Priroda, eine kroatische Einrichtung der öffentlichen Hand, verteilt an der kroatischen Adria aktuell gelbe kugelförmige Bojen, die der Erforschung und Erhaltung der vom Aussterben bedrohten „Edlen Steckmuschel“ dienen sollen. Sportskipper sollten auf keinen Fall an den Bojen mit ihren Booten festmachen oder sie berühren.
Die Edle Steckmuschel, oder auch Große Steckmuschel (Pinna nobilis) mit einem Gehäuse, das bis zu 1,2 Meter Länge erreicht, kommt im gesamten Mittelmeer vor, wo sie meist in küstennahen, sandigen Seegraswiesen (Zostera- und Posidonia-Gemeinschaften) in drei bis zehn Metern Wassertiefe, aufrecht mit der Spitze im Sediment steckend, lebt – daher der Name „Steckmuschel“.

Aktuell ist die Edle Steckmuschel jedoch vom Aussterben bedroht. Einer der Gründe dafür ist die Überfischung, denn die – heute streng geschützte – Muschel ist essbar und wurde früher gern als Meeresfrucht verzehrt; aus ihren golden schimmernden Byssusfäden wurde zudem seit der Antike Muschelseide hergestellt, die als äußerst kostbarer Stoff begehrt war. Ein weiterer Grund für das Artensterben ist die zunehmende Verschmutzung der küstennahen Bereiche des Mittelmeeres.
Ein Parasit macht die Edlen Steckmuscheln krank; ein Aussterben dieser Art droht
Den Rest gibt der Muschel jedoch aktuell ein einzelliger Parasit namens Haplosporidium pinnae, der sich in den Tieren einnistet, sie krank macht und schließlich zu ihrem Tod führt.
Der sogenannte Endoparasit verursacht ein Massensterben der Muscheln, das seit 2016 beobachtet wird und nach IUCN-Angaben zum „Einbruch von 80 bis 100 Prozent der betroffenen Populationen“ geführt hat (die IUCN ist eine Organisation, die die „Rote Liste gefährdeter Arten“ führt).
Experten und Institutionen an der gesamten Adria setzen sich deshalb im Rahmen des Projekts „Erhaltung der Edlen Steckmuschel in der Adria“ aktuell dafür ein, das komplette Verschwinden des natürlichen Meeres-Reinigers zu verhindern und die endemische und größte Schalentierart zu erhalten, die als eines der beliebtesten Motive der Unterwasserwelt gilt.
Ein Projekt setzt sich dafür ein, das komplette Verschwinden der Riesen-Muschel zu verhindern
Auch in Kroatien werden die Wissenschaftler aktuell zum Schutz der großen Muschel aktiv: die öffentliche Einrichtung „Priroda“ hat in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Unterwasserforschung und Ökologie „Aquanaut Rijeka“ in Jadranovo, dessen Meeresboden einst die Heimat der Edlen Steckmuschel war, Auffangbehälter für junge Edle Steckmuscheln aufgestellt.
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Die Forscher hoffen, dass kleine und empfindlichen Larven, die sich in den auffällig gelben, bojenförmigen Behältern befinden, von den Jungtieren angenommen werden und sich so zu ausgewachsenen Tieren entwickeln können.
Sportskipper werden in diesem Zusammenhang gebeten, die gelben Bojen mit der Aufschrift „Projekt zur Erhaltung der Edlen Steckmuschel in der Adria“ auf keinen Fall zu berühren und insbesondere nicht mit ihren Booten daran festzumachen.










