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Kühlen an Bord: Überblick Kühlboxen

Kühlen an Bord – Überblick Kühlboxen
© muencheberg.media

Es gibt mehrere Arten von Kühlboxen, die speziell für den Einsatz auf Booten, beim Camping oder im Caravan entwickelt wurden. Sie unterscheiden sich in Technologie, Leistung, Energieverbrauch, Preis und Mobilität sowie nach dem Einsatzzweck. SeaHelp schaute sich den Markt einmal genauer an.

Wer im Sommer bei hohen Außentemperaturen mit dem Boot nur einen Tagestörn plant, für den reicht eine sogenannte Passiv-Kühlbox völlig aus: bei der zumeist gut isolierten Box, die ohne Strom funktioniert, erfolgt die Kühlung ganz einfach über vorher gefrorene Kühlakkus oder Eis, die man mit dem Kühlgut einfach in die Box legt.

Der Preis für diese Art von Kühlboxen liegt zwischen 20 und 80 Euro, sie sind geräuschlos, sind unabhängig von der Stromversorgung und daher ideal geeignet für kurze Ausflüge oder als Zweitbox. Die Nachteile liegen in der begrenzten Kühlleistung (meist weniger als 24 Stunden), es gibt keine aktive Kühlung, und die Behälter sind nur bedingt für heiße Temperaturen geeignet.

Spätestens jedoch, wenn man längere Törns plant, und keinen fest eingebauten Kühlschrank oder ähnliches an Bord hat, muss man sich Gedanken über eine ausreichende Kühlung von Lebensmitteln und Getränken machen – jedenfalls dann, wenn man ein paar Tage „draußen“ bleiben möchte, etwa an einem ruhigen Ankerplatz, oder wenn man einen Mehrtagestörn zu einem weiter entlegenen Ziel plant.

Thermoelektrische Kühlboxen besitzen ein Peltier-Element, welches eine Temperaturdifferenz erzeugt

Dann kommen sogenannte thermoelektrische Kühlboxen zum Einsatz, bei denen ein Peltier-Element integriert ist. Ein Peltier-Element ist ein elektrisches Bauteil, welches durch Anlegen einer Spannung eine Temperaturdifferenz erzeugt – eine Seite wird warm, die andere wird kalt. Der sogenannte Peltier Effekt wurde 1834 von dem Physiker Jean Peltier entdeckt, der erstmals Kälte mit elektrischem Strom erzeugte.

Thermoelektrische Kühlboxen funktionieren meist mit 12V- und/oder einem 230V-Anschluss. Die Vorteile liegen vor allem darin begründet, dass diese Art von Kühlboxen günstig in der Anschaffung sind (ca, 50–150 Euro), sie sind leicht und mobil, und manche Modelle können auch heizen.

 

 

Nachteilig wirkt sich unter anderem aus, dass diese Geräte abhängig von Umgebungstemperatur sind; sie kühlen oft nur ca. 15–20 °C unter der Außentemperatur, damit sind sie eher ungeeignet für hohe Ansprüche oder heiße Regionen. Und: Thermoelektrische Kühlboxen verbrauchen viel Strom.

Absorber-Kühlboxen können neben Strom auch mit Gas betrieben werden

Sogenannte Absorber-Kühlboxen funktionieren hingegen neben 12 und/oder 230 V auch mit Gas. Das Funktionsprinzip ist vergleichsweise simpel: die Energie erhitzt eine Flüssigkeit in einem geschlossenen Kreislauf, die dadurch verdampft und somit Wärme entzieht.

Vorteil: die Geräte sind sehr leise, und durch das Gas sind sie unabhängig von einem Stromnetz.

Bei der Anschaffung einer Absorber-Kühlbox sollte jedoch auch beachtet werden, dass diese Geräte schon deutlich teurer als die vorgenannten Kühlboxen sind; die Preise bewegen sich hier schon im Bereich zwischen 250 und 500 Euro. Die Kühlleistung ist auch hier begrenzt, allerdings nur auf etwa 25 °C unter Umgebungstemperatur. Sollen die Geräte volle Leistung bringen, müssen sie waagerecht stehen. Und: beim Gasbetrieb gibt es einen gesteigerten Wartungsaufwand.

Eine Kompressor-Kühlbox funktioniert wie der heimische Kühlschrank

Schließlich ist da noch die „Königsklasse“ der Kühlboxen: die Kompressor-Kühlbox ist zumeist eine kombinierte Kühl- und Gefrierbox und funktioniert wie der Kühlschrank zu Hause; ein Kompressor erzeugt einen Kältekreislauf, der eine hohe Kühlleistung erzeugen kann – und zwar unabhängig von Umgebungstemperatur.

Die Vorteile der Kompressor-Kühlboxen liegen auf der Hand: sie sind zumeist sehr leistungsstark; teilweise ist hier eine Gefrierfunktion von bis zu minus 18 °C möglich. Moderne Geräte haben zudem einen geringen Stromverbrauch – somit eignen sie sich auch hervorragend für länger Törns auf Segel- und Motorbooten, auch und gerade in heißen Umgebungen.

Allerdings hat diese Leistung auch ihren Preis: Kompressor-Kühlboxen kosten zwischen 250 und 1.200 Euro, einfache Geräte gibt es neuerdings aber auch schon ab 140 Euro. Zu beachten ist auch, dass Kompressor-Kühlboxen nicht so leise wie die anderen genannten Geräte sind; sie erzeugen die von einem normalen Kühlschrank gewohnten Geräusche, wenn sie laufen. Zudem sind sie im Vergleich zu passiven-, thermoelektrischen- oder Absorber-Kühlboxen noch einmal etwas schwerer.

Fazit: Die bestgeeignete Kühlbox für ein Boot/eine Yacht, mit der man längere Törns plant, ist sicherlich eine Kompressor-Kühlbox: sie gewährleistet eine hohe Effizienz bei Hitze, und hat nur einen verhältnismäßig geringen Strombedarf. Wer einen Tagestörn plant, für den dürfte, allerdings wie eingangs beschrieben, eine Passiv-Box mit Kühlakkus oder Eis völlig ausreichen.

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