Maritime Literaturtipps: 10 Bücher, die Segler und Skipper begeistern

Nicht nur für den langersehnten Urlaubstörn muss auch die passende maritime Lektüre an Bord sein. Gerade in der Wintersaison freuen sich Wassersportler, zumindest in Gedanken weiterhin auf See zu sein. Die Auswahl an maritimer Literatur ist groß, die Palette reicht von zuweilen unfreiwilliger Komik bei Törnberichten mit Segelnovizen über packende Biografien und Abenteuergeschichten bis zu maritimen Klassikern. SeaHelp stellt zehn Bücher vor, die in jede gute Bibliothek gehören

 

Lesetipp 1:

Dana Sobel „Längengrad

In die Zeit vor elektronischen Karten, GPS und Radarüberwachung entführt uns Dana Sobel mit ihrem Roman „Längengrad“. Eine Hommage an den Uhrmachermeister John Harrison, der die exakte Bestimmung der Längengrade mit einer speziell konstruierten Uhr ermöglichte. Heute können wir uns nicht mehr vorstellen, dass das Problem der exakten Ost-West-Positionsbestimmung im 17. Jahrhundert so dringlich war, dass der englische König eine ungeheure Geldsumme für die wissenschaftliche Lösung auslobte. Ein Buch, das nicht nur Chefnavigatoren begeistert und uns allen ein bisschen Nachhilfe in den Grundlagen der Astronavigation gibt.
ISBN: 978-3-49240-530-0

 

Lesetipp 2:

Sten Nadolny „Die Entdeckung der Langsamkeit

Perfekt für die entschleunigende Reisegeschwindigkeit unter Segeln oder mit einem gemütlichen Tourenschiff geeignet ist Sten Nadolnys Roman „Die Entdeckung der Langsamkeit“. Vordergründig geht es um die Biografie des englischen Seefahrers und Nordpolforschers John Franklin, der den Traum verfolgt, die Nordwestpassage über das Packeis der Arktis zu entdecken. Nadolnys Protagonist ist kein Held im klassischen Sinne – er denkt, spricht und reagiert erheblich langsamer als seine Mitmenschen. Doch alles was er einmal begriffen und erfasst hat, behält er besser als andere. Mit einem Atlas zur Seite lassen sich die Reisen des Forschers bis nach Tasmanien, ans Kap der guten Hoffnung und ins Ewige Eis gut nachvollziehen.
ISBN: 978-3-49220-700-3

 

Lesetipp 3:

Erskine Childers „Das Rätsel der Sandbank

„Das Rätsel der Sandbank“, dieser großartige, im ostfriesischen Wattenmeer angesiedelte Spionagethriller unter Segeln von Erskine Childers, ist ein echtes Muss. Unter dem Eindruck des Flottenwettrüstens zwischen England und dem Deutschen Reich entstand das Buch bereits 1903. Childers Botschaft, dass es die Möglichkeit einer Invasion deutscher Seestreitkräfte in England gäbe, war so eindringlich, dass noch unter Churchill Flottenbasen vor Essex aufgebaut wurden. Wobei es den beiden Protagonisten der Geschichte vordringlich darum geht, die ostfriesischen Wattengewässer für England heimlich zu kartieren. Beim Lesen riecht man förmlich den Geruch des Schlicks, hört das Gurgeln der Priele und versucht den Flüsterton zwischen den Sandbänken nicht durch zu hastiges Umblättern der Seiten zu stören.
ISBN: 978-3-25720-211-3

 

Lesetipp 4:

Alfred Andersch „Sansibar oder der letzte Grund

Das Buch bietet weit mehr als eine Geschichte übers Segeln, das Meer und die rauen Naturgewalten. Im Milieu von Küstenfischern in dem kleinen Ostseekaff Rerik beginnt die politische Geschichte, die mit einer klaren Botschaft an die Leser und einer heimlichen Ausreise über die winterliche Ostsee endet. Erzählt wird die gemeinsame Flucht von Regimegegnern aus dem „Dritten Reich“ mit dem Schiff des Fischers Knudsen über die Ostsee. Mit dabei: Eine Holzplastik, die man als Werk von Ernst Barlach interpretieren kann. Und der noch unbedarfte Fischerjunge, der unbeachtet der politischen Bedrohung nur den Wunsch hat, einfach übers Meer davon zu segeln. Seine Erlebnisse offenbaren eine zweite, träumerische Erzählebene. Spannend, geheimnis- und anspruchsvoll zu lesen!
ISBN: 978-3-25723-601-9

