Neue Erkenntnisse der Tankreiniger in Kroatien zu Problemen mit Diesel: Segelboote häufiger von Dieselpest betroffen als Motoryachten

Dieselpest Bekämpfung in Lignano durch MFT Microfiltertechnik
Von Italien bis nach Kroatien machten die Tankreiniger der MFT Mikrofiltertechnik in zahlreichen Marinas halt, um Tanks zu inspizieren und zu reinigen. Hier sind sie in Lignano vor dem SeaHelp-Büro.

Was haben Handhygiene und Tankhygiene gemeinsam? Beide bieten Schutz, aber die Handhygiene schützt vor Viren, insbesondere vor den gefürchteten Corona-Viren, während die Tankhygiene Bootseigner eher vor von Bakterien verursachter Dieselpest bewahrt, die sich liebend gern in Dieseltanks ausbreitet. Besonders dann, wenn diese Tanks in feuchtwarmer Umgebung wie beispielsweise am oder im Wasser gelagert werden, kommt es zu Problemen beim Diesel. Haben sich die Bakterien aber erst einmal im Schiffstank eingelebt und entsprechend vermehrt, hilft nur noch eine professionelle Tankreinigung, wie sie der SeaHelp-Kooperationspartner MFT Mikrofiltertechnik aus Geesthacht ausführt.

Fünf von sieben Seglern hatten Dieselpest an Bord

Die waren jetzt wieder auf einer von SeaHelp initiierten Kroatien-Tour und brachten wenig erstaunliche Ergebnisse mit nach Norddeutschland: 15 Schiffe wurden einer Inspektion unterzogen – von insgesamt sieben inspizierten Segelbooten wiesen fünf so starke Verunreinigungen auf, das sofort auch eine Tankreinigung erfolgen musste. Bei den acht verbliebenen Motorbooten war nur ein Tank stark verkeimt, doch auch die restlichen sieben Tanks wiesen bereits Spuren des bakteriellen Wachstums auf. Derzeit bereitet überlagerter Diesel viele Probleme.

Dieselpest: Bakterien und Alterung

Unter dem Begriff Dieselpest fast man zwei Phänomene zusammen: Einmal die deutlich sichtbare Bildung von Bakterien im Tank, andererseits die nicht sichtbare, aber ebenso gefährliche Kraftstoffalterung, bei der die natürliche Schmierfähigkeit des Dieselkraftstoffs so stark abnimmt, dass es zu kapitalen Motorschäden kommen kann.

Bakterien lieben Feuchtigkeit

Prädestiniert für bakterielles Wachstum und übermäßige Alterung sind insbesondere Dieseltanks auf Freizeitbooten. Durch die Tankbelüftung dringt feuchte Luft in den Dieseltank ein, kondensiert an den Tankwänden und setzt sich als Wasser unten im Dieseltank ab.

An der Trennschicht zwischen Wasser und Kraftstoff bilden sich zwangsläufig Bakterien, deren Wachstum durch die Beimischung von Biodiesel noch weiter gefördert wird. Ihre Hinterlassenschaften setzen sich als dunkle, meist schwarze Gebilde am Tankboden ab. Gerät jetzt der Kraftstoff in Schwingungen, wie sie durch Wellen verursacht werden, lösen sie sich vom Tankboden, geraten in die Kraftstoffleitung und verstopfen den Kraftstofffilter. Der Motor stirbt aufgrund mangelnder Dieselzufuhr ab, und zwar meist in solchen Momenten, in denen es der Skipper überhaupt nicht erwartet. Aber viele Probleme mit Diesel und Dieselpest sind vermeidbar.

 

Dieselpest im Dieselfilter der Yacht
Wenn es so im Kraftstofffilter aussieht, hilft nur noch eine professionelle Reinigung des Tanks und des Kraftstoffsystems.

 

Diesel-Alterung führt zu Motorschäden

Mindestens genauso gefährlich, weil nicht sichtbar, tritt die Alterung des Diesels ein. Begünstigt durch Umwelteinflüsse, wie sie vorwiegend auf Schiffen auftreten, setzt sich schon nach gut zwei Monaten ein chemischer Vorgang unbemerkt in Gang, der die Schmierfähigkeit des Kraftstoffs drastisch herabsetzt.

Tests haben schon nach gut sechs Monaten eine um bis zu 50 % reduzierte Kraftstoffschmierung ergeben, die geeignet ist, empfindliche Diesel-Hochdruckpumpen zu zerstören. Auch SeaHelp musste in letzter Zeit vermehrt Probleme mit Dieselkraftstoffen und Dieselpest bei Einsätzen feststellen.

