Bootfahren mit Kindern? Gute Idee! Wer plant, die Kids später einmal mit an Bord einer Charteryacht zu nehmen, sollte sie zuvor „schonend“ auf das Bootfahren vorbereiten – zum Beispiel bei Gelegenheit eines entspannten Hausboot-Törns. Was dabei beachtet werden sollte, erklärt Harald Kuhnle von Kuhnle-Tours.
Wer plant, mit den Kindern gemeinsam mit einer Charteryacht, zum Beispiel in Kroatien, in See zu stechen, ist gut beraten, die Kids darauf vorher entsprechend vorzubereiten. Eine gute Möglichkeit kann ein vorheriger Hausboot-Törn auf einem ruhigen Binnengewässer sein, den man zusammen mit der gesamten Familie unternimmt.
So lernen die Kleinen erste Grundbegriffe von Seemannschaft, wie ein Boot funktioniert – und ganz nebenbei auch, wie man sich sicher an Bord bewegt, vor allem aber: dass ein Törn Spaß machen kann. Gute Voraussetzungen, um später vielleicht auch einmal mit einer „richtigen“ Charteryacht „buten“ unterwegs zu sein – ohne, dass die Eltern dann böse Überraschungen befürchten müssen.
Vom ersten Tag an können sogar die kleinsten Familienmitglieder das Abenteuer an Bord miterleben
„Vom allerersten Tag an können sogar die kleinsten Familienmitglieder, vom Neugeborenen bis zum Teenager, das Abenteuer an Bord miterleben“, sagt Harald Kuhnle von Kuhnle Tours, einer der großen deutschen Hausboot-Anbieter mit Charterstationen an vielen beliebten Wassersportrevieren. Anders als in einem Hotel oder auf dem Campingplatz würden Kinder hier die Natur hautnah erleben können – alles in einem sicheren und überschaubaren Rahmen.
Für Eltern bedeute das Entspannung und Spaß zugleich: „denn Sie müssen sich keine Sorgen machen, dass die Kinder unbeaufsichtigt sind, solange die Sicherheitsregeln beachtet werden“. Gerade bei den Kleinsten, wie Krabbelkindern oder Laufanfängern, lohne es sich, die Fahrtzeiten clever auf die Schlafenszeiten abzustimmen oder eine dritte Person an Bord einzuplanen, die bei Bedarf kurzfristig einspringen könne.
Die Sicherheit der Kinder muss bei einem Hausboot-Törn an erster Stelle stehen
„Die Sicherheit der Kinder steht bei uns dabei an erster Stelle“, sagt Harald Kuhnle, der bereits 1981 seine Kuhnle Tours GmbH als Agentur für Hausbootreisen gegründet hatte und damit als Pionier im Bereich Hausboot-Charter in Deutschland gilt.
Jedes Kind bekomme bei Ankunft eine passende ohnmachtssichere Rettungsweste, die das Gewicht berücksichtige. „Für Eltern, die ihre eigenen Westen mitbringen möchten, empfehlen wir darauf zu achten, dass sie ebenfalls ohnmachtssicher sind und einen ausreichend hohen Kragen haben, der den Kopf über Wasser hält“.
Besonders wichtig sei, dass alle Kinder – egal ob Nichtschwimmer oder Seepferdchen – beim Aufenthalt draußen auf dem Boot, auf dem Steg oder im Hafen eine Rettungsweste tragen würden. Ab Silber-Schwimmabzeichen könnten Kinder bei ruhigen Bedingungen auf das Tragen verzichten, sollten jedoch bei Wind, Wellengang oder Dunkelheit immer gesichert sein, sagt Hausboot-Profi Kuhnle.
„Unser Motto für Rettungswesten lautet: Sobald du dich fragst, ob jetzt eine Rettungsweste angemessen ist, solltest du eine anziehen.“ Auf diese Weise könnten Eltern entspannt ihre Zeit genießen, während die Kinder sicher die Welt an Bord entdecken.

Ein Hausboot ist ein großartiger Ort, um Kinder aktiv einzubeziehen, sagt Harald Kuhnle
„Ein Hausboot ist ein großartiger Ort, um Kinder aktiv einzubeziehen“, ist sich Harald Kuhnle sicher. 1991 eröffnete er die erste Charterbasis in Waren an der Müritz, was den Startschuss für den modernen Wassertourismus in Mecklenburg bedeutete. Kinder könnten helfen, das Boot zu steuern – entweder auf dem Schoß der Eltern oder unter direkter Aufsicht – oder einfache Aufgaben übernehmen, wie Festmacher aufrollen, das Deck schrubben oder bei der Essensvorbereitung helfen. Auch die Auswahl des nächsten Hafens oder die Planung eines Landgangs könne ein spannendes Mitmach-Erlebnis sein.
Damit Langeweile gar nicht erst aufkomme, lohne es sich, ein paar Lieblingssachen mitzunehmen: eine Becherlupe, Basteldraht, Schnorchel, kleine Modellboote, Hörspiele oder Reisespiele wie Uno oder Kniffel. Für den Landgang seien Fahrräder, Bücher oder kleine Musikinstrumente ideal. Selbst einfache Dinge wie eine Luftmatratze oder ein paar Meter Wäscheleine könnten zu stundenlangem Spielspaß führen.