 

Lesetipp 5:

Scot Huler „Die Sprache des Windes

Ein wunderbarer Streifzug durch die Geschichte der Seefahrt und der Wissenschaft!
Wissenschaft in lesenswerte Poesie zu verwandeln, das ist es, was Autor Scott Huler, der ursprünglich als Lektor in einem Verlag arbeitete, auszeichnet. Eine Gabe, die er in dem Moment entfaltet, als er in seinem Wörterbuch über die Beaufort-Skala stolpert. Er ist fasziniert von der sprachlichen Schönheit der Skala, die mit nur 110 Wörtern die zwölf verschiedenen Stärken des Windes beschreiben kann. Von dieser Begeisterung für Wind entfacht macht sich Scott Huler auf die literarische Reise über Land und Meer durch die letzten Jahrhunderte. Nicht nur Francis Beaufort bekommt seine Würdigung, sondern auch Daniel Defoe, Charles Darwin und die legendären Kapitäne Bligh und Cook.
ISBN: 978-3-86648-202-9

Lesetipp 6:

Marc Bielefeldt „Wer Meer hat, braucht weniger

Das wohl eindringlichste und beste Buch, in dem es einfach nur ums Segeln und das zuweilen puristische Leben an Bord geht. Dabei ist der Titel klug gewählt, denn wer gelernt hat, zur See zu fahren, das Meer anzunehmen wie es ist und sich dem Tempo hinzugeben, das vom Wind vorgegeben wird, hat mehr. Mehr Empfindungen für die Schönheit der Natur. Mehr Empfindungen für die Einsamkeit auf See, die Stille in der Nacht, die nur vom Plätschern der Wellen an der Bordwand unterbrochen wird.

Autor Marc Bielefeld hat dieses mehr für sich erfahren. Auf einem kleinen Schiff. Kein schwimmendes Luxus-Appartement, sondern ein ganz normales hölzernes Segelboot. Ohne Kühlschrank, Fernseher, Klimaanlage und W-Lan. Ein Schiff mit einer Seele. Ohne (überflüssigen) Komfort. Hier nimmt sich der Autor seine Auszeit vom Alltag. Entschleunigt. Nimmt mehr als einen Gang raus. Nimmt uns mit in eine Welt, die uns guttut.
ISBN: 978-3-453-60467-4

 

Lesetipp 7:

Isabelle Autissier „Herz auf Eis

Eine Geschichte wie ein eisiger Sog, die man nicht aus der Hand legen kann. Geschrieben von Isabelle Autissier, einer der besten Seglerinnen der Welt. 1991 segelte sie als erste Frau allein um die Welt, nun schreibt sie Bestseller.

Der Plot des Buches beginnt harmlos: Das junge Pariser Pärchen Louise und Ludovic entschließt sich zu einem gemeinsamen Sabbatical und plant, um die Welt zu segeln. Doch während eines Kletterausflugs auf einer unbewohnten Insel vor Kap Hoorn werden sie von einem schweren Sturm überrascht. Danach ist ihre Yacht verschwunden und mit ihr neben Nahrung und Kleidung jede Möglichkeit zur Kommunikation, um andere auf ihre missliche Lage aufmerksam zu machen. Es entsteht ein existenzieller Kampf gegen Hunger und Kälte, der bei den Protagonisten bisher unbekannte Charaktereigenschaften offenbart. Über allem steht die entscheidende Frage: Was wird aus der Liebe, wenn es ums Überleben geht?
ISBN: 978-3-86648-256-2

 

Lesetipp 8:

