Packliste für den ersten Törn: „Ich packe meinen Seesack und nehme mit…“

Was muss alles mit auf den Törn? Und was ist überflüssig? Wie viel Gepäck darf jedes Crewmitglied an Bord schleppen? SeaHelp erklärt, was zur Grundausstattung für Seglerinnen und Segler gehört und warum voluminöse Abendkleider und elegante Lederslipper besser zu Hause bleiben.

Matrosen und Marinesoldaten tragen ihre Habe in einem Seesack aus Segeltuch an Bord der großen Schiffe. Die Säcke haben zwei große Vorteile: Man kann schnell viele Sachen aufeinanderstapeln und verstauen. Und sie sind einigermaßen weich. Zumindest so weich, dass man seinen müden Kopf darauflegen kann.

Segler von heute wählen meist eine praktische, große Tasche für den Transport von Bekleidung und persönlichen Dingen. Um schon während der Reise dezent darauf aufmerksam zu machen, dass es wieder an Bord geht, ist dies natürlich nicht irgendeine Tasche. Sondern eine geräumige Reisetasche, auf der entweder unverkennbar das Logo oder der Name eines der internationalen Hersteller für Segelbekleidung prangt oder die von einem regionalen Segelmacher aus recyceltem Segeltuch hergestellt wurde. Wichtig ist, dass die Tasche groß ist, von oben zu befüllen, aus einem leichten Material und wasserabweisend.

Damit scheiden elegante Lederkoffer (die nach dem Auspacken auch nicht klein zusammengefaltet unter der Koje oder im Schrankboden Platz finden) genauso bei der Wahl des richtigen Gepäckstückes aus wie Hartschalenkoffer. Ein Steg im Yachthafen ist kein Gate am Flughafen, das charakteristische rrrt, rrrt, rrrt Geräusch der Rollkoffer eher unerwünscht. Einzige Ausnahme: Große Segeltaschen mit integrierten Rollen, die einem das Schleppen der schweren Tasche bei der Anreise abnehmen.

Was muss rein in Seesack, Segeltasche & Co.?

Neben den persönlichen Dingen wie Unterwäsche, Strümpfen und T-Shirts ist vor allem das richtige Ölzeug wichtig. Es gilt an Bord: Wer friert ist dumm, faul oder eitel. Manche ersetzen das Wort „eitel“ auch mit „arm“, das Ergebnis ist in beiden Fällen das Gleiche: Wer an Bord nicht richtig angezogen ist, hat keinen Spaß am Segeln. Wer zum ersten Mal auf Törn geht, muss nicht alles neu kaufen. Neben professionellen Agenturen, die neuwertiges Ölzeug verleihen, findet sich immer jemand, der einem wasserdichte Hose und Jacke für wenige Tage borgt.

Denn wasserfestes Ölzeug muss immer mit, je nach Jahreszeit und Segelrevier gefüttert oder ungefüttert. Dazu ein paar rutschfeste Schuhe, mit denen man mehr als ein paar Tropfen Spritzwasser abwettern kann. Meist reichen ein Paar Segelschuhe oder Turnschuhe mit heller Sohle, wird es kälter, helfen Gummi- oder auch spezielle Seestiefel.

 

Segelbekleidung, Ölzeug: Ausgerüstet wie die Profis
© NDABCREATIVITY – stock.adobe.com

 

Darunter trägt man – nach dem Zwiebelprinzip – je nach Temperatur mehrere Schichten Fleece oder auch Skiunterwäsche. Mütze – oder auch Cap – gegen Kälte und Sonne komplettieren das Outfit. Nicht nur als modisches Accessoires sollte immer eine Sonnenbrille dabei sein, um die Augen vor den Reflexionen des Wassers zu schützen.

 

Segelbekleidung: Ölzeug, Unterwäsche, Jachen von Helly Hansen
Foto: Helly Hansen

 

Und was muss noch in den Seesack?

Was auf See warm und trocken hält, ist an Land nur bedingt kleidsam. Wer sich „landfein“ macht, zieht die warme lange Unterhose aus und die sportliche Klamotten an, ganz dem eigenen Stil, Wetter und Reiserevier entsprechend.

