Hochwasser: Land unter in Kroatien

Hochwasser – Land unter in Kroatien, schwere Überschwemmungen

An der Adriaküste Kroatiens gab es nach Regenfällen schwere Überschwemmungen, Politiker sprechen sogar von einer Naturkatastrophe mit vielen überfluteten Kellern und Zerstörungen. Verstärkt wird die problematische Hochwasser-Situation vor Allem durch den aktuell stark wehenden Jugo.

Die Nachrichten überschlugen sich: am 18.11.2022 meldete Wetter Online ein Schweres Unwetter und Sturzfluten in Kroatien. Danach habe es an der Adriaküste Kroatiens nach Regenfällen massive Überschwemmungen gegeben, und für die Folgetage sagte der Wetterdienst weitere Unwetter voraus.

Auch die beliebten Ulaubsregionen seien betroffen gewesen: Am schlimmsten getroffen habe es den Ort Novi Vinodolski unweit von Rijeka an der Adriaküste. Dort seien am vergangenen Freitag früh Regenmassen durch die Straßen geflossen, zahlreiche Keller seien geflutet worden, und Fahrzeuge seien im Wasser „steckengeblieben“. Berichte über Verletzte habe es jedoch „bisher nicht“ gegeben.

In Novi Vinodolski waren mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit gefallen

Laut dem Bürgermeister seien in Novi Vinodolski mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter in kurzer Zeit gefallen, Wetter Online teilte auf seiner Seite mit, dass nach einer Regenpause am vergangenen Freitag am Samstag mit einem kleinen Mittelmeertief weiterer teils kräftiger Regen zu erwarten sei.

Die Wettermodelle hätten danach bis Sonntagmorgen noch einmal rund 100 Liter Regen pro Quadratmeter angezeigt. Die Böden seien bereits gesättigt, sodass Überschwemmungen vorprogrammiert seien.

Verstärkt wird die problematische Situation in Kroatien vor Allem durch den aktuell stark wehenden Jugo

Auch die Mitarbeiter der SeaHelp-Zentrale in Punat bestätigten am Dienstag schwere Regenfälle, die zu Überschwemmungen in der Region geführt hätten. Verstärkt werde die problematische Situation aber vor Allem durch den aktuell stark wehenden Jugo, sagt SeaHelp-Geschäftsführer Wolfgang Dauser, der das Meer nach Norden treibe und den Wasserstand damit zusätzlich ansteigen lasse.

 

Hochwasser Kroatien: Schwere Überschwemmungen - Punat

 

Der Südwind Jugo, neben der Bora einer der Hauptwinde an der Adria, ist vielen bekannt als Schirokko, oder Scirocco (kroat. široko oder šilok). Der Jugo baut sich für gewöhnlich nach und nach auf; erst nach einiger Zeit erreicht er seine volle Stärke. Wie jetzt im Winter kann man den starken Wind überwiegend an der Südadria beobachten. Er bringt typischerweise warme Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Wegen des fallenden Drucks brauen sich dabei oft regnerische Gewitter zusammen.

Vor allem diesem Windphänomen sei es zu verdanken, dass der Wasserpegel in den Häfen und im Uferbereich aktuell stark angestiegen sei, heißt es aus der SeaHelp-Zentrale; Fotos zeigen, dass das Wasser teilweise über die Uferbefestigungen geschwappt ist und die Boote und Yachten teilweise „auf Augenhöhe mit den vorbeifahrenden Pkw“ im Wasser an den Festmacherleinen schwoien.

