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Kauf versus Charter: Vor- und Nachteile bei der Anschaffung von Yachten

Wer öfter Boot fahren möchte, steht irgendwann einmal vor der Frage: Kaufen oder Chartern? Oder gibt es vielleicht noch darüber hinausgehende Modelle, wie Kosten reduziert werden können, die Anschaffung vernünftig realisiert werden kann – ohne den Spaß am Wassersport zu schmälern? Gedanken zu einem teuren Hobby.

Jeder, der vom Bootsvirus befallen ist, kennt das: irgendwann steht man vor der Frage, ob ein Boot angeschafft werden soll. Folgende Fragen wird sich der Bootsbesitzer in spe dann stellen müssen: muß es ein Kauf sein – oder reicht es vielleicht aus, ab und zu zu chartern?

Wieviel Geld steht zur Verfügung bzw. soll für dieses Projekt ausgegeben werden? Wo (und ggf. mit wie vielen Personen) soll das Boot genutzt werden? Und schließlich: muß es ein neues Boot sein, oder reicht unter Umständen auch ein gutes gebrauchtes?

Natürlich gibt es die „Yachties“, denen ein Boot vor Allem als Statussymbol dient, und denen es in erster Linie darauf ankommt, ihr schwimmendes Schmuckstück zu präsentieren. Hier wird nur Eigentum in Betracht kommen, denn schließlich lässt sich mit einem gemieteten Boot oder einer Bruchteils-Eigentums-Yacht nicht prahlen – auch wenn diese Art von Bootsbesitzern, wie man oft beobachten kann, gar nicht so oft die Leinen lösen, um hinauszufahren.

Doch diese Klientel soll hier einmal außer Acht gelassen werden. Seglern oder Motorfbootfahrern, denen es auf den Bootssport im Wortsinne ankommt (natürlich teilweise verbunden mit den Annehmlichkeiten einer größeren Yacht zum Relaxen) werden, sooft es geht die Segel setzen oder die Maschinen anwerfen wollen, um zu einem längeren- oder auch nur zu einem Wochenendtörn mit Freunden oder der Familie zu starten.

 

Yachturlaub genießen: Was ist besser? Charter oder Kauf?
© nitka_zaplatana (Adobe Stock)

 

Wichtige Fragen sind, wieviel Geld – und wieviel Zeit – für das Boot zur Verfügung stehen

„Sooft es geht“ ist hier zunächst eines der entscheidenden Stichworte. Kann man tatsächlich über den Großteil seiner Zeit frei verfügen (und stehen auch genügend finanzielle Mittel zur Verfügung) kommt hier tatsächlich ein Yacht-Neukauf in Frage. Ist das Geld begrenzt, kann man sich für eine „gute gebrauchte“ Eigene entscheiden. Gebrauchte Boote und Yachten haben oft den Vorteil, dass sie schon überkomplett ausgestattet sind, hier kann man – mit etwas Glück und professioneller Beratung – gute Schnäppchen machen.

Beim Neukauf sollte beachtet werden, dass Boote starken Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, und einer ständigen Wartung, Pflege und Überholung bedürfen. Mit dem Tag der Auslieferung beginnt der unaufhaltsame Alterungsprozess. Einige Autos werden mit den Jahren zu Sammlerstücken, aber nur äüßerst selten sind Interessenten bereit, für ein gebrauchtes Boot viel Geld zu bezahlen.

Neue Boote verlieren daher nach relativ kurzer Zeit viel an Wert, Marktbeobachtungen zufolge kann der Wertverlust im ersten Jahr durchaus 20 Prozent betragen, in den Folgejahren liegt der Wertverlust zwischen fünf und zehn Prozent – ständige Pflege vorausgesetzt. Dieser Punkt spricht eindeutig gegen einen Neukauf.

Auch die weiteren Kosten, die im Zusammenhang mit dem Kauf einer Yacht entstehen, müssen von Anfang an in die Kostenberechnungen mit einbezogen werden: neben dem Wertverlust einer neuen Yacht entstehen mit dem Kauf sofort auch Kosten für Liegeplatz, Versicherung, Wartung und Ersatzteile.

 

Trockenliegeplatz für Yacht und Boot
© Sergei Silin | Sin Dinero / Adobe Stock

 

Wo soll das zukünftige Fahrtgebiet des Bootes sein?

Auch diese Frage gilt es, vorab zu prüfen.

