Vorbereitung für das Winterlager: Sauber, leer und gepflegt

Boote und Yachten im Winterlager an Land

Bevor sich unsere Schiffe in den Winterschlaf in warme Hallen oder unter große Planen zurückziehen, müssen sie auf die Segelpause gut vorbereitet werden. SeaHelp hat die wichtigsten Punkte zusammengestellt, die vor dem Einwintern im Winterlager beachtet werden müssen

Vorräte ausräumen

Nicht nur verderbliche Lebensmittel sollten zum Ende der Saison von Bord geräumt werden, sondern auch alle Gewürze, Reis, Nudeln und Konserven. Das schützt nicht nur vor ungewollten Schädlingen an Bord, die sich unbemerkt in den Wintermonaten im Winterlager von Reis, Makkaroni und Gummibärchen ernähren, sondern schafft auch Platz für alle anstehenden Pflege- und Reparaturarbeiten. Klare Ausnahme: Getränke. Müssen auf jeden Fall an Bord bleiben, wenn Eigner und Crew am Wochenende in Ruhe am Schiff herumpuzzeln wollen.

Treibstofftank leeren

Aufgrund der Brandgefahr fordern viele Hallenvermieter, dass der Treibstofftank der Schiffe im Winterlager bis auf ein Minimum geleert wird. Aber es gibt noch einen weiteren Grund, möglichst nicht mit einem gut gefüllten Tank die Saison zu beenden: Dieselpest. Eine Verschleimung des Kraftstoffs, die entsteht, wenn er lange im Tank bleibt und die vor allem im Mittelmeer in den letzten Jahren zugenommen hat. Das Ergebnis ist ein hustender, stockender Motor, der im schlimmsten Fall ohne Vorwarnung seinen Dienst versagt. Oft hilft dann nur eine professionelle Tankreinigung.

Also besser zur neuen Saison frisch tanken und vorsorglich immer ein Additiv auf Bio-Oxazolidin-Basis zufügen.

Wer sein Schiff nicht in einer Halle, sondern an Land stehend oder im Wasser liegend überwintern lässt, muss den Tank nicht unbedingt leeren. Alternativ kann der Tank auch randvoll gefüllt werden, um eine Kondenswasserbildung im Winterlager zu verhindern.

SeaHelp Tipp: Den Tank vor der Winterpause so gut wie möglich leerfahren bzw. entleeren und im Frühjahr vor der Neubetankung reinigen lassen. Oder, wenn der Tank während der Wintermonate im Winterlager vollgefüllt ist, auf jeden Fall immer ein biozidhaltiges Additiv (z.B. Grotamar82) dazu geben.

 

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Wassertank leeren

Frischwasser, das über Monate in den Tanks steht, fängt nicht nur an zu gammeln, sondern dehnt sich bei Frost aus. Die Folge: Kaputte Leitungen. Also lieber: Wasser raus.

Zudem sollte auch das Wasser aus dem Boiler abgelassen und die Sicherung herausgenommen werden.

SeaHelp Tipp: Zum Saisonstart, wenn Schiff und Boiler wieder genutzt werden sollen, unbedingt daran denken, dass Gerät erst nach dem Füllen und Entlüften einzuschalten, sonst brennt der Heizstab durch!

Und wo wir schonmal beim Thema leer machen sind…auch der Fäkalientank sollte unbedingt vor dem Einlagern ins Winterlager noch einmal fachmännisch geleert und gesäubert werden!

Matratzen und Polster hochstellen

Im Idealfall lagern alle Polster frisch gewaschen, trocken und beheizt auf dem Dachboden oder im Keller. Aus Platzgründen bleiben sie aber meist an Bord. Um Feuchtigkeit und Spakflecken zu vermeiden, sollten die Bootspolster hochkant in eine Kabine gesammelt aufgestellt werden, damit ein wenig Luftraum für die notwendige Zirkulation bleibt.

Im Winterlager Innenraum nicht hermetisch abriegeln

Wo die Luft nicht zirkulieren kann, sammelt sich schnell Feuchtigkeit. Die Folge: Schimmel. Also immer für einen leichten Durchzug im Schiff sorgen und wenn nötig Luftentfeuchter aufhängen. Wenn es doch einmal zu Stockflecken oder Schimmelbildung kommt, hilft ein Schimmel-Ex Spray. Es verhindert unangenehme, muffige Gerüche und schützt nach Verwendung vor einem Neubefall. Darüber hinaus kann es auch zum Desinfizieren von WCs und Sanitäranlagen eingesetzt werden.

Rettungswesten, Insel & Co – ab zum Service

Bevor die Rettungswesten eingemottet werden, sollten sie mit klarem Frischwasser gereinigt werden. Und dann verrät ein Blick auf die Prüfplakette, wann die Lebensretter wieder gewartet werden müssen. Und die Feuerlöscher vielleicht auch?

Frisch gespültes Tauwerk

Das Salz und der Dreck der Saison müssen runter – das gilt auch für Tauwerk. Nach dem Trocknen werden Leinen und Schoten in großen Buchten aufgeschossen und an einem trockenen Ort aufgehängt. Wer alles in einen großen Beutel hineinstopft, riskiert nicht nur ein großes Wuhling, sondern auch, dass sich durch Restfeuchtigkeit Schimmel bildet.

Sauberer Rumpf

Kommt das Schiff aus dem Wasser und hängt im Kran, sieht man meist erst, wie angegraut oder auch gelblich der Rumpf über die Saison geworden ist. Mit einem Hochdruckreiniger, der aber nicht zu hart eingestellt sein darf, lassen sich der gröbste Dreck, Algen und Muscheln gut entfernen.

