Tanken bei laufendem Motor: Brand im Stadthafen Medulin zerstörte sechs Boote

Mehrere Boote vielen einem Brand / Feuer im Stadthafen Medulin z
Unachtsamkeit war offenbar die Ursache eines Brandes im Stadthafen Medulin, der letztlich auf sechs Boote übergriff. Sie brannten aus. Der Schaden dürfte im hohen fünfstelligen bzw. sechsstelligen Bereich liegen.

Ein Ärgernis für alle Touristen, nicht nur Wassersportler im istrianischen Medulin: Seit fünf Tagen dümpeln im flachen Wasser an der Uferpromenade des Stadthafens die Wracks mehrerer ausgebrannter Boote. Plastikteile schwimmen im Wasser, es riecht nach verbranntem Plastik und Öl tritt ungesichert aus. Offensichtlich fühlt sich niemand zuständig, nach einem Brand im Stadthafen Medulin am 26. August 2021, dem sechs Boote zum Opfer fielen, die Wracks zu beseitigen.

 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Das Video, das während des Brandes im Stadthafen Medulin gedreht wurde, lässt erahnen, welche Kraft das Feuer entfachte.

 

Tanken aus Kanister bei laufendem Motor?

Was war passiert: Wie von anwesenden Einheimischen berichtet wird, versuchte am Sonntag, den 26. August 2021 gegen 14.15 h ein Skipper, sein Boot bei laufendem Motor aus einem Benzinkanister zu betanken. Offensichtlich bewies er dabei nicht die nötige Treffsicherheit, denn Benzin oder Benzindämpfe entzündeten sich, es folgte eine gewaltige Stichflamme. Die Besatzung rettete sich mit einem beherzten Sprung über Bord in das Hafenbecken, das brennende Boot trieb, so wurde geschildert, steuerlos im Stadthafen Medulin umher und sorgte dafür, dass weitere Boote in Brand gerieten.

Keine Personenschäden

Die Bilanz des unsachgemäßen Tankvorgangs bei offensichtlich laufendem Motor: Sechs ganz oder teilweise ausgebrannte Boote und ein Sachschaden im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Drei Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Pula konnten den Brand erst nach mehreren Stunden unter Kontrolle bringen und das Boot des Verursachers in Hafenmitte kontrolliert abbrennen lassen. Verletzt wurde nach ersten Angaben wohl niemand.

 

Mehrere Boote vielen einem Brand / Feuer im Stadthafen Medulin z
Drei Feuerwehrfahrzeuge aus Pula waren schnell zur Stelle und setzten den Stadthafen Medulin quasi „unter Schaum“.

 

Ursache: Entzündung von Benzindämpfen im Motorraum

Bei dem Verursacher soll es sich, wie die Medien berichten, um einen 52-jährigen deutschen Staatsbürger handeln, an Bord waren noch zwei weitere Deutsche. Im Rahmen einer mittlerweile durchgeführten Untersuchung konnten Brandsachverständige eindeutig feststellen, so hieß es weiter, dass Funkenbildung und die Entzündung von Benzindämpfen während des Betriebs des Motors im Motorraum als Brandursache feststehen.

Viele Schaulustige am Stadthafen Medulin

Aufgrund der starken Rauchentwicklung und der immer noch hohen Anzahl von Touristen in Medulin fanden sich zahlreiche Schaulustige am Stadthafen ein, die wohl die enorme schwarze Rauchsäule des brennenden Bootes als Orientierung nutzten.

Wracks blieben am Strand liegen

Nicht schön ist allerdings, was danach passierte: Die ausgebrannten Wracks blieben am Ufer liegen, offensichtlich fühlt sich niemand für die Bergung und den Abtransport zuständig, auch nicht die für den Stadthafen Medulin verantwortliche städtische Gesellschaft Buza.

 

Mehrere Boote vielen einem Brand / Feuer im Stadthafen Medulin z
Die Feuerwehr Pula konnte Schlimmeres verhindern, so dass „nur“ sechs Boote ausbrannten.

 

Treib- und Schmierstoffe ausgetreten

Der penetrante Gestank und austretende Treib- und Schmierstoffe bringt nicht nur Urlauber, sondern auch Gastronomen an der Uferpromenade auf die Palme, die den zügigen Abtransport und die Beseitigung der vermeidbaren Umweltschäden fordern, wie es mehrere Urlauber meldeten.

 

Mehrere Boote vielen einem Brand / Feuer im Stadthafen Medulin z
Ärgernis für die Urlauber: Selbst fünf Tage nach dem Brand lagen die Wracks noch im Wasser, verpesteten die Luft an der Strandpromenade Medulin, während austretendes Motoröl und Kraftstoff ins Wasser der Adria gelangten.

 

Motoröl und Diesel sorgen für Gestank

Ein Skipper, der sich durch den eher gleichgültigen Umgang mit den Folgeschäden des Brandes beeinträchtigt fühlte, schrieb der Redaktion: Im Stadthafen von Medulin sind am 27.8. vier Boote ausgebrannt. Sie wurden neben dem Ristaurante Mizerija ins seichte Wasser geschleppt und von der Hafenaufsicht mit Reepschnüren am Kai befestigt. Öl, Diesel und Plastikteile verteilen sich ungehindert in der Bucht. Je nach Windrichtung riecht es nach verkohltem Kunststoff. Dabei wäre es leicht gewesen die Boote an Land zu verbringen um Umweltschäden zu vermeiden.

Generelles Problem in Kroatien: Wer ist für die Wracks zuständig?

Hier handelt es sich wohl um ein generelles Problem in Kroatien, denn auch beim Brand in der Marina Kastela, wurden die ausgebrannten Yachten an Land gezogen, gelöscht und verblieben längere Zeit vor Ort, ohne dass man sich um die Wracks und die verbrannten Einzelteile am Strand wirklich kümmerte. Appartementbesitzer in Strandnähe schlugen Alarm, weil Gäste sich wegen des verschmutzten Strandes beschwerten und teilweise vorzeitig abreisten. Die Behörden in Medulin können sicher sein, dass man auch hier ein Auge auf die weitere Entwicklung haben wird.

 

 

Richtig tanken

Übrigens: Wie man richtig tankt, können Skipper auch auf der SeaHelp-Homepage nachlesen.

Fotonachweis: Die Fotos/Videos stellen VitoNautika und Marco Polo Medulin zur Verfügung.

 

SeaHelp MitgliedschaftWerbung
SeaHelp Service

Push Service & Newsletter

Werbung

SeaHelp Neueste Artikel

Werbung
Valfresco DirektWerbung

SeaHelp Kurzmeldungen

ocean7 - Magazin für Yachting, Reisen und MeerWerbung
SeaHelp

Coronavirus Aktuell

Olive Island Marina - CroatiaWerbung
SeaHelp News

Ähnliche Beiträge