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Bootsunfälle in Kroatien: Häufung von Unfällen auf der Adria – Zufall?

Häufung von Unfällen mit Booten auf der Adria

Binnen weniger Tage haben sich in Kroatien mehrere schwere Unfälle mit Sport- und Freizeitbooten ereignet. Zufall oder nicht? Und: Was können Sportskipper tun, um das Risiko zu vermindern? Eine Einordnung von SeaHelp.

In kurzer Zeit gab es in Kroation eine Reihe von Unfällen mit Sportbooten. Da stellt sich die Frage: Gibt es Gründe dafür? Oder handelt es sich um reinen Zufall? Einige Beispiele: Am 4. Juni prallte vor Pula ein Boot gegen den Wellenbrecher; ein Österreicher starb, ein zweiter wurde schwer verletzt. Die Hafenbehörde sprach auf mmpi.gov.hr von „hoher Geschwindigkeit“, kroatische Medien berichteten von 20 bis 30 Knoten Speed.

Am 12. Juni kam es in der Marina Kaštela zu einem spektakulären Hafenunfall: Eine Segelyacht habe beim Einlaufen ein anderes Boot gerammt und schließlich die Pier, wie Kristijan Antic auf seinem gleichnamigen Blog berichtet. Menschen kamen nach den vorliegenden Berichten offenbar nicht ums Leben, der Vorfall zeigte aber, wie schnell aus einem Manöver im Hafen ein schwerer Schaden entstehen kann.

Der schwerste Fall ereignete sich am 14. Juni in den Splitska vrata zwischen Brač und Šolta. Ein Schnellkatamaran im Linienverkehr kollidierte mit einer französisch beflaggten Segelyacht, auf der acht tschechische Staatsbürger unterwegs waren. Vier Menschen starben, vier wurden gerettet; die Yacht sank in rund 50 Metern Tiefe.

Zufall allein erklärt nicht alles; Kroatien ist eines der dichtesten Wassersportreviere Europas

Ob diese Häufung bloßer Zufall ist, lässt sich seriös erst sagen, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind. Doch Zufall allein erklärt nicht alles. „Kroatien ist eines der dichtesten Wassersportreviere Europas. In der Saison treffen Charteryachten, private Motorboote, schnelle Ausflugskatamarane, Fähren, Jetskis, Badegäste und Taucher auf engem Raum zusammen“, sagt SeaHelp-Geschäftsführer Wolfgang Dauser. 2024 wurden in Kroatien mehr als eine halbe Million Bootsanläufe registriert, es gab mehr als dreienhalb Millionen nautische Übernachtungen.

Hinzu komme ein „bekanntes Risikobündel: zu hohe Geschwindigkeit in Küstennähe, schlechte Rundumsicht, mangelnde Revierkenntnis, unterschätzter Berufsschiffsverkehr und Routinefehler bei Hafenmanövern“, sagt Dauser, der selbst mit seinem Boot mehrere Wochen im Jahr im Kroatien unterwegs ist.

SeaHelp berichtete mehrfach über die neuen Regeln auf dem Wasser

Die kroatischen Behörden haben nicht zufällig neue Sicherheitsregeln erlassen: Je nach Bootslänge gelten Mindestabstände zur Küste, und in engen Passagen, Buchten und Hafennähe sind niedrige Geschwindigkeiten vorgeschrieben.

SeaHelp berichtete mehrfach über die neuen Regeln auf dem Wasser:

„Sportskipper können schwere Unfälle nicht vollständig ausschließen, aber sie können das Risiko drastisch senken“, sagt Dauser. Entscheidend sei eine „konservative Fahrweise: in engen Revieren Tempo herausnehmen“, das gleiche gelte in der Nähe von Häfen und Badezonen, und „Sportskipper tun gut daran, den Berufs-Schiffsverkehr frühzeitig zu beobachten und nie darauf zu vertrauen, gesehen zu werden“. Auf See genüge es nicht, Vorfahrt zu haben. Man müsse auch alles Zumutbare dafür tun, um Unfälle vorausschauend zu vermeiden.

Wer in Kroatien skippern will, sollte nicht nur ein Patent besitzen, sondern Revier, Verkehrsdichte und vor allem auch die eigenen Grenzen kennen

„Gerade in Kroatien gilt deshalb: Wer skippern will, sollte nicht nur ein Patent besitzen, sondern Revier, Verkehrsdichte und vor allem auch die eigenen Grenzen kennen“, sagt Dauser. Die jüngsten Unfälle seien insofern kein Beweis für eine systematische Krise der Sportschifffahrt in Kroatien. „Sie sind aber eine Warnung – und zwar eine laute“.

Empfehlung: In unserem News-Bereich unter sea-help.eu berichten wir regelmäßig und aktuell über neue Regelungen für Sportboote und weisen auf derzeitige Risiken hin. Vor dem Urlaubs-Kroatien-Törn mit Freunden oder der Familie gilt deshalb: Wer sich vorher eingehend über das Revier informiert, ist auf der sicheren Seite – hilfreich ist hierbei auch die kostenlose SeaHelp-App, mit der man – falls der Törn einmal nicht so läuft wie geplant – auch schnell und unkompliziert die Einsatzkräfte von SeaHelp rufen kann.

24h NOTRUF EUROPA: 0043 50 43 112

In einem Notfall können die Einsatzboote von SeaHelp mittels der praktischen SeaHelp-App, oder unter der kostenlosen Notrufnummer für Europa 0043 50 43 112 (bzw. unter der alternativen Notrufnummer für Europa 00385 919 112 112 gerufen werden.

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