„Kinder können auf elektrische Toiletten nach kurzer Einweisung selbstständig gehen, bei WCs mit Handpumpe ist eventuell Unterstützung nötig“, so der Rat des Hausboot-Spezialisten. Bettdecken und Kissen seien an Bord standardisiert, für kleine Kinder empfehle es sich daher, einen eigenen Schlafsack oder Kuscheldecke mitzubringen. Hochstühle, Reisebetten oder Kinderwagen könnten ebenfalls mitgenommen werden, es müsse jedoch die – je nach gemietetem Bootstyp – ggf. begrenzte Fläche an Bord beachtet werden.
Schlafwandler oder Kinder, die zuhause noch nicht allein bleiben, sollten auch an Bord nicht unbeaufsichtigt sein. Treppengitter oder feste Sturzsicherungen gebe es an Bord bewusst nicht, da diese die Manövrierfähigkeit der Crew einschränken würden. Im Hafen könnten Polster auf den Stufen als Sicherheitsmaßnahme gelegt werden – gleichzeitig könne so eine kleine Rutsche für die größeren Kinder entstehen.
Seekrankheit an Bord ist kein Thema, da typischerweise überwiegend bei ruhigen Bedingungen gefahren wird
„Auch wenn wir auf geschützten Hausbootrevieren unterwegs sind, gibt es bei uns immer jemanden, der erreichbar ist: unser Notdienst steht 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche für Fragen und Rat zur Verfügung“, verspricht Harald Kuhnle. Seekrankheit sei übrigens „sehr selten“, da „überwiegend bei ruhigen Bedingungen“ gefahren werde. Selbst Überfahrten über größere Seen dauerten selten länger als 1,5 Stunden.
Von Navigation über Wetterprognosen bis hin zu Unterhaltung: Smartphones und Tablets könnten beim Hausboot-Törn sinnvoll genutzt werden, empfiehlt Kuhnle: „nützliche Apps sind unter anderem OpenSeaMap, Windy oder Wetteronline für die Navigation, Komoot für Landgänge, Night Sky für Sternbeobachtungen sowie kreative Apps wie Photo to Sketch oder Clip to Comic“. Auch praktische Helfer wie „Walkie Talkie Communication“ oder die Bordkassen-App „Splidd“ würden den Alltag an Bord erleichtern.

Warum eignen sich Hausboot-Törns binnen besonders für Familien mit Kindern?
Generell eignen sich Hausboot-Törns binnen besonders für Familien, da hier zumeist ruhige und geschützte Gewässer befahren werden, die Crew sich langsam und entspannt fortbewegt, das schafft Zeit für Natur, Erklärungen und sichere Manöver. Gerade in den attraktiven Revieren wie Frankreich, Deutschland (teilweise), den Niederlanden oder Irland dürfen viele Hausboote zudem ohne Führerschein gefahren werden. Das erleichtert Familien den Einstieg.
Bei vielen Hausboot-Typen gibt es darüber hinaus viel Platz und Komfort an Bord mit großen Wohnbereichen, Küche, Bad und separaten Kabinen – Kinder haben so viel Raum zum Spielen und Eltern mehr Entspannung. Schließlich bieten Hausboot-Urlaube auch die Möglichkeit, zwanglos öfter mal unterwegs einen Stopp einzulegen – in Verbindung mit kurzen Etappen bietet das abwechslungsreiche Tage für die Kids.
Checkliste Hausboot-Törns mit Kindern:
- Planung und Tagesrhythmus: kurze Etappen, 2 bis 4 Stunden am Tag reichen völlig aus. Auf regelmäßige Pausen achten: Spielplätze, Cafés, Schwimmstellen einplanen. Schleusen realistisch einschätzen: Schleusen können spannend sein, aber dauern auch. Bei vielen Schleusen deshalb darauf achten: früh starten, genug Zeit lassen.
- An Bord: immer definieren, wo Kinder sich sicher aufhalten können. Während des An- und Ablegens: Kinder nicht auf dem Vordeck oder an der Reling, Rettungswesten tragen (auch beim Schleusen und draußen). Wasserzugang sichern (Türstopper, ggf. Schiebetüren verriegeln).
- Wetter & Kleidung: Sonnenschutz: Hut, UV-Shirts, Sonnencreme (Reflektion auf Wasser beachten). Regenkleidung + warme Schichten, da es auf dem Wasser kühler sein kann.
Welche Boote sind für Familien besonders geeignet?
Neben den oben genannten Hausbooten von Kuhnle Tours gibt es den „Klassiker für Familien“, die Pénichette (Locaboat), die familienfreundlichen Boote von Nicols Boote sowie die ebenfalls für Törns mit Kindern hervorragend geeigneten Boote der Horizon-Serie von Le Boat (Auswahl).

Fazit: wenn die Familie das für sie passende Hausboot gefunden hat, und die oben genannten Tips beherzigt werden, kann der Binnen-Törn losgehen. Die Familien profitieren dann von Sicherheit, Ruhe, viel Platz, langsamen Geschwindigkeiten und vielfältigen Erlebnissen.
Mit dem richtigen Boot, der Auswahl des passenden Reviers und ein paar klaren Sicherheitsregeln können Bootsferien so auch für Kinder ein Highlight – und für die Eltern stressfrei und entspannt – werden.
Und wenn die Kids Gefallen am Hausboot-Fahren gefunden haben, steht vielleicht auch einem See-Törn auf einer Charteryacht, zum Beispiel in Kroatien, nichts mehr im Wege.













