COVID-19 und Kroatien-Urlaub: Viele sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr

Kostenlose Corona-Tests auf Covid-19 für deutsche Kroatien-Rückkehrer
Deutsche Staatsbürger, die aus dem Kroatien-Urlaub zurückkehren, können bei der Einreise an der Grenze und an Autobahn-Raststätten in Bayern einen kostenlosen COVID-19-Test durchführen, auch wenn Kroatien nicht zu den gefährdeten Regionen zählt.

Wenn es um das Thema „Urlaub in Zeiten von COVID-19“ geht, gewinnt man schnell den Eindruck, viele Menschen würden wegen ständig neuer Beiträge in den Medien den Wald vor lauter Bäumen schon nicht mehr sehen. Der Inhalt dieser Meldungen lässt vermuten, als ständen in ganz Europa nationale Interessen auch medial im Vordergrund, Hauptsache, die Urlauber geben das Geld im eigenen Land aus. Doch vor dem Coronavirus schützen keine Grenzen, sondern letztlich nur eigener Schutz: Masken, wo es Sinn macht, möglichst Abstand halten und die Hygiene-Richtlinien beachten. Außerdem können sich Urlauber aus Deutschland bei der Heimkehr aus Kroatien jetzt freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen.

Viren halten sich nicht an Ländergrenzen

Überall dort, wo sich alle Urlauber an diese Grundregeln halten, sollte die Ansteckungsgefahr mit COVID-19 unabhängig von Ländergrenzen auf das geringste mögliche Maß reduziert sein. Ganz sicher besteht auch an der deutschen Ostseeküste, wo wegen des Urlauberandrangs schon Strandabschnitte gesperrt werden mussten, eine ebenso hohe Ansteckungsgefahr wie an den Binnenseen und Wandersteigen in Deutschland und Österreich. Und um der Wahrheit genüge zu leisten: Auch an der Adria in Slowenien und Kroatien besteht die Gefahr einer COVID-19-Infektion, wenn man die Regeln nicht beachtet.

Zahlen lügen nicht: Kroatien steht relativ gut dar

Dennoch sollte man bei allen mit nationalem Kolorit geprägten Diskussionen nicht die nüchternen Zahlen außer Acht lassen: Gemäß den offiziellen Zahlen der EU liegt die Zahl der bisher mit COVID-19 infizierten Personen pro 100.000 Einwohnern in Spanien bei 669, in Montenegro bei 576, im Kosovo bei 548, in Bosnien und Herzegowina bei 426, in Italien bei 414, in Serbien bei 400, in Deutschland bei 260, in Österreich bei 247, in Kroatien bei 135 und in Slowenien bei 107. Nicht zuletzt deshalb hat Kroatien mit Einreisebeschränkungen für Reisende unter anderem aus Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Serbien reagiert, um die eigene Tourismussaison zu schützen.

Unbedingt meiden: große Menschenansammlungen und Partymeilen

Gefährlich wird es für den Einzelnen immer nur dann, wenn bei größeren Menschenansammlungen auch noch Alkohol ins Spiel kommt: Ob am Goldstrand in Bulgarien, am Ballermann auf Mallorca, beim Partyvolk auf der Insel Pag/Zrce oder in den unzähligen Clubs und Discos der Ferienzentren. Mallorca hat schnell reagiert und die Partymeile am Ballermann geschlossen, für Urlauber, die in Bulgarien am Goldstrand die Ferien verbrachten, gilt mittlerweile der Quarantänepflicht in Deutschland oder ein negativer Corona-Test, nur auf der Insel Pag feiert man derzeit noch munter weiter. Wie lange noch, wird sich zeigen.

Einige wenige gefährden ein ganzes Land

Dabei schaden unterschwellig wahrgenommene Schlagzeiten wie „Kroatien-Rückkehrer mit Corona infiziert“ dem Tourismus des gesamten Landes, weil kaum noch jemand ausreichend differenziert: Die besagten „Urlauber“ waren nach Zrce gereist, um dort ihr Abitur zu feiern. Leiden muss unter solchen feierwütigen Touristen jedoch letztlich die gesamte kroatische Bevölkerung – Circa 30 % weniger Touristen als im Vorjahr stellt zwar ein unerwartet gutes touristisches Ergebnis dar, doch man sollte auch die Nachsaison und das kommende Jahr 2021 nicht vergessen.

Weniger Einbußen im nautischen Tourismus

Gänzlich unbeeindruckt von diesen Problemen entwickelt sich der nautische Tourismus selbst in Zeiten COVID-19. Vercharterer sprechen bereits von Buchungen bis weit in die Nachsaison, hier besteht offensichtlich Nachholbedarf nach dem Lockdown in der Vorsaison. Kein Wunder, denn auf dem eigenen Boot oder der Yacht hat das Coronavirus so gut wie keine Chance und Abstandsregeln zu anderen Booten oder Yachten werden zwangsläufig eingehalten. Die Marinas leiden zwar unter dem Ausfall in der Vorsaison, doch letztendlich ruhen die Hoffnungen noch auf der kommenden Nachsaison.

 

Covid-19 Abstandsregelung auf dem Wasser kein Problem
Der nautische Tourismus in Kroatien hat sich vom allgemeinen Trend ein wenig abgekoppelt. Kein Wunder, werden doch auf dem Wasser Abstands- und Hygieneregeln weitestgehend eingehalten.

 

Selbst Bootshandel boomt

Selbst der Bootshandel profitiert von der Coronakrise: „Derzeit kann man alles verkaufen, was schwimmt“ – so ein Händler, der lieber nicht genannt werden möchte. Auch hier ist Fakt: Die Zahl der Neuanmeldungen von Booten und Yachten in Kroatien, gemessen anhand der Permits, stieg trotz Corona nicht unerheblich.

Und die Moral von der gesamten Geschichte: Wer noch einen Urlaub in Kroatien plant, sollte einfach nüchtern die Zahlen betrachten, denn mit COVID-19 kann man sich ebenso gut auch daheim infizieren, wie Beispiele aus Österreich und Deutschland zeigen.

Freiwillige kostenlose Corona-Tests für deutsche Kroatien-Rückkehrer

Übrigens: Deutsche Urlaubsrückkehrer, auch aus Kroatien, können sich freiwillig an Autobahnstationen und Flughäfen auf deutschem Gebiet auf Corona testen lassen. Da schreibt die deutsche Bundesregierung: Alle Reiserückkehrer haben die Möglichkeit, sich nach der Einreise nach Deutschland kostenfrei innerhalb von 72 Stunden auf das Coronavirus SARS-CoV-2 testen zu lassen. Seit dem 8. August ist jeder Einreisende aus einem Risikogebiet verpflichtet, sich auf eine Corona-Infektion testen zu lassen. Wer negativ ist, kann dann in seinen Alltag zurückkehren. Damit kann eine Quarantäne vermieden werden. Dafür wurden an Flughäfen, an Bahnhöfen und an weiteren gut erreichbaren Orten Testzentren eingerichtet.

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