Problem: Längeres Winterlager durch Corona

Und genau hier liegt das Problem beim Diesel: Wenn Schiffe bis zu sechs Monate im Winterlager liegen, während der Corona-Pandemie sogar bis zu acht Monate und durch fehlenden Verbrauch kein Austausch im Tank stattfindet, bildet das einen hervorragenden Nährboden für Bakterien und weitere chemische Prozesse, die Alterung mangels ausreichender Kraftstoffstabilität hervorrufen. Nicht ohne Grund empfiehlt der Mineralölhandel, handelsüblichen Diesel nicht länger als sechs Monate zu lagern, aber nur unter Luftabschluss, nicht in Diesel Tanks mit Tankentlüftung, wie auf Schiffen üblich.

Bei Bakterienbefall hilft nur Tankreinigung

Hat man die Dieselpest erst einmal im Tank. helfen auch die meisten vollmundigen Versprechen der Additiv-Werbung nichts. Nur eine Tankreinigung kann die hartnäckigen Verklumpungen im Tank nachhaltig beseitigen.

Die Behauptung, eine ausgeprägte Dieselpest würde sich durch Additive auflösen und mit dem Kraftstoff vollständig verbrannt, gehört in den Bereich der „alternativen Fakten“. Lediglich bei einem ersten Anflug von Bakterienbesatz kann eine Schockdosierung helfen. Das Problem dabei: Für die Eigner ist es schwer, die Grenze auszuloten, wie stark die Verkeimung im Diesel Tank bereits fortgeschritten ist.

 

Dieselpest: Serviceöffnung erleichtert zukünftig die Reinigung
Mit einer Serviceluke, die nachträglich in den Tank geschnitten wurde, lässt sich der Kraftstoff deutlich besser auf Dieselpest untersuchen.

 

Wirksame Vorbeugung durch Additive

Was aber immer hilft, Problemen mit dem Diesel vorzubeugen: Mit jedem Tankvorgang eine entsprechende Menge eines wirksamen Dieselschutz-Additivs in den Tank geben, um bereits kleinste Ansammlungen an Bakterien zu töten und gleichzeitig die Stabilität des Diesel-Kraftstoffs zu verbessern.

Grotamar, Liqui Moly und ERC schnitten sehr gut ab

Doch nicht alles, was die Industrie auf den Markt bringt, hilft wirklich. Um die Spreu vom Weizen zu trennen, hat die SeaHelp-Redaktion umfangreiche Tests durchgeführt, deren Ergebnisse in einem der nächsten Beiträge veröffentlicht werden. Soviel kann aber schon verraten werden: Die „Platzhirsche“ der Spezial-Additive, die gegen Dieselpest und Dieselalterung wirken, konnten diese Wirkung im Test in einem anerkannten, unabhängigen Labor auch bestätigen. Sie hören auf die Namen Grotamar, ERC Diesel Plus und Liqui Moly Dieselschutz.

Segler sollten Dieselpest besondere Aufmerksamkeit widmen

Die Kroatien-Tour der Tankreiniger bringt es eindeutig an den Tag: Dieselpest und Dieselalterung sind ein Problem, das die Eigner künftig wohl noch deutlich stärker beschäftigen wird. Insbesondere waren die Tanks von Segelschiffen betroffen, was letztlich auch nicht weiter verwundert: Hier lagert der Diesel-Kraftstoff lange, teilweise bis zu zwei Jahre, im Tank und ist ständig wechselnden Temperaturen ausgesetzt. Die sogenannte Tankatmung befördert mit Feuchtigkeit gesättigte Umgebungsluft in den Tank, die in Form von Wasser an den Tankwänden kondensiert und beste Bedingungen für bakterielles Wachstum schafft.

Motoryachten mit weniger Problemen

Doch auch Eigner von Diesel betriebenen Motoryachten sollten sich nicht einfach zurücklehnen: Längere Standzeiten im Winterlager, bedingt durch die COVID-19 Pandemie, führen ebenfalls zu höherer bakterieller Belastung, weil schlicht und ergreifend nicht nachgetankt wurde und kein Austausch im Diesel Tank stattfand.

Nicht nur Handhygiene – auch mal Tankhygiene

Der SeaHelp-Rat: Widmen Sie doch ihrem Tank ein wenig mehr Aufmerksamkeit, insbesondere als Segler, aber auch dann, wenn sie eine Motoryacht besitzen. Deren empfindliche Injektoren blasen mit bis zu 2500 bar den Diesel ein und da können selbst kleinste Verunreinigungen an den Injektoren enormen Schaden anrichten.

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