Immer den richtigen Spruch parat: „Auf jedem Schiff, das schwimmt und segelt“

Sprüche und Weisheiten für Segler: SeaHelp Top 10

…ist einer, der die Sache regelt.“ So, oder auch so ähnlich. Abwandlungen des beliebten Spruches gibt es viele. Doch nicht nur dieser Spruch begleitet Seglerinnen und Segler an Bord. SeaHelp hat 10 Sprüche, kluge Zitate und Weisheiten mit Interpretationen zusammengestellt, für die es an Bord immer eine passende Verwendungsmöglichkeit gibt. Einige eher lustig, andere mit so viel philosophischem Tiefgang, dass man sie auch beim Smalltalk an Land einsetzen kann.

Sprüche, Zitate und Weisheiten für Segler

Spruch  1

„Eine Yacht ist eine Yacht, zwei Yachten sind eine Regatta“

(Seglerweisheit, Verfasser unbekannt)

Diese Situation hat wohl jeder schon einmal auf See erlebt. Kaum taucht ein potenzieller Gegner am Horizont auf, wird an der Performance des Schiffes gearbeitet. Die Segel werden getrimmt, die gemütlich in der Sonne dösende Crew zum aktiven Ausreiten oder zumindest Hängen auf der Kante aufgefordert. Das durchgelattete Rollgroßsegel wird zum brettharten Segel, der Stand der ausgeleierten Rollgenua genau geprüft. Vielleicht noch ein wenige mehr Spannung aufs Vorstag? Auch der geduldig steuernde Autopilot muss eine Pause einlegen, nun ist Steuern ganz klar Chefsache. Und der ruht nicht eher, bis der Gegner im Kielwasser klein und kleiner wird. Erst dann ist es wieder erlaubt, mit einem kleinen Schrick in den Schoten die gemütliche Fahrt fortzusetzen.

Spruch 2

Der Pessimist klagt über den Wind,
der Optimist hofft, dass er dreht,
der Realist richtet das Segel aus.

(Sir William Ward, 1837 – 1924)

Eine Lebensweisheit, die nicht nur auf See gilt, sondern als idealer Wegbegleiter fürs ganze Leben. Denn: Das Leben ist weder ein Wunschkonzert noch ein Ponyhof, also besser alles pragmatisch annehmen, wie es ist, anstelle zu lamentieren oder sich „was wäre wenn Träumen“ hinzugeben. Und an Bord? Sollte man tunlichst seine Segelstellung den aktuellen Windbedingungen anpassen, sonst verliert man mindestens die Regatta gegen das zufällig den Weg kreuzende zweite Tourenschiff (s. Spruch 1). Und wenn durch Winddreher das geplante Törnziel nicht mehr zu erreichen ist, gilt es spontan einen anderen Hafen anzusteuern.

Spruch 3

„Scheint die Sonne auf das Schwert, macht der Segler was verkehrt“

(Jollenseglerweisheit)

Die maritime Antwort auf „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen“. Wer mit seiner Jolle kentert und das Schwert Richtung Sonne steckt, weiß zweifelsohne auch ohne diesen spöttischen Spruch, dass die Kenterung vermeidbar gewesen wäre. Wäre…Aber – und da sind wir schon bei dem nächsten noch von den Großeltern übernommenen Spruch für alle solche Missgeschicke: „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“. Daran schließt an „Übung macht den Meister“.

Spruch 4

In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein
über die Dinge, die du nicht getan hast,
als über die Dinge, die du getan hast.
Also löse die Knoten, laufe aus dem sicheren Hafen
aus und erfasse mit deinen Segeln die Passatwinde.

(Mark Twain, 1835 – 1910)

Klingt schwärmerisch und träumerisch, was der Erfinder von Tom Sawyer und seinem best buddy Huckleberry Finn niederschrieb. Hat aber einen sehr wahren Kern, den man auch kurz und knapp mit „Carpe Diem“ zusammenfassen kann: Seglerische Reisepläne und große Exkursionen sollte man nicht auf ein unbestimmtes Irgendwann verschieben, sondern die nächste Gelegenheit beim Schopfe packen und nutzen. Wir wissen alle nicht, was die Zukunft bringt. Und all die schönen Erinnerungen und Reiseerlebnisse, für die wir auf der Bucket List des Lebens einen glücklichen Haken machen können, kann uns keiner mehr nehmen. Und wenn es eine Atlantiküberquerung auf der legendären Barfußroute im Passat ist, der einen beständig in Richtung Karibik treibt.

Spruch 5

Navigation ist, wenn man trotzdem ankommt.

