Regatta: Barcolana – 41 Rettungen bei der größten Regatta der Welt

Barcolana – 41 Rettungen bei der größten Regatta der Welt: Mastbruch

Sie gilt als die größte Regatta der Welt: die Barcolana vor dem italienischen Trieste. Bis zu 1.800 Boote und Yachten nehmen an dem sportlichen Spektakel teil, bis zu 20.000 Segler sind aktiv beteiligt, und an Land gibt es regelmäßig ein großes Seglerfest mit bis zu einer Viertel Million Zuschauern. 2020 musste die Regatta ausfallen – wegen allzu schlechten Wetters. In diesem Jahr waren die Konditionen nicht viel besser, aber die Wettfahrt fand statt – das blieb nicht ohne Folgen. Sea Help war im Dauer-Einsatz.

Nachdem die knapp 1.800 Boote und Yachten im vergangenen Jahr wegen allzu schlechten Wetters im Hafen bleiben mussten, entschied die Regattaleitung der Barcolana in diesem Jahr, die Volks-Wettfahrt, an der jeder teilnehmen kann, stattfinden zu lassen. Eine gewagte Entscheidung, wie sich schon sehr bald herausstellen sollte, denn dieses Mal sah es nicht viel besser aus: die Bora fegte mit bis zu 42 Knoten über den ca. 15 Seemeilen langen Kurs. Angemeldet hatten sich 1.722 Boote und Yachten.

Bei der 53. Auflage gab es viel zu tun für die Retter von Sea Help

Und so gab es viel zu tun für die Sea Help-Retter an der italienischen Adria, die die Wettfahrt mitabsichern halfen. „In diesem Jahr war eindeutig die Bora der Protagonist bei der 53. Auflage der Barcolana“, sagte Enrico Moz von der Einsatzzentrale in Italien. Zwar habe die Wettfahrtleitung kleinere Bootsklassen rechtzeitig vor dem Starkwind von der Teilnahme an der Regatta ausgeschlossen, auch das Rennen der Klasse-2-Yachten sei abgebrochen worden, um Schlimmeres zu vermeiden, trotzdem hätten die Rettungskräfte insgesamt zwölfmal aktiv werden müssen.

„Die an der Regatta teilnehmenden Boote wurden auf Herz und Nieren geprüft und es gab zahlreiche Ausfälle. Insgesamt 41 Personen wurden gerettet“, resümierte Enrico Moz nach der Ausnahme-Wettfahrt. Ein Mann habe eine Kopfverletzung erlitten, eine weitere Person sei über Bord gefallen, und eine Yacht sei sogar gesunken. „Tatsächlich blies es am Golf von Trieste vier Tage lang ununterbrochen, bis die Regatta am Sonntag, den 9. Oktober schließlich um 10.30 Uhr begann“, sagte Moz, da habe der Wind Spitzen bis zu 50 Knoten erreicht.

In diesem Jahr war die Zahl der Einsätze besonders hoch – es gab Ruder- und sogar Mastbrüche

SeaHelp nahm, wie in den Vorjahren auch, an der Barcolana teil, um Hilfe zu leisten und die die Presse zu unterstützen. In diesem Jahr sei die Zahl der Einsätze besonders hoch gewesen, sagt Moz, das sei „kein Wunder unter diesen Bedingungen“, es habe viele Ruderbrüche und auch einige Mastbrüche gegeben. Im Internet kursieren Videos von Großyachten, die kleinere Yachten fast überfahren, und von Maxis, deren Rigg bricht und in sich zusammenfällt – da könne man ungefähr erahnen, wie es auf dem Wasser ausgesehen habe, sagt Moz.

Die Barcolana-Kurs besteht aus einem Viereck mit festen Scheitelpunkten im Golf von Triest mit einer Gesamtlänge von 21 Kilometern. Die Startlinie befindet sich zwischen Barcola und Miramare, während die Ankunft der Yachten vor der historischen Piazza Unità d’Italia erwartet wird. Nach dem Start geht es für 4,3 Seemeilen Richtung 210 Grad bis zur ersten Boje, dann folgt eine kurzes Stück in Richtung 332 Grad. Vor dem Schloss Miramare, zwischen Boje 2 und 3, wird dann auf vier Meilen weitergesegelt, danach geht es dann auf ca. 3,7 Seemeilen entlang der Küste nach Barcola zurück. Der letzte Teil der Wettfahrt beginnt am Faro della Vittoria und führt die Crews direkt ins Ziel.

Bei der Passage der ersten Boje, die nur etwa 15 Minuten nach dem Start erfolgte, gab es noch einen Abstand von 40 Sekunden zwischen Way of Life und Arca SGR, an dritter Stelle passierte Adriatic Europa mit Dusan Puh die Tonne. Die Positionen blieben bis zum Passieren der zweiten Boje unverändert, doch dann brach auf Way of Life beim Amwind-Kurs die Befestigung des Großsegels am Masttopp (Fallenschloss) infolge einer außergewöhnlich starken Windböe.

 

 

Nach spannendem Rennen hieß der Sieger der diesjährigen Barcolana Arca SGR

Arca SGR übernahm die Führung und rettete diese nur 45 Minuten nach dem Start bis ins Ziel hinein – ein großer Sieg, der an der dritten Boje vor dem Schloss von Miramare ausgelassen gefeiert wurde. Für Eigner Furio Benussi war es bereits das fünfte Mal, dass er die Barcolana gewinnen konnte.

Wegen des Starkwindes hatte das Wettfahrtkomitee beschlossen, das Rennen zu verkürzen, um zu vermeiden, dass die Boote den starken Windböen in Barcola ausgesetzt sind. Die Segler von Furio Benussi, Lorenzo Bressani und Stefano Spangaro, alle aus Triest, erreichte das Ziel mit ihrem 100 Füßer, der auch schon beim Sydney-Hobert-Race und beim Rolex Middle Sea Race siegreich war, fast zwei Minuten vor Way of Life, die wieder aufholte und noch den zweiten Platz belegen konnte.

Platz drei ging an die Maxi Jena mit Milos Radonjic, den vierten Platz belegte Adriatic Europa: Dusan Puh flog buchstäblich mit seinem Sechzigfüßer übers Wasser. Als Fünfter kamen Woodpecker Cube von Alberto und Claudia Rossi ins Ziel, die erste Yacht in der Cruiser-Klasse.

Konservative Regatta-Entscheidungen zugunsten der Sicherheit auf See

Furio Benussi von der siegreichen Arca SGR resümierte nach dem Rennen: „tolles Ergebnis, tolle Crew“. Es sei „eine große Genugtuung“, sie seien gegen die Spirit of Portopiccolo gesegelt, die alle für unschlagbar gehalten hätten; „heute haben wir sie geschlagen“. Lorenzo Bressani schätzte das Rennen rückblickend als „sehr anspruchsvoll“ ein.

Sie seien es „mit großer Aufmerksamkeit angegangen“ und hätten viele „konservative Entscheidungen getroffen, um unsere Sicherheit und die der Besatzungen auf See in unserer Nähe“ gewährleisten zu können. Der Start sei „sehr komplex“ gewesen, „aber alle Entscheidungen, die wir getroffen haben, waren richtig“. Immer konzentriert und schnell hätten sie bis zu 27 Knoten Speed erreicht. barcolana.it

 

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