Kroatien-Reisen in Corona-Zeiten Österreichs Bundespräsident Van der Bellen: „Wir sollten uns nicht verkriechen!“

Kroatien Urlaub: Van der Bellen zeigt Verständnis auch zu Corona Zeiten
Urlaub an der kroatischen Adriaküste: Mit gesundem Menschen- oder Hausverstand so sicher wie in Deutschland oder Österreich. Wie das aktuelle Foto aus Punat zeigt, fällt es derzeit nicht schwer, die Abstandsregeln an den Stränden einzuhalten.

Wenn es um die Themen Coronavirus und Kroatien geht, interpretieren die unterschiedlichen Medien die Situation je nach der Interessenlage, die sie gerade bedienen, unterschiedlich. Die einen plädieren für den Urlaub in Deutschland oder Österreich, um dort die heimische Wirtschaft zu stützen, die anderen treibt die Sehnsucht nach dem Meer an die Adria. Beiden Lagern liefern die die statistischen Daten die Munition, um sie entsprechend der selbst gewünschten Gemengelage zu deuten.

Bundespräsident Van der Bellen: Keine Panik

In diesen Zwist schaltete sich jetzt Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen ein, der Verständnis zeigte für das brennende Interesse an einen Urlaub in Kroatien trotz Coronazeiten.

Auf einem Treffen in Wien mit seinen Amtskollegen aus Kroatien und Slowenien sprach er vielen Österreichern und Deutschen aus der Seele. „Es kann ihnen genauso passieren in Tirol, in Kärnten und im schönen Salzburg, und wir haben kein Meer. Insofern habe ich volles Verständnis für Menschen, die Meer genießen wollen. Ich weiß, was das ist, und ich bin ein überzeugter Tiroler. Wir sollten uns nicht in Panik versetzen lassen und in den eigenen vier Wänden verkriechen. Die Corona-Daten in Kroatien waren geradezu auffallend gut während der gesamten Krise.“ Er fügte aber auch an, dass man auf neue Entwicklungen hinsichtlich der Corona-Pandemie in Kroatien angemessen reagieren müsse.

Corona in Kroatien: Geringe Sterblichkeit

Dahingehend sprang dem österreichischen Staatsoberhaupt sein kroatischer Amtskollege Zoran Milanovic zur Seite: „Fakt ist, dass das gesamte epidemiologische Bild und die Morbidität in Kroatien sehr niedrig sind. Im Vorjahr waren die Beatmungsgeräte mehr im Einsatz, als wir die Grippe hatten.“

Nur Corona-Hotspots

Die Situation vor Ort gibt ihm Recht. Betrachtet man die Infektionszahlen ganz neutral, lässt sich feststellen: Der Begriff „Pandemie“ ist sowohl in Deutschland, Österreich als auch in Kroatien längst fehl am Platz. Überall sind es einzelne Corona-Hotspots, die die Corona-Infektionszahlen in die Höhe treiben. Nur lassen sich damit keine Schlagzeilen produzieren, wenn beispielsweise in Slawonien die Neuinfektionen wieder steigen.

Coronavirus kennt keine Grenzen

Wer den normalen Menschenverstand, oder wie der Österreicher sagt, den Hausverstand einsetzt, kommt schnell zu dem Schluss, dass die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus überall lauert und auch keine Grenzen kennt. Nur, wer sich zurückhaltend in der Öffentlichkeit bewegt, Hygieneregeln einhält und Menschenmassen weitgehend meidet, kann das Risiko der Infektion minimieren. Ganz gleich, ob er sich in Deutschland, Österreich, Slowenien oder Kroatien aufhält. Besser noch: er zieht sich gleich auf ein Schiff zurück und verbringt den Urlaub im Kreise seiner Familie.

Nachbarstaaten problematisch

Manchmal muss man aber auch hart durchgreifen, um sich zu schützen. So hat Kroatien mittlerweile Maßnahmen gegen seine Nachbarstaaten wie Serbien, Bosnien, dem Kosovo oder Montenegro ergriffen, kontrolliert strenger an den Grenzen und verhängt für unbedingt Einreisewillige wie beispielsweise Saisonarbeiter teilweise eine 14-tägige Quarantäne, die auch strengstens kontrolliert wird, um letztlich den Tourismus und damit die eigene Wirtschaft zu schützen.

Keine Lösung: Urlaub im eigenen Land

Die Fraktion derjenigen, die auf Urlaub im eigenen Land pochen, sollte einmal in Erwägung ziehen, was passiert, wenn alle zuhause bleiben würden: Vom Tourismus abhängige Länder wie beispielsweise Kroatien hingen dann noch deutlich stärker am Tropf der EU und die Gelder, die dann fließen müssten, hat wohl jeder bereits mit seinen Steuern zum Teil mitfinanziert.

Mehr Grenzkontrollen bei Einreise aus Balkanstaaten

Doch der generelle Anstieg der Zahlen auf dem Balkan hat auch konkrete Folgen an den Grenzen: Schon jetzt rechnet man damit, dass wegen Corona gerade an den slowenischen Grenzübergängen deutlich intensiver kontrolliert wird. Nicht, um den Nachbarn Kroatien zu ärgern, sondern um Einreisen aus den von der Corona-Infektion deutlich stärker betroffenen Nachbarstaaten zu unterbinden, die sich über die Transitstrecke durch Kroatien den Weg ins restliche Europa ebnen wollen.

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Übrigens: Mehr aktuelle Fotos aus der Region, die einen Überblick über die SeaHelp-Aktivitäten sowie die aktuelle touristische Situation vor Ort liefern, findet man auch auf unseren Instagram-Kanal.

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