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Vorsicht an Geldautomaten in Kroatien nach Währungsumstellung: Kostenfalle für Urlauber durch hohe Gebühren

Geldautomaten in Split / Kroatien
Bei Geldautomaten wie diesem an der Promenade in Split sollte man sich immer zunächst die Kosten für die Transaktion anzeigen lassen und dann entscheiden, ob man den Geldautomaten wirklich nutzen will. So schützt man sich vor hohen Transaktionsgebühren im Urlaub.Bild: Annabell Gsödl - stock.adobe.com

Das Thema „Gebühren an Geldautomaten in Kroatien“ bewegt auch nach der Währungsumstellung von Kuna auf Euro nicht nur die Yacht- und Bootsurlauber, sondern alle Gäste aus Deutschland und Österreich, die Kroatien in diesen Tagen einen Besuch abstatten wollen. Wir sind der Angelegenheit einmal näher auf den Grund gegangen und wollten nach der Euro-Umstellung wissen, was bei der Nutzung von Geldautomaten in Kroatien zu beachten ist und wie man Geld einsparen kann, um die Urlaubskasse zu schonen.

Dazu muss man allerdings zunächst einmal das kroatische Bankensystem verstehen. 90 % der Bilanzsumme des kroatischen Bankensektors befindet sich in der Hand ausländischer Investoren, überwiegend aus Italien, Österreich, Deutschland und Ungarn. Sie verfügen über Partnerbanken in Kroatien, die natürlich die Möglichkeit nutzen, Geldautomaten aufzustellen. Gleichzeitig haben aber auch Unternehmen wie beispielsweise Euronet das Recht, Geldautomaten aufzustellen. Und sowohl bei den etablierten Banken als auch bei allen anderen Dienstleistern besteht ein geschäftliches Interesse darin, über Gebühren die Investition in die teuren Geldautomaten zu refinanzieren.

 

Gebühren am Geldautomat des Unternehmen Euronet bei Abhebung von Euro in Kroatien
Auch wenn jetzt keine Angaben für die Umrechnung Kuna/Euro mehr erforderlich sind: Das Zeichen „Euronet“ deutet darauf hin, dass es sich um einen Automaten handelt, bei dem höhere Gebühren bei Abhebung bzw. Behebung in Kroatien berechnet werden.

 

Entscheidend ist die Höhe der Gebühren, die auch abhängig ist vom Ort der Aufstellung, Versorgung mit Strom, Sicherheit etc. Im Umkehrschluss bedeutet das: Nutzen die etablierten Banken ihre eigene Infrastruktur, Räumlichkeiten, Energie und Bargeldversorgung, dürften sich die Kosten für eine Abhebung an einem Geldautomaten nach normalem Menschenverstand schon mal in Grenzen halten.

Tipp 1:

Man sollte nach Möglichkeit Geldautomaten der etablierten Banken nutzen, da hier die größte Aussicht auf günstige Nutzungsgebühren besteht.

Abseits der Banken aufgestellte Geldautomaten müssen sich selbst über die Gebühren finanzieren. Zwangsläufig kann man also davon ausgehen, dass in Fußgängerzonen, Marinas, Hotels oder auf Campingplätzen eine Abhebung teurer sein wird als direkt bei einer Bank.

Der Gesetzgeber schreibt allerdings vor, dass den Kunden die Höhe der Gebühren einer Behebung an einem Geldautomaten aus Gründen des Verbraucherschutzes mitgeteilt werden muss, und zwar im Kundendialog vor der finalen Abhebung.

Tipp 2:

Nutzer von Geldautomaten in Kroatien sollten sich im Kundenmenü den gesetzlich vorgeschriebenen Kundendialog genau durchlesen, hier sind die Gebühren genau aufgelistet und der Kunde hat bei zu hohen Gebühren immer noch die Möglichkeit, den Vorgang abzubrechen.

Raiffeisen Bank International: 4,65 Euro pro Abhebung

Auf welche Gebühren muss man sich aber konkret an kroatischen Geldautomaten einstellen?

Eine diesbezügliche Anfrage an die Pressestelle der Raiffeisen Bank International AG ergab: „ Für das Abheben von Bargeld mit einer ausländischen Karte erhebt die RBA (Raiffeisenbank in Kroatien) eine Gebühr von 4,65 €, unabhängig vom Betrag der Transaktion selbst.“

 

Gebühren am Geldautomat der Raiffeisen-Bank in Kroatien bei Abhebung von Euro
An Geldautomaten der Raiffeisen-Gruppe kostet das Abheben von Bargeld in Kroatien 4,65 Euro, Kunden der Erste Group Bank AG zahlen an Geldautomaten ihres eigenen Kreditinstituts in Kroatien keine Gebühren.