Boris Herrmann „Allein zwischen Himmel und Meer

Die hervorragend aufgearbeitete Reportage über Boris Herrmanns erfolgreiche Teilnahme an der Vendée Globe, der nonstop Regatta um die Welt für Solosegler, ist mehr als ein Buch für regattabegeisterte Segler. Boris Herrmann schildert die emotionalen Höhen und Tiefen während seiner 80 Tage allein auf dem Meer. Er erzählt von den Naturschönheiten und Begegnungen mit Meeresbewohnern und Albatrossen und erinnert sich eindringlich an die härtesten Momente des Yachtrennens. Auch wenn man weiß, dass die Geschichte gut ausging, lesen sich seine Erinnerungen an die dramatische Rettungsaktion im Südmeer für einen havarierten Konkurrenten so spannend, dass man beim Lesen um das Leben des Havaristen zittert.

Boris Herrmann selbst sagt über sein Buch: „Dieses Buch ist eine Einladung zu mir an Bord zu kommen und noch einmal dieses Rennen um die Welt zu erleben, mit all meinen Eindrücken und Emotionen. Und es ist auch eine Inspiration. Es lohnt sich, alles zu versuchen, um einen Lebenstraum zu verwirklichen. Die Hürden sind hoch, die Risiken zahlreich. Aber das größte Risiko wäre, es nicht zu versuchen.“
ISBN: 978-3-570-10454-5

 

Lesetipp 9:

Joseph Conrad „Schattenlinie

„Lord Jim“, „Spiegel der See“ oder auch „Schattenlinie“ – wer die See und große Literatur liebt, kommt an dem britischen Autor Joseph Conrad nicht vorbei. Dabei ist der Roman „Schattenlinie“ der einzige, den Conrad, der selbst viele Jahre auf Handelsschiffen zur See fuhr, aus der Ich-Perspektive erzählt. Die Handlung: in der Hafenmetropole Bangkok wird dringend ein Schiffsführer gesucht, denn die vor Anker liegende Dreimastbark soll zügig ihre günstige Ladung nach Singapur transportieren. Ein Jobangebot, das der junge, unerfahrene Schiffsführer nur zu gerne annimmt.

800 Seemeilen Distanz, das lässt sich eigentlich in weniger als zehn Tagen bewerkstelligen. Doch das Schiff gerät in einen schweren Sturm und der Kapitän muss schnell Entscheidungen treffen, um Besatzung und Schiff zu retten. Damit ist er an einer Grenzlinie seines Lebens angekommen, der Linie, an der es gilt, die heitere, unbeschwerte Jugendzeit hinter sich zu lassen und Verantwortung zu übernehmen. Die passende literarische Begleitung für alle, die mehr als nur gelegentlicher Mitsegler sein wollen und nun selbst das Steuer in die Hand nehmen und sich Seemannschaft und Schiffsführung zutrauen.
ISBN: 978-3-446-25456-5

 

Lesetipp 10:

Jan von der Bank: „Die Farbe der See

Starboot WM 1939 vor Kiel. Der junge Segelmacher Ole Storm ist Vorschoter bei Konteradmiral Paul von Wellersdorf. Der bemerkt bei seinem jungen Schotten ein ungewöhnliches Talent: Er kann die Farben der Wellen und der See deuten, sein Blick auf das Meer verrät ihm, wo die Strömung besonders stark ist und wann die Tide besonders heftig ausfällt. Der Admiral nimmt den Fischersohn ein Jahr später mit auf die „Skagerrak“, eine Segelyacht der Marine, die in geheimer Mission nach Skandinavien fährt. Zwischen den felsigen Vorsprüngen der Schären findet sich Ole in einem höchst gefährlichen Spionagefall wieder und gerät zwischen die Fronten der Gestapo und des deutschen Widerstandes.

Der packende Segelkrimi von Jan von der Bank, selbst ehemaliger Weltmeister im Contender und Autor zahlreicher Fernsehkrimis, geizt nicht mit Spannung und treffenden Beschreibungen der Szenerie auf See. Ein spannender Historienkrimi mit wohltuend seglerischem und nautischem Sachverstand.
ISBN: 978-3-94546-536-3

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