Egal, ob man Eigentümer einer neuen oder einer gebrauchten Yacht werden will – viele potentielle Bootsbesitzer erwägen, die Kosten durch eine Eignergemeinschaft gering zu halten. Generell eine gute Idee – wenn die Freunde, die sich da zusammentun, auch wirklich Freunde sind – und über die Jahre auch bleiben. Hier kann Streit vorprogrammiert sein, dem man von Vornherein aus dem Weg gehen sollte.

Ein weiterer Punkt, der dem Kauf einer Yacht im Wege stehen könnte, ergibt sich bei der Frage nach dem zu befahrenen Wunsch-Revier. Will man sein Schmuckstück beispielsweise fest in einer Marina in Kroatien stationieren, und sein Fahrtgebiet auf die kroatischen Gewässer begrenzen, ist das in Ordnung.

Für diejenigen, die sich beim Revier jedoch nicht festlegen wollen, und ab und zu auch mal in der Karibik, im Pazifik oder an anderen Orten mit dem Boot unterwegs sein wollen, gibt es jedoch vielleicht andere, sinnvollere Alternativen, als sich ein eigenes (größeres) Boot zuzulegen, die zuerst gecheckt werden sollten.

Die Charter hat viele Vorteile

Sie ist viel preiswerter als ein Kauf, zumeist erhält man ein neuwertiges Boot, und nach dem Törn gibt man das Boot einfach wieder zurück.

Für diese Bootssportler bietet sich die Charter an: das ist unter dem Strich viel preiswerter als ein Kauf, man kann sich sein Fahrtgebiet von mal zu mal aussuchen, zumeist bekommt man ein neues (oder neueres) Bootsmodell, die Charterfirma nimmt einem alle mit dem Boot zusammenhängenden Sorgen ab, man gibt das Boot nach dem Törn einfach wieder zurück und hat den Kopf frei für andere Dinge.

Wer als Gruppe chartert, spart nochmals – in diesem Fall ist die Koje an Bord eines Charterbootes oft sogar preiswerter als ein Hotelzimmer in den auf dem Törn angefahrenen Städten oder Orten.

Schließlich kann man – zumindest bei mehreren angefahrenen Orten oder Inseln – auch hier sparen: denn, wollte man diese Punkte als „Landratte“ besuchen, müssten zumeist größere Aufwendungen für Flüge, Fähren usw. getätigt werden. Beim Chartern (wie auch mit dem eigenen Boot) hat man dagegen sein „schwimmendes Haus“ immer dabei.

Hier kann man umso mehr sparen, desto größer das Boot oder die Yacht ist. Viele erfahrene Sportschiffer unterhalten für ihr Heimrevier ein kleines, eigenes Boot mit überschaubaren bzw. zu vernachlässigen Kosten. Soll es dann einmal ein größeres Boot sein, oder ein entfernteres Revier (zumeist beides), wird gechartert. Hier gilt: Bootssport muss nicht teuer sein und soll vor allem eines machen: Spaß.

Neben Kauf eines neuen oder gebrauchten Bootes und der Charter gibt es weitere Modelle des Bootsbesitzes und -eigentums

Doch Kauf oder Charter sind nicht die einzigen Optionen, die ein Yachtbesitzer bzw. ein Yachteigner hat. Einige der größeren Yachtcharter-Companies bieten auch sogenannte Yachteigner-Programme an. The Moorings beispielsweise verfolgt diesen Weg seit vielen Jahren konsequent: die Charterboote heißen dort Leopard (neu etwa der 40 Powercat), der gleiche Bootstyp kann aber auch (unter dem Namen Moorings 403PC) gekauft – und über den Vercharterer vermietet werden.

Vorteil: zum einen gibt es ein monatlich garantiertes Einkommen, oder man entscheidet sich für eine Kaufoption. Der Eigner kann bis zu 12 Wochen im Jahr das Boot selbst nutzen, man kann aber auch sogenannte Buchungspunke an die Familie und Freunde vergeben.

Bei The Moorings übernimmt der Vercharterer zudem alle operativen Kosten inkl. Wartung und Versicherung. Auch ein Upgrade auf größere Schiffe ist zu einem fairen Preis möglich. Persönlich betreut wird die Yacht durch ein engagiertes Team vor Ort.

 

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Beim garantierten Einkommen erwirbt der Käufer seine Traumyacht und erhält acht Prozent pro Jahr für fünf bis sechs Jahre Vertragsdauer – je nach Destination. Das Risiko der Charter-Auslastung wird dabei vollständig vom Vercharterer übernommen. Außerdem trägt dieser sämtliche Kosten in Bezug auf den Unterhalt der Yacht, und das über die gesamte Laufzeit. Bei diesem Modell ist sogar auch eine Finanzierung (ab einer Anzahlung von 30 Prozent) möglich.