 

Hochwasser Kroatien: Schwere Überschwemmungen

 

Am Morgen des 19.11. waren bei der Feuerwehr etwa 200 Anrufe aus Malinska und Dobrinja wegen des Hochwassers eingegangen

Solche Überschwemmungen habe es seit mindestens einem halben Jahrhundert nicht mehr gegeben, zitierte kroatien-nachrichten.de den Kommandanten der öffentlichen Feuerwehr der Stadt Krk, Goran Grubišić. Grubišić berichtete in dem Artikel weiter, dass die Feuerwehrleute am Morgen des 19.11. etwa 200 Anrufe aus dem Gebiet der Gemeinden Malinska und Dobrinja erhalten hätten, und dass es daraufhin etwa siebzig Einsätze der Feuerwehr gegeben habe.

Am schwierigsten sei die Situation im Zentrum von Malinska und Vantačići gewesen, da es dort die „tiefsten Punkte“ gegeben habe, die überflutet worden seien. Straßen seien in Malinska und im Gebiet der Gemeinde Dobrinj beschädigt worden, wo die Überschwemmungen in Šilo, Klimno und Soline die größten Schäden verursacht hätten.

Gemeinderat Malinska-Bogovići sprach von einer Naturkatastrophe und warnte die Bürger

Wie kroatien-nachrichten.de weiter meldet, habe der Gemeinderat Malinska-Bogovići in diesem Zusammenhang von einer Naturkatastrophe gesprochen und eine Warnung herausgegeben. Die Bürger sollten sich keinem Risiko aussetzen und Unfälle der Feuerwehr melden, man solle nach seinen Nachbarn schauen, überprüfen, ob alle Türen gut verschlossen seien und – wenn es die Situation erlaube – die Straßen und Wege vor den eigenen Häusern säubern helfen. Generell sei es jedoch besser, zu Hause zu bleiben.

Auch über dem Velebit habe es starke Regenfälle gegeben, teilte kroatien-nachrichten.de in einer weiteren Meldung vom 21.11. mit; die Schlucht Velika Paklenica habe sich daraufhin in einen „reißenden Strom“ verwandelt; der vormalige Bach habe sich „aus seinem Bett ergossen und alles vor sich her“ getragen; der Schaden müsse noch ermittelt werden.

Auch materieller Schaden im Naturpark Velebit ist groß, Wanderwege und Rastplätze sind beschädigt

Fest stehe jedoch, dass der Regensturm Wanderwege, Rastplätze und sogar Wasserleitungen beschädigt habe, die freigelegt worden seien, nachdem alles um sie herum vom angeschwollenen Bach weggespült worden sei. Der Führer im Nationalpark Paklenica, Ante Zuanović, wurde mit den Worten zitiert, dass der materielle Schaden „groß“ sei. Aktuell stehe den Besuchern nur ein eingeschränktes Angebot an Dienstleistungen zur Verfügung; das Besucherzentrum der unterirdischen Stadt Paklenica sei geschlossen.

Bereits am 25.10.2022 hatte das Nachrichtenportal gewarnt, dass kroatische und italienische Wissenschaftler davor gewarnt hätten, dass die Adria „in großen Schwierigkeiten“ sei. Die Wissenschaftler, welche auf dem Gebiet der Klimaforschung und -anpassung entlang der Adriaküste arbeiten würden, hätten letzte Woche in Split „ernsthafte Warnungen“ ausgesprochen.

Meeresspiegel im Mittelmeerraum ist stark vom Abschmelzen der Eiskappen betroffen; weiterer Anstieg wird erwartet

Forschungen hätten gezeigt, dass der Anstieg des Meeresspiegels im Mittelmeerraum, einschließlich der Adria, am stärksten vom Abschmelzen der Eiskappen und der sich dadurch verändernden Dynamik des Nordatlantiks betroffen sei, wird in dem Beitrag Dr. sc. Natalija Dunić vom Institut für Meereskunde und Fischerei zitiert; der Meeresspiegel sei bereits angestiegen, und der Oberflächensalzgehalt der Adria nehme ebenfalls zu, warnte Dunić. Die Frage sei, „ob wir bis zum Ende dieses Jahrhunderts einen Anstieg des Meeresspiegels um 30 oder 80 cm erleben werden“.

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