Deutlich zu schnell in der Uferzone: Bootsunfall bei Rovinj: Schwimmer tot, deutscher Skipper in Haft

Rovinj - Istrien - Kroatien: tödlicher Unfall, Motorboot gegen Schwimmer
Immer wieder kommt es an den Stränden der Adria zu Begegnungen von Motorbootfahrern, Jetskifahrern und Schwimmern. Deshalb ist es lebensgefährlich für Schwimmer und Taucher, wenn sich die Freizeitkapitäne nicht an die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen (Schrittgeschwindigkeit) in der Zone bis 300 Meter vom Uferbereich halten.

Bei einem Bootsunfall in der kroatischen Skaraba-Bucht bei Rovinj überfuhr am Nachmittag des 10. August 2020 ein deutscher Skipper mit seinem Motorboot einen ebenfalls aus Deutschland stammenden 26-jährigen Schwimmer, der daraufhin noch am Unfallort verstarb.

Ein SeaHelp-Mitglied, das den Unfall direkt mit ansehen musste und auch Erste Hilfe leistete, wandte sich mit einem dringenden Appell an die SeaHelp-Redaktion, diesen tragischen Zwischenfall zum Anlass zu nehmen, alle Skipper und Jetski-Fahrer nochmals zu sensibilisieren, innerhalb der 300-Meter-Zone die in Kroatien gesetzlich vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit einzuhalten und besondere Obacht auf Schwimmer und Taucher zu geben.

Schwimmer übersehen

Was war passiert: Nach Schilderungen des Mitglieds, dessen Name nicht genannt werden soll aber natürlich der Redaktion bekannt ist, war ein offensichtlich frisch verliebtes Pärchen, er 26 Jahre alt, sie 24 Jahre alt, nach Rovinj gereist, um am Tag des tödlichen Unfalls den Geburtstag der Freundin des Opfers in Kroatien zu feiern. Gegen 16.00 Uhr wollte das spätere Opfer noch einmal eine Runde schwimmen, die Freundin blieb an Land.

Havarieort: Skaraba-Bucht bei Rovinj

Dann nahm dann das Unglück seinen Lauf. Etwa zur gleichen Zeit machten sich drei Personen, die auf ihrem Sportboot (Länge fünf bis sechs Meter) den Nachmittag bei schönstem Sonnenschein in der Skaraba-Bucht verbracht hatten, auf den Weg, um diese zu verlassen.

 

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Dramatische Schilderung des SeaHelp-Mitglieds und Unfallzeugen

Hier an dieser Stelle geben wir die Schilderung des SeaHelp-Mitglieds in voller Länge wieder. Sie sollte auch nach dem Willen des Unfallzeugen eine ausdrückliche Warnung an all diejenigen darstellen, die sich nicht an die Regeln halten.

Von seinem Boot aus konnte das Mitglied beobachten und hören, wie der Motor gestartet wurde. Der Unfallverursacher manövrierte sein Sportboot recht „sportlich“ aus der Bucht heraus und fuhr noch einen Bogen. Wörtlich dann: „Als ich mich noch wunderte, warum der soviel Gas gibt, obwohl der Motor noch kalt ist, hörte ich bereits einen lauten Schlag. Mir war sofort klar: Da muss etwas passiert sein. Kurz darauf vernahm man auch schon ein Stöhnen.“ Das Motorboot war mit einer Geschwindigkeit von ca. 30 bis 40 km/h mit dem Schwimmer kollidiert.

Schwimmer verstarb am Unfallort

Das Mitglied begab sich sofort zum Havarieort, setzte einen Mayday-Ruf ab. In der Zwischenzeit war auch schon ein sich zufällig am Stand befindlicher Arzt zur Unfallstelle geschwommen, um die Erste-Hilfe-Maßnahmen zu unterstützen. Da allerdings für den Krankentransport keine Möglichkeit bestand, auf See hinaus zu fahren, wurde das Opfer ausgerechnet mit dem Boot des Unfallverursachers zunächst an Land gebracht. Die Rettungsmaßnahmen blieben bedauerlicher Weise vergeblich, der 26-jährige deutsche Schwimmer verstarb nach der Kollision mit dem Sportboot noch am Unfallort.

Deutscher Unfallverursacher in Haft

Welche Folgen dieses unverantwortliche Verhalten des ca. 60-jährigen deutschen Skippers nach sich zog, sei hier nochmals ausdrücklich und als Warnung dargestellt. Der Bootsführer wurde sofort inhaftiert, das Boot beschlagnahmt und der Verursacher wartet wohl aller Wahrscheinlichkeit in einem kroatischen Gefängnis auf seinen Prozess.

Freundin musste an ihrem Geburtstag tödlichen Unfall mit ansehen

Die 24-jährige Freundin des Opfers musste an ihrem Geburtstag quasi mit ansehen, wie ihr Freund von einem Motorboot überfahren wurde und erhielt noch am Strand die Nachricht, dass er an den Folgen des Unfalls verstorben sei. Mehr Leid kann ein unbedachter Umgang mit einem Sportboot wohl kaum hervorrufen.

Motorboot- und Jetskifahrer oft zu schnell

Doch damit ist die tragische Geschichte längst noch nicht am Ende: Kurz nach dem tödlichen Unfall in der Skaraba-Bucht musste das Mitglied eine weitere Beinahe-Kollision zwischen einem Jetski-Fahrer und einem Schwimmer beobachten. Nach seiner Schilderung fuhr der besagte Jet-Ski-Fahrer fast mit Höchstgeschwindigkeit an einem Schwimmer vorbei, die Entfernung betrug weniger als einen Meter.

Eindringliche Warnung: Geschwindigkeitsbeschränkungen beachten

Seine eindringliche Warnung an alle Wassersportler sinngemäß: Für Schwimmer, Taucher, Motorbootfahrer, Segler und Jetski-Fahrer bietet die Adria mehr als genug Platz, wenn man sich an die Regeln hält. Schrittgeschwindigkeit im Abstand bis zu 300 Metern zur Küste und dabei besonders auf Schwimmer und Taucher sowie Schnorchler achten, kann so tragische Unfälle wie diesen wirkungsvoll verhindern und den Betroffenen, also Unfallverursacher, Unfallopfer und deren Angehörigen viel Leid ersparen.

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