Trotz deutscher Reisewarnung wegen COVID-19: Für Länder wie Österreich oder Kroatien könnten sich die Grenzen eher öffnen

Kroatien - Porec Hafen kein Schiffsverkehr wegen Coronavirus COVID-19
Trotz Sonnenschein und mehr als 20 Grad liegt der Stadthafen von Porec wegen der COVID-19 Pandemie mehr als friedlich in der Nachmittagssonne. Dabei ist Istrien schon jetzt quasi „Corona-frei“, wie kroatische Medien meldeten.
„Nicht wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird“ - eine Redensart, die wohl auch auf die unterschiedlichst motivierten Äußerungen einiger Politiker in der durch SARS-CoV-2 (Coronavirus) verursachten COVID-19 Pandemie sich mal wieder als zutreffend erwiesen hat. Noch diese Woche hatte das deutsche Bundeskabinett die weltweite Reisewarnung bis zum 14. Juni 2020 verlängert, doch schon kurz darauf mehrten sich Stimmen aus Politik und der Tourismuswirtschaft, die nach Ausnahmen riefen. Und deren Umsetzung könnte bereits deutlich vor dem 14. Juni erfolgen.

COVID-19: 250.000 deutsche Touristen zurückgeholt

Warum verhält sich Deutschland derzeit noch so restriktiv? Mit Beginn der COVID-19-Pandemie und in deren weiteren Verlauf mussten gut eine Viertelmillion deutsche Touristen aus dem Ausland zurückgeholt werden, eine Situation, die sich laut dem deutschen Außenminister Heiko Maas nicht wiederholen solle.

Außerdem scheint man bei der Reisewarnung wohl eher die Pauschalreisen in die klassischen Urlaubsziele im Visier gehabt zu haben, also die klassische Kombination Flug und Unterkunft, aber ganz sicher nicht Individualreisen mit dem PKW in Appartements oder etwa zur eigenen Yacht. Außenminister Heiko Maas gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Wenn Leute nicht nur wieder ins Ausland fliegen können, sondern auch mit hinreichender Sicherheit zurückkommen, dann können wir die Reisewarnung schrittweise zurückfahren“.

„Differenzierte Lösungen“ für einzelne Länder

Außerdem räumte er in dem Interview ein, was wohl alle Yachteigner im Bereich der Adria, insbesondere Kroatien, gern zur Kenntnis nehmen: Staaten wie beispielsweise Österreich oder Kroatien „konnten den Ausbruch früh durch drastische Maßnahmen eindämmen und fürchten, sich das Virus wieder ins Land zu holen, wenn sie die Grenzen öffnen“, sagte er. „Auch deshalb will ich nicht ausschließen, dass es zu differenzierten Lösungen kommt.“

Will heißen: Wer früh Maßnahmen ergriffen hat wie es beispielsweise in Deutschland, Österreich oder Kroatien geschehen ist und über eine geringe Reproduktionsrate (unter 1, Anm. d. Red.) verfügt, könnte sich unter gewissen Voraussetzungen zu gegenseitigen Grenzöffnungen verpflichten. Dazu wären allerdings weiterführende, länderspezifische Hygienekonzepte erforderlich, die Kroatiens Tourismusminister Gari Cappelli bereits umfassend erläutert hat.

Rechtssicherheit durch Verlängerungen der Reisewarnung

Und was die Verlängerung der weltweiten Reisewarnung aus Deutschland angeht: Die musste quasi ausgesprochen werden, um es zu ermöglichen, beispielsweise geplante Pauschalreisen ohne ein rechtliches Risiko stornieren zu können. Schließlich ist es derzeit für Flugreisende faktisch unmöglich, zu ihren Destinationen zu gelangen, da wegen COVID-19 der Flugverkehr quasi lahm liegt. Hier bedurfte es dringend einer Lösung.

Österreich möchte möglichst eher öffnen

Auch der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte immer wieder betont, dass die Grenzen beispielsweise für Urlauber aus Tschechien oder Deutschland wieder schrittweise geöffnet werden sollen. Und auch bilaterale Gespräche zwischen Slowenien und Kroatien stießen trotz der immer noch nicht überwundenen Grenzstreitigkeiten auf positive Resonanz.

Damit wäre letztlich der Weg trotz COVID-19 frei für deutsche und österreichische Individualtouristen, die den Sommerurlaub, wenn auch unter Einschränkungen, an der Adria verbringen wollen. Inhaltlich müsste aber dann auch in den Verhandlungen geklärt werden, dass die Urlauber sich auf der Rückreise nicht in Quarantäne begeben müssen.

Kroatien hat COVID-19 derzeit im Griff

Aus Kroatien kommen ebenfalls positive Nachrichten. Dort beginnt am 4. Mai die 2. Phase der Lockerung der wegen COVID-19 verhängten Maßnahmen, mit denen der private Sektor unter Einhaltung der Hygienebestimmungen wieder hochgefahren wird. Was wohl viele Kroaten freut: Auch ein Friseurbesuch ist dann wieder möglich.

Gute Nachrichten auch aus Istrien: Wie der kroatische Gesundheitsminister Vili Beroš mitteilte, seien dort alle an COVID-19 erkrankten Patienten wieder genesen, neue Erkrankungen habe es nicht gegeben.

Coronavirus: Geringe Reproduktionsrate bedingt vorzeitige Grenzöffnungen

Trotz manchmal widersprüchlicher Meldungen aus Politik und Wirtschaft über die durch SARS-CoV-2 verursachte COVID-19 Pandemie scheint sich herauszukristallisieren, was auch zunächst einmal vernünftig erscheint: Länder mit einer Reproduktionsrate deutlich unter 1 (wie Deutschland, Österreich, Slowenien, Kroatien) werden wohl schon in naher Zukunft in gegenseitigen Abkommen eine Grenzöffnung unter gewissen Auflagen wieder zulassen. Zu guter Letzt: Auch Deutschland hat die ersten Marinas an Nord- und Ostsee wieder geöffnet – bei Temperaturen um derzeit 11 Grad aber noch ein eher zweifelhaftes Vergnügen…

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