbnb, eben nur für Boote. Stattdessen verbietet sie private Bootsvermietung generell, sofern keine professionelle Charterlizenz vorliegt.

Die als „Notdekret“ betitelte Rechtsnorm soll am 15. August 2025 in Kraft treten; ab diesem Datum gilt dann: auf Mallorca, Ibiza und Menorca dürfen nur professionelle Vercharterer Boote an Touristen vermieten. Eigner von Privatbooten dürften deren Nutzung dagegen „nicht temporär kommerzialisieren“, wie es im Behörden-Jargon heißt.

Das Dekret (im deutschen Sprachraum wird für diese Art von Rechtsakten eher von einem Erlass oder einem Edikt gesprochen) der Balearenregierung geht noch weiter: private Bootseigner dürften ihre bestehenden Liegeplätze nicht für Vermietungen nutzen, heißt es dort, und: Hafenbetreiber seien verpflichtet worden, die Nutzung ihrer Liegeplätze genau zu dokumentieren – und ggf. eine kommerzielle Nutzung untersagen

Hintergrund war, dass die spanische Regierung im Juli 2025 eine Rechtsnorm veröffentlicht hatte, das es privaten Bootseignern erlaubt, Freizeitboote bis zu drei Monaten pro Jahr kommerziell zu vermieten — unter bestimmten Voraussetzungen (Registrierung bei einer Charterfirma, gültige Bootsversicherung, bestimmte Sicherheitszertifikate).

Das Notdekret der Balearenregierung richtet sich gegen das spanische Airbnb auf dem Wasser für Boote

Dagegen richtete sich das Dekret der Balearischen Regionalregierung, welche regionale Kompetenzen über Hafenregelungen besitzt, unter anderem eben auch über Konzessionen für Liegeplätze und den Erlaß von Hafenordnungen sowie über die Tourismusgesetzgebung und Umweltschutzregeln mit dem Fokus auf nachhaltige maritime Nutzung und eine mögliche Überlastung der Häfen.

Der Konflikt zwischen nationaler Liberalisierung und regionalem Schutzbedürfnis sei dabei so gravierend, dass die Balearen, um ihre Verfassungsrechte verteidigen zu können, in dieser Sache ggf. bis zum Verfassungsgericht in Madrid gehen könnten, heißt es.

Also gilt ab Mitte August – zumindest auf den Balearen: Privatboote dürfen künftig nicht mehr touristisch vermietet werden – keinerlei Arbitrage à la „kurzzeitig privat, temporär kommerziell“. Nur professionelle Charteranbieter – ordnungsgemäß registriert und zertifiziert und mit entsprechenden Anlagen ausgestattet – dürfen touristisch tätig sein.

Grund für das ablehnende Notdekret ist unter anderem ein besserer Umwelt- und Gewässerschutz rund um die Balearen

Grund dafür ist die ohnehin schon übermäßig starke touristische und maritime Belastung der Inseln, konkret heißt es: die Küstengewässer der Balearen seien gesättigt, die Infrastruktur der Inseln überlastet, und es gebe zudem lange Liegeplatz-Wartelisten (>7.000) für Bootsbesitzer. Diese Situation werde durch die neue spanische Regelung, nach der Airbnb auch auf dem Wasser erlaubt werden soll, noch verschäft, befürchten die Regierenden der Balearen.

Als direkte Ziele nennt das Notdekret einen verbesserten Umwelt- und Gewässerschutz, z. B. Verbot des Ankerns über Posidonia-Wiesen (siehe unsere News zu „Frei ankern – aber richtig!“ vom 12.08.2025), eine verpflichtende Abfalltrennung sowie Informationen über maritime Schutzzonen. Nicht zuletzt soll auch die nautische Sicherheit erhöht werden – privat temporär vermietete Boote waren in der Vergangenheit oft ohne Fachkenntnis betrieben worden und führten zu Unfällen und überfüllten Küstenbereichen.

Der Chartersektor der Balearen habe „erfreut“ reagiert, nachdem der Regierungsrat am Freitag den Verordnungsentwurf zur Regelung der Freizeitschifffahrt verabschiedet hatte, der die Vermietung privater Boote an Touristen verbietet, schreibt etwa Cadena SER in einer News.

Der spanische Radiosender zitiert in der Meldung auch Pedro Gil, den Präsidenten des Arbeitgeberverbands der Balearen für nautische Charterschiffe (AECIB), der noch weiter gehe und fordere, dass Bootsvermietungen ausschließlich von nautischen Fachleuten durchgeführt werden sollen, um die Sicherheit auf See zu gewährleisten zu können.

Weitere Stimmen kommen vom Verband der nautischen Unternehmen der Balearen, dessen Präsident Jaume Vaquer einräumt, dass das Balearenmeer bereits „gesättigt“ sei und eine „verstärkte kommerzielle Aktivität unnötig“ sei.

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