(Verfasser unbekannt)

Als noch nicht jedes Smartphone peinlich genau darüber Auskunft geben konnte, wo man sich gerade befindet, gab es noch den Witz mit der Brötchentüten-Navigation. Wenn man nicht genau wusste, in welchem Hafen man am Abend im Dunklen festgemacht hatte, schaute man nach dem morgendlichen Einkauf beim Bäcker auf die Aufschrift der Tüte. Aber auch heute, in Zeiten digitaler Karten, GPS und Autopilot, ist korrekte Navigation zuweilen mehr als Glückssache. Vor allem, weil nur zu gerne vergessen wird, die Zoomfunktion zu nutzen. Mit einer zu kleinen Einstellung wachsen nicht nur plötzlich Steine aus dem scheinbar tiefen blauen Wasser und verschwinden gefährliche flache Stelle ganz, sondern sind auch Ankerbuchten und romantische kleine Häfen nicht mehr zu erkennen.

Spruch 6

Es gibt keinen günstigen Wind für den, der nicht weiß, in welche Richtung er segeln will.

(Wilhelm von Oranien-Nassau, 1533 – 1584)

Da hat der niederländische Staatsmann und Feldherr, auch bekannt als „Wilhelm der Schweiger“, einen sehr wahren Satz geprägt, der für das gesamte Leben gilt. Wer nicht weiß, was er will und welche Ziele er verfolgt, kann noch so eifrig an den Segeln zuppeln, er wird keinen Erfolg haben. Also: Erst Kurs abstecken, dann Segel setzen. Und entscheiden, ob Gennaker oder Sturmfock angebracht sind.

Spruch 7

„Es gab bislang keinen bedeutenden Mann, der sein ganzes Leben auf dem Festland verbrachte.“

(Herman Melville, 1819 – 1891)

Mit diesem klugen Satz hat Hermann Melville, geistiger Vater des Moby Dick, jedem, den es auf See zieht und der zu Hause nach Argumentationshilfen sucht, eine Steilvorlage geliefert. Denn wie bitte schön, Schatz, soll man (beruflichen) Erfolg haben, wenn man nicht (mit den Jungs) auf Törn gehen darf? Wer Melville zitiert, hat den Freifahrtschein für einen Kurztörn oder auch ein Sabbatical unter Segeln, kann da zur Ruhe kommen, seine Gedanken ordnen und mal so richtig den Kopf frei bekommen.

Spruch 8

„Wind und Wellen sind immer auf der Seite des besseren Seefahrers.“

(Edward Gibbon, 1737 – 1794)

Damit lässt sich jede Niederlage bei einer Regatta erklären. Der andere kann nicht nur gut segeln, nein, auch Wind und Wellen haben sich nur zu seinem Vorteil bewegt. Also eigentlich kann man gar nichts für sein schlechtes Abschneiden. Dazu passt, dass auch auf unterschiedlichen Revieren und bei verschiedenen Witterungsbedingungen beständig die gleichen Namen ganz oben auf den Ergebnislisten stehen.

Spruch 9

“Über den Wind können wir nicht bestimmen, aber wir können die Segel richten”

(Die Winkinger, oder vielleicht doch Aristoteles?)

Egal, wer nun tatsächlich die Urheberrechte für diesen Spruch reklamieren kann, der griechische Philosoph Aristoteles oder doch die unerschrockenen Seefahrer – mehr Weisheit in einem Satz geht kaum. Und lässt sich auf nahezu alle Lebensbereiche übertragen. Denn wenn wir die äußeren Gegebenheiten nicht ändern können, müssen wir mehr machen, als uns mit der Situation zu arrangieren. Wir müssen das Beste daraus machen, den Kurs neu abstecken und die Segel für ein Maximum an Speed neu trimmen.

Spruch 10

„Auf jedem Schiff, das schwimmt und segelt,
ist einer, der die Sache regelt“

(Verfasser unbekannt)

Die Versionen dieses Spruches sind vielfältig und nicht immer jugendfrei, doch gehört er quasi zur sprachlichen Grundausbildung jedes Wassersportlers. Und macht deutlich, dass es in einer fröhlichen Feriencrew häufig wie an Land ist: Einer kümmert sich und hat alle organisatorischen Fäden in der Hand. Das muss nicht zwangsläufig der Skipper sein. Man muss nur aufpassen, dass nicht einer alles macht, während alle anderen schon längst gemütlich in der Sonne dösen. Sonst hat der Kümmerer endlich Gelegenheit, seinen Lieblingsspruch herauszuhauen: „Ich tue gerne was für alle, aber bitte nicht allein.“

 

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