Da Schrankraum an Bord begrenzt ist und nur wenige Teile auf Bügel aufgehängt werden können, ist alles, was sich gut zusammenfalten lässt, deutlich praktischer als elegante Business-Outfits, die schnell zerknittern. Hose, Rock, Kleid, T-Shirt, Pullover oder Strickjacke, Hemd oder Bluse finden in den Fächern an Bord zusammengelegt bequem Platz. Dazu ein zweites Paar Schuhe, vielleicht noch ein paar Badelatschen oder Flipflops für den Gang zur Dusche und eine leichte Jacke.

Auf den meisten Yachten, vor allem, wenn alle Kojen belegt sind, gibt es aber nur begrenzten Schrankraum. Besser ein Reisewaschmittel einpacken oder in einem der Häfen einen Waschsalon suchen, als mit übermäßig viel persönlicher Garderobe an Bord einziehen! Unverzichtbar sind aber Badeanzug und Badehose, die genauso in den Seesack gehören wie ein großes Handtuch. Wer hier Platz sparen möchte, nimmt ein schnelltrocknendes Mikrofasertuch, dass sich sehr klein zusammenfalten lässt.

Abend-Outfit an Bord?

Die Zeiten, in denen sich viele nur als echte Skipper fühlten, wenn sie mit roter Cowes-Hose, weißem Hemd, Clubkrawatte und dunkelblauem Blazer über die Gangway schritten, sind zumindest außerhalb des englischen Seglermekkas Cowes vorbei. Wer von Bord kommt, darf gerne leger, sportlich gekleidet sein – und betont doch gerne durch Shirts von einer angesagten Segelmarke oder einer Regatta seine Verbundenheit zum Segelsport.

Wer schon vor Reiseantritt weiß, dass er sich mindestens einmal wirklich elegant kleiden muss, wählt ein Outfit, dass auch Seegang und Schaukeln während der Überfahrt verzeiht. Herrenanzüge sind in einem Kleidersack im Schrank hängend recht gut geschützt, elegante Kleider, oftmals mit voluminösen Röcken ausgestattet, sind dagegen schwieriger unterzubringen. Zum einen, weil der Platz in den wenigen Schränken an Bord begrenzt ist, zum anderen, weil nur wenige Yachten mit bodentiefen Schränken ausgestattet sind. Um zu vermeiden, dass das prachtvolle Kleid gequetscht wird, ist es besser, ein Kleid aus einem weichen, fließenden Stoff mitzunehmen, welches auch eine wenig achtsame Behandlung verzeiht. Highheels, die so ein Outfit erst perfekt machen, zieht man am besten erst auf dem Steg oder der Promenade an.

Ist das alles für den Seesack?

Neben Bekleidung für die Zeit auf See und im Hafen bzw. an Land muss jeder seinen eigenen Kulturbeutel mit an Bord bringen, dazu die Medikamente, die er selbst benötigt. Ähnlich wie bei der Auswahl der richtigen Tasche anstelle eines sperrigen Koffers empfiehlt es sich auch auf ein XXL Hartschalen-Beautycase zu verzichten und eine kleinere, weiche Tasche zu nehmen.

Innerhalb der Crew sollte man vorher festlegen, wer sich um die Ausstattung der Reiseapotheke kümmert. Ganz wichtig: Ein Medikament gegen Seekrankheit. Schön, wenn man es nicht braucht, aber gut, wenn man es dabeihat. Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor gehört ebenfalls zu Seglers Grundausstattung. Auch, wenn es auf See empfindlich kühl ist, muss die Haut geschützt werden. Brillenträger sollten an eine Ersatzbrille denken. Hilfreich für einen Ausflug mit dem Dinghi an Land ist ein wasserdichter Sack für Portemonnaie und Handy. Ein letzter wichtiger Punkt auf der Packliste sind Ladegeräte und eine Powerbank für den Fall, dass es an Bord nicht genug Steckdosen für die diversen mobilen Endgeräte gibt.

Analog statt digital ist das Buch, das die persönliche Grundausstattung für den Törn komplettiert. Von SeaHelp gibt es eine Auswahl der besten maritimen Klassiker.

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