 

Erste Group Bank AG: Kostenlos!

Deutlich günstiger kommen die Kunden der Erste Group Bank AG davon. Hier teilte die Pressestelle mit: „Wir erheben für Bargeldbehebungen an unseren Bankomaten eine Gebühr von 4,75 EUR (gilt nur für Fremdkunden, Anm. d. Red.). Selbstverständlich wird diese Gebühr auf den Geräten transparent dargestellt und muss bestätigt werden bzw. kann die Behebung unterbrochen werden. Für unsere Kunden aus Österreich, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, Ungarn oder Serbien fällt diese Gebühr an unseren Bankomaten in Kroatien nicht an.

Allgemein empfehlen wir, im EU Ausland auf Kartenzahlung zurückzugreifen – hier fallen keine Gebühren an und das Währungsrisiko ist durch Euro-Adaption in Kroatien auch weggefallen.“

Tipp 3

Abhebungen von ausländischen Kunden der Raiffeisen Bank International AG in Kroatien werden mit 4,65 Euro berechnet, selbst wenn sie an Bankautomaten der Raiffeisen-Gruppe in Kroatien Geld abheben. Kunden der Erste Group Bank AG sind deutlich bessergestellt und zahlen an den Bankautomaten der Erste Group Bank keine Bankgebühren.

Deutsche Touristen: Kundendialog beachten

Deutschen Touristen, die in Kroatien Geld an Geldautomaten abheben wollen, rät der Bundesverband der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken generell, den Kundendialog am Geldautomaten sorgsam vor der Abhebung zu studieren, um nicht eine böse Überraschung hinsichtlich der Gebühren zu erleben. Kritik übt man dort besonders an das geschickte Interface-Design, mit dem Kunden im Dialog am Geldautomaten oftmals in die Kostenfalle getrieben werden. Aber das, so heißt es, sei kein rein kroatisches Problem, sondern werde in ganz Europa so gehandhabt. Man darf nach bisherigen Erkenntnissen davon ausgehen, dass deutsche Urlauber an kroatischen Geldautomaten generell knapp unter fünf Euro pro Abhebung zahlen müssen.

Die Pressestelle des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands teilt auf Anfrage mit:

„Zu dieser Frage gibt es leider keine allgemeingültige Antwort. Grundsätzlich hängen etwaige Gebühren von der Art der Kreditkarte und den Konditionen der kartenausgebenden Bank oder Sparkasse ab. Zudem gibt es seitens der Zahlungsdienstleister, wie z.B. Visa und Mastercard, Regelungen zu möglichen Kundenentgelten, die die kartenausgebende Bank und der Geldautomatenbetreiber beachten müssen. So können bei Geldautomatenverfügungen mit der Kreditkarte im Ausland u.a. ein Auslandseinsatzentgelt und ein direktes Kundenentgelt anfallen. In Ländern, wo der Euro nicht das gesetzliche Zahlungsmittel ist, ist zusätzlich ein Fremdwährungsentgelt denkbar. So bieten einige Geldautomatenbetreiber optional die Möglichkeit an, am Display des Geldautomaten, die Landeswährung in Euro umzurechnen. Für diesen Service wird häufig ein Währungsumrechnungsentgelt verlangt.

Für Kundinnen und Kunden sind zwar nicht alle Gebühren vermeidbar, mit der Wahl der richtigen Kreditkarte lassen sich aber einige Gebühren umgehen. Zudem können sie – je nach Risikoaffinität – einen gewissen Geldbetrag in Deutschland abheben und mitnehmen. Und bei Abhebungen in Ländern, wo der Euro nicht gesetzliches Zahlungsmittel ist, lässt sich ein Währungsumrechnungsentgelt vermeiden, in dem sie mit „nein“ antworten, wenn Ihnen der Automat eine Währungsumrechnung anbietet.“

Aufgrund der unterschiedlichen Zahlungsmöglichkeiten und der dadurch entstehenden Gebühren sollte man sich auf jeden Fall vor Reiseantritt bei der Karten ausgebenden Bank erkundigen.

Fazit

Geld abheben an Geldautomaten, im Ausland wie im Inland, stellt eine Dienstleistung dar, die sich unterschiedliche Anbieter unterschiedlich bezahlen lassen. Diese Bezahlung der Dienstleistung muss, ähnlich wie beim Preis auf der Ware im Geschäft, eindeutig benannt werden. Deshalb gilt: Sich den Preis im Dialogfeld des Geldautomaten anzeigen lassen und auch mal „Nein“ sagen. Vorab kann aber auch ein Gespräch mit der eigenen kontoführenden Bank Aufschluss geben.

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