Yachtcharter-Unternehmen bieten verschiedene, sogenannte Yachteigner-Modelle an

Bei dem Kaufoptions-Programm investiert der Käufer 45 Prozent des Kaufpreises der Yacht. Der Eigner erhält hier kein garantiertes Einkommen, profitiert aber von allen Eignervorteilen wie in der ersten Option. Am Ende des Programms kann der Eigner gegen Zahlung von weiteren 20 Prozent des Kaufpreises die Yacht übernehmen, oder er erhält 20 Prozent des Kaufpreises zurück.

Weiterer Pluspunkt für das Yachteigner-Programm, welches neben The Moorings auch einige andere Charterunternehmen anbieten: neben dem Mittelmeer stehen viele weitere reizvolle Yachting-Destinationen weltweit zur Verfügung; es gibt beispielsweise Charterstationen in der Südsee, gleich mehrere in der Karibik, in Argentinien, Phuket, auf den Seychellen und in Australien.

Auch bei Superyachten, also Yachten von 24 bis 60 Metern Länge, gibt es seit einiger Zeit verschiedene Modelle, um Kosten zu sparen. Wer einmal selbst Superyacht-Feeling erleben möchte, ohne gleich die ganze Yacht kaufen zu wollen, erwirbt einfach einen Anteil – Sharing ist preiswerter, hat viele Vorteile – und liegt im Trend.

Bei Großyachten gibt es die Möglichkeit, Bruchteilseigentum zu bilden oder zu „sharen“

Sharing-Modelle gibt es seit vielen Jahren im Immobilien-Sektor, bei teuren Autos und sogar im Bereich Aviation: mehrere Anteilseigner teilen sich hier zum Beispiel einen Privatjet. Das ist praktisch und spart viel Geld. Irgendwann wurde dieses Konzept auch auf Luxusyachten angewendet: SeaNet ist hier einer der Vorreiter; erstmals war es mit diesem von Matty Zadnikar geleiteten Unternehmen möglich, eine Superyacht von Benetti als Anteils-Eigner zu besitzen – der Jurist sagt Bruchteils-Eigentum dazu.

Seit 2023 stehen auch Superyachten von Sunseeker als Sharing-Objekte zur Verfügung. Meros Yachtcharter macht´s möglich. Meros ist ein international tätiges Unternehmen mit Sitz in Malta und Spanien; in Kürze soll es einen weiteren Sitz in Großbritannien geben. Mehrere Co-Owner teilen sich bei dieser Art des Sharings eine Yacht zeitlich und auch finanziell, zwei Modelle stehen hier zur Verfügung.

Beim sogenannten Flex-Share haben Interessenten die Möglichkeit, sich an der Finanzierung der Yacht zu beteiligen – entsprechend der gewünschten Nutzungswochen pro Jahr. Die Käufer sind dann zwar keine Eigentümer, dafür gibt es aber auch keine Kostenrisiken wie Wertverlust, Reparaturkosten oder Unfallschäden. Fällig wird lediglich eine garantierte Pauschale.

Beim sogenannten Quarter Share können Interessenten anteiliges Eigentum an der Yacht erwerben. Konkret: Käufer erhalten hier über eine Partnership-Gesellschaft (mittelbar) einen viertel Anteil an der Sunseeker-Yacht und können diese dafür 12 Wochen pro Jahr nutzen – mehr Zeit ist oft ohnehin nicht vorhanden, um die Superyacht adäquat nutzen zu können.

Wer die Wahl hat, hat oft die Qual

Eine gute, professionelle Beratung kann hier viel Ärger und Geld sparen.

Wer die Wahl hat, hat die Qual: oft haben Boots- oder Yachtanschaffungen neben den finanziellen- auch steuerliche Aspekte, die berücksichtigt werden sollten. Mit ein wenig Geschick lässt sich durch den (vorher eingeholten) Rat eines Yachtrechts-Spezilisten hier unter Umständen viel Geld – und Steuern – sparen.

Eine Entscheidung nimmt einem jedoch niemand ab: Kauf? Charter? Yachteigner-Modell? Bruchteilseigentum? Sharing? Die in diesem Beitrag aufgeführten Gedanken sollen dabei helfen, Fehler zu vermeiden, und beim Bootsfahren den „richtigen“ Weg zu gehen. Der kann jedoch individuell völlig verschieden sein. Was für den einen passen kann, kann sich für den anderen als unvernünftig herausstellen – und umgekehrt.

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