Gefahr unter Wasser: Was tun, wenn sich im Propeller eine Kette verfängt?

Kette / Ankerkette im Propeller verfangen

Eine SeaHelp-Mitgliedschaft bietet umfassenden Rundum-Schutz bei fast allen Problemen, die einen Skipper und seine Crew ereilen können. Auch das Freimachen von Leinen im Propeller gehört dazu. Doch wenn von der Schraube ein lautes, knirschendes Geräusch oder gar ein Knall ertönt, und die Maschine abrupt stoppt, könnte sich dort eine Kette aufgewickelt haben.

SeaHelp-Mitglieder profitieren von den zahlreichen Vorteilen der großen SeaHelp-Mitgliedergemeinschaft und den kostenlosen Leistungen, wenn es an Bord einmal so läuft, wie es eigentlich nicht laufen sollte. Ein SeaHelp-Einsatzboot ist immer nur zwei Klicks auf dem Handy entfernt und hilft bei den kleinen und großen Pannen an Bord schnell und zuverlässig. Das spart letztlich Geld und Nerven sowie vertane Urlaubszeit.

Zu den kostenlosen Leistungen der „Gelben Engel“ auf dem Wasser gehört auch das Freimachen von Leinen im Propeller (Beitrag vom August 2020). Ab und zu kommt es jedoch vor, dass sich keine Leine, sondern eine Metall-Kette in der Schraube verfängt. Kann die Crew die Kette nicht selbst von der Schraube lösen, wie etwa bei einem Z-Antrieb oder einem Außenborder, ist im Normalfall guter Rat teuer. Nicht jedoch bei SeaHelp: für Mitglieder ist auch das Befreien der Schraube von einer Kette kostenlos.

Kette im Propeller – die Folgen sind meist dramatisch

„Ketten verfangen sich normalerweise nicht oft im Propeller, aber wenn es dann doch einmal passiert, sind die Folgen meist dramatisch“, sagt SeaHelp-Einsatzleiter Marko Orlic von der SeaHelp-Zentrale in Punat. Meist passiere es, wenn sich die Yacht in Fahr befinde, und im Vergleich zum Verfangen einer Leine im Propeller gebe es meist ein lautes Geräusch, wenn eine Kette im Spiel sei. Alles geschehe in Sekunden.

„Achtung, wenn es etwa ein lautes Geräusch beim Kette-Auslösen gibt, das kann auf einen Bruch eines Propellerflügels oder anderer Teile hindeuten, wenn sich die Kette fest um den Propeller gewickelt hat“, sagt Marko Orlic. Außer an den Propellern könne dann schnell auch der Antrieb bzw. die gesamte Wellen-Baugruppe (shaft assembly) nachhaltig beschädigt sein, ganz zu schweigen von möglichen Schäden an der Ankerwinde, der Ankerführung, am Bug (Buganker) sowie am Gelcoat und dem Antifouling-Anstrich.

 

Schäden an Propellern durch Ketten

 

In den meisten Fällen war der Anker nicht korrekt gesichert

Oft sei der Skipper selbst schuld, wenn sich eine Kette im Propeller verfange, sagt Marko Orlic, der Anker sei nämlich in den meisten Fällen nicht korrekt befestigt gewesen. Normalerweise bewege sich der Anker samt Kette nach unten in Richtung Grund, wenn dieser dann ausrausche. Befinde sich die Yacht jedoch in schneller Vorwärts-Fahrt, erreiche der Anker im ungünstigsten Fall aber nicht den Grund, sondern beginne sich zur Oberfläche in Richtung Schiffs-Heck zu bewegen, dorthin also, wo sich auch die Schraube befinde.

Nach dem „Knall“ herrsche dann an Bord oft eine „gespenstische Stille“, denn die Elektronik schalte den Motor ab, und in der Folge stoppe das Schiff abrupt ab, sagt Marko Orlic. In dieser Situation sei die Crew oft verunsichert und ängstlich – dabei ist gerade jetzt schnelles, beherztes Handeln angesagt, denn: besitze die Yacht nur einen – durch Welle angetriebenen – Motor, sei das Schiff nun zumeist manövrierunfähig, und ein Not-Ankern sei dann, zumindest wenn es nur einen (größeren) Anker an Bord gebe, ebenfalls nicht mehr möglich.

Bei Manövrierunfähigkeit: unverzüglich einen Notruf über die SeaHelp-App absetzen

Einsatzleiter Orlic empfiehlt: „In einem solchen Fall sollte die Crew unverzüglich einen Notruf an die SeaHelp-Zentrale absetzen“. Das geschehe am besten mithilfe des roten Notruf-Buttons (SOS) der SeaHelp-App. Zusätzlich sollte der Notruf durch das Absenden einer Notruf SMS-Nachricht ergänzt werden. Durch diese Mitteilungen würde die SeaHelp-Einsatzzentrale in Echtzeit sowohl die Handy-Nummer als auch die aktuellen Positionsdaten der Yacht erhalten. Ein SeaHelp-Mitarbeiter aus der Einsatzzentrale rufe dann umgehend zurück, und ein Einsatzboot mache sich, falls erforderlich, sofort auf den Weg, erklärt Marko Orlic.

„Bei der Yacht angelangt, bergen wir erfahrungsgemäß als erstes den Anker und die Kette“, sagt Einsatzleiter Orlic, die könne schon mal „mehr als 20 Meter unter dem Propeller“ hängen. Je nach Situation (Wetter, Seegang usw.) werde dann die Kette entfernt und die Yacht abgeschleppt; das sei „für SeaHelp-Mitglieder natürlich kostenlos“.

Doppelt hält besser: lieber zweimal schauen, ob der Anker gesichert ist

Um ein Verfangen der Kette auf dem Törn zu vermeiden, empfiehlt Orlic, „lieber doppelt zu überprüfen, ob der Anker gut befestigt“ und gegen ein unbeabsichtigtes Ausrauschen gesichert sei, insbesondere gelte das, wenn eine Passage bei rauher See und zu erwartendem hohem Wellengang bevorstehe. Achtung: „auch bei ruhiger See kann die eigene Yacht auf größere Wellen eines anderen Schiffes stoßen, die den Anker lösen könnten“.

 

 

„Wer ganz sicher gehen, will, sollte außerdem den Strom/die Spannung von der Ankerwinde nehmen“, sagt der erfahrene SeaHelp-Einsatzleiter Marko Orlic, denn sonst könne es passieren, „dass das Relais, welches die Ankerwinde ansteuert, durch elektromagnetische Felder oder durch Fehlerstrom selbstständig die Winde startet“. Meistens sei dabei die Kupplung nicht fest angezogen, oder das Relais schalte von selbst.

Nach der Reparatur: Sicherungssplint am Propeller checken

Übrigens: Konnte man den Propeller selbst von der Kette befreien, sollte man sich danach auf jeden Fall die Zeit nehmen, den korrekten Sitz des Sicherungssplints am Propeller zu überprüfen. Sollte dieser beschädigt worden sein, könnte sich der Propeller ansonsten schnell „selbständig machen“ und man findet ihn, wenn überhaupt, auf dem Meeresgrund wieder.

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