Um das Antifouling nicht zu beschädigen, darf die Düse aber nicht zu nah an den Rumpf gehalten werden! Wer anschließend seinen Rumpf noch einmal abwaschen möchte, muss das an einem speziellen Waschplatz tun, wo das abfließende Wasser gesondert aufgefangen wird. Dazu gibt es spezielle GFK-Reiniger, die Gelcoat und Lackoberflächen gründlich reinigen. Neben allgemeinen Verschmutzungen entfernen sie auch Wachs, Öl und Fett. Dabei sollte zur Reinigung nie heißes Wasser verwendet werden, da die Bootsmaterialien, vor allem GFK und Antifouling, nicht für extreme Hitzeeinwirkungen gemacht sind.

Der unschöne Gilb am Bug, einer gelben Welle ähnlich, entsteht durch harmlose, im Wasser enthaltene Mikroorganismen. Mit einem speziellen Anti Gilb lässt sich diese Verfärbungen einfach entfernen.

Yachten, die über Winter im Wasser gelassen werden, müssen sorgsam auf die segelfreien Wochen oder Monate vorbereitet werden. Alle Seeventile müssen geschlossen und Fender ganz unten am Relingsfuß befestigt werden, damit durch die ständige Bewegung des Schiffes die Reling nicht beschädigt wird.

Die Festmacherleinen dürfen nicht zu stark gespannt werden, sonst scheuern sie stark und können reißen. Um zu vermeiden, dass über die Leinen Nagetiere an Bord gelangen, helfen spezielle Scheiben, die auf die Festmacher gesteckt werden und die Tiere am Darüber laufen hindern.

Der Landanschluss der Stromversorgung wird über die segelfreie Zeit auch abgenommen, die Batterien sollten aber alle drei bis vier Wochen geladen werden, um eine komplette Entladung zu vermeiden. Oft bieten Marinas an, diesen Service für ihre Kunden zu übernehmen.

SeaHelp Tipp: Eine an Deck installierte Mini-Photovoltaik-Anlage sorgt dafür, dass immer eine Erhaltungsladung sichergestellt ist.

Um Verschmutzungen und Schäden an Deck zu vermeiden, empfiehlt sich die Investition in eine große Winterpersenning, die weite Teile des Schiffes abdeckt.

Kleine Schäden selbst spachteln

Mit ein bisschen Übung lassen sich kleine Macken am Rumpf oder auf den GFK-Aufbauten selbst reparieren. Für kleine Gelcoatschäden im Über—und Unterwasserbereich gibt es Gelcoat Repair Kits mit detaillierten Anleitungen. Die kleinen Dosen enthalten Gelcoat, Härter, Schleifpapier, Klebeband, Spachtel und selbsttrennende Folie, so dass man kein weiteres Zubehör kaufen muss.

Antifouling erneuern

Warum bis zum nächsten Frühjahr warten, wenn die Temperaturen jetzt ideal sind, den Anstrich des Unterwasserschiffes zu erneuern?

Wer sich das mühevolle Abschleifen der alten Farbschichten ersparen möchte, verwendet einen Antifouling Stripper. Mit diesem Antifouling Entferner werden innerhalb kürzester Zeit die Antifouling-Schichten so stark angelöst, dass sie mühelos mit einem Spachtel abgezogen werden können. Ist der Rumpf anschließend gereinigt und getrocknet, kann das neue Antifouling aufgetragen werden.

SeaHelp Tipp: Jedes Antifouling hat eine andere Zusammensetzung, daher unbedingt die Verarbeitungshinweise des Herstellers beachten. Es gibt Antifoulings, die innerhalb von zwölf Stunden nach dem Aufragen ins Wasser müssen. Diese eignen sich eher für Yachteigner, die sich direkt vor dem Start in die neue Saison um das Unterwasserschiff kümmern.

Pflege für den Tender

Bevor die Luft aus den Schläuchen des kleinen Gummibootes, das meist die gesamten Sommermonate an Deck oder im Schlepp der Yacht treue Dienste geleistet hat, abgelassen wird, sollte das Boot mit Frischwasser gespült und anschließend mit einer milden Seifenlaufe oder einem speziellen Schlauchbootreiniger gesäubert werden. Vor allem Öl- und Teerflecken müssen sorgfältig abgewaschen und die Ventile gespült werden! Anschließend sollten die Schläuche gründlich nach kleinen Schäden untersucht werden.

Ist alles trocken und heil, kann das Boot bis zur nächsten Saison verstaut werden. Kleine Dinghis haben oft einen stabilen Sack, in den sie – nachdem die Luft abgelassen ist – eingepackt werden. Größere Ribs überdauern die Wintermonate am besten mit halb aufgepusteten Schläuchen auf einem Hänger, Slipwagen oder einer passenden Stellage im Winterlager.

SeaHelp Tipp: Rechtzeitig den Motoren-Service buchen und durchführen lassen! Hauptmotor, Dinghi-Außenborder und Stromgenerator sollten im Herbst eine Serviceuntersuchung bekommen. So werden poröse Dichtungen oder O-Ringe schnell erkannt und ausgetauscht, so dass kein Salzwasser ins Getriebe eindringen kann. Auch der Ölwechsel sollte schon im Herbst erfolgen. Für das Frühjahr stehen dann nur noch der Check oder Austausch von Keilriemen, Impeller und Treibstofffilter auf der To-Do-Liste.

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