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Die Zukunft auf dem Wasser fährt elektrisch: Leise, sauber – und verdammt schnell: Frauscher x Porsche 790 Spectre

Frauscher x Porsche 790 Spectre
© FRAUSCHER

Leise, sauber – und inzwischen verdammt schnell: Elektroboote drängen auf den Markt. Wie weit die Technik bereits ist, zeigt die neue Frauscher x Porsche 790 Spectre. Wir hatten beim Salone Nautico Venezia im Mai dieses Jahres Gelegenheit, das neue E-Sportboot selbst zu fahren. Wenige Wochen später stellte es einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf.

Die Zukunft des motorisierten Bootssports ist elektrisch. Zumindest dort, wo keine großen Distanzen am Stück zurückgelegt werden müssen, spricht inzwischen vieles dafür. Elektroboote sind leise, lokal emissionsfrei und kommen mit deutlich weniger beweglichen und verschleißanfälligen Komponenten aus als klassische Verbrenner. Ölwechsel, Zündkerzen oder Abgasanlage entfallen, das maximale Drehmoment steht praktisch sofort zur Verfügung.

Dass elektrisches Bootfahren keineswegs Verzicht auf Fahrspaß bedeutet, konnten wir anlässlich des Salone Nautico Venezia selbst erleben. Im historischen Arsenale von Venedig gingen wir an Bord der neuen Frauscher x Porsche 790 Spectre – und fuhren hinaus in die Lagune.

 

 

Das knapp acht Meter lange Sportboot ist das zweite Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen der österreichischen Frauscher Bootswerft und Porsche. Doch während bei der ersten gemeinsamen Yacht, der 850 Fantom Air, der elektrische Antriebsstrang im Wesentlichen in ein bestehendes Bootskonzept integriert wurde, gingen die Entwickler bei der Spectre einen entscheidenden Schritt weiter: Sie konstruierten das Boot von Grund auf um den elektrischen Antrieb des Porsche Macan Turbo herum.

 

 

 

Die Spectre hat einen komplett neu entwickelten, optimierten Rumpf

Der Rumpf wurde komplett neu entwickelt, kompakter, schmaler und leichter ausgelegt. Batterie, Motor und Leistungselektronik waren nicht nachträglich zu integrierende Komponenten, sondern Ausgangspunkt der Konstruktion.

Das Ergebnis spürt man sofort. Der 400 kW beziehungsweise 544 PS starke Elektromotor beschleunigt die Spectre mit einer Vehemenz, die selbst erfahrene Motorbootfahrer überrascht. Kein Hochschalten, kein Warten auf Drehzahl: Gashebel nach vorn – und das Boot marschiert.

 

Frauscher x Porsche 790 Spectre
© FRAUSCHER

 

Wie leistungsfähig das Konzept ist, bewies Frauscher nun bei der Monaco Energy Boat Challenge. Die 790 Spectre erreichte im Juli 2026 durchschnittlich 51,05 Knoten (94,5 km/h) und stellte damit einen neuen YCM Speed Record auf.

 

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Der größte Vorteil eines E-Bootes zeigt sich im täglichen Betrieb

Für Freizeitskipper ist allerdings weniger die Höchstgeschwindigkeit entscheidend. Der größte Vorteil eines E-Bootes zeigt sich im täglichen Betrieb: Der Antrieb läuft nahezu geräuschlos, Vibrationen werden reduziert, beim langsamen Manövrieren entstehen weder Abgase noch der typische Geruch eines Benzin- oder Dieselmotors.

Gerade auf Binnenrevieren ist das relevant. Auf zahlreichen europäischen Seen sind Verbrennungsmotoren bereits verboten oder stark eingeschränkt. Österreich kennt seit Jahrzehnten entsprechende Beschränkungen auf sensiblen Gewässern; auch in Deutschland gibt es Seen, auf denen private Verbrennungsmotoren nicht oder nur eingeschränkt zugelassen sind. Dass künftig weitere sensible Reviere den Betrieb klassischer Verbrenner begrenzen, ist deshalb keineswegs ausgeschlossen.

 

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Aktuell noch problematisch: die Lade-Infrastruktur

Das größte Problem bleibt allerdings die Lade-Infrastruktur. Während nahezu jeder größere Yachthafen Kraftstoff in erreichbarer Nähe anbietet, sind leistungsfähige Schnelllader für Elektroboote noch selten. Die Spectre kann an einer geeigneten DC-Station mit bis zu 270 kW laden; von zehn auf 80 Prozent soll der Ladevorgang rund 30 Minuten dauern. Frauschers italienische Vertretung betreibt am Gardasee bereits eine Schnellladestation. Auch beim Salone Nautico Venezia wurde die Spectre mit einer mobilen Schnelllade-Station direkt am Steg geladen.

Fehlt eine solche Infrastruktur, muss langsamer geladen werden – häufig über Nacht. Für ein Dayboat, das morgens startet und abends wieder am eigenen Liegeplatz liegt, ist das meist kein Problem. Auf längeren Törns mit wechselnden Häfen kann es dagegen zum entscheidenden Nachteil werden. Auch bei der Reichweite bleibt der Verbrenner im Vorteil.

Wer regelmäßig lange Küstenetappen fährt, ist mit Benzin oder Diesel derzeit meist praktischer unterwegs. Für Tagesausfahrten auf Seen oder in überschaubaren Küstenrevieren sieht die Rechnung anders aus. Wer am eigenen Liegeplatz laden kann, sollte einen Elektroantrieb bei einem Neukauf zumindest ernsthaft prüfen.

Die Frauscher x Porsche 790 Spectre ist mit einem Einstiegspreis von mehr als einer halben Million Euro sicher kein Elektroboot für jedermann. Sie ist ein technologischer Vorreiter. Doch genau darin liegt ihre Bedeutung: Die Spectre zeigt, dass ein E-Boot heute nicht mehr nur leise und sauber sein kann. Es kann auch ein kompromissloses Sportboot sein.

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