Kroatiens nautischer Tourismus wächst wirtschaftlich weiter – gleichzeitig kommen aber spürbar weniger Gastboote ins Land. Das geht aus der aktuellen Statistik des kroatischen Statistikamtes für 2025 hervor. Besonders für Sportskipper aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind die Zahlen bemerkenswert.
Die vom Kroatischen Statistikamt in Zagreb jüngst veröffentlichte Erhebung zum Thema Nautischer Tourismus des Jahres 2025, die 216 Häfen an der kroatischen Küste umfasst, darunter 86 Marinas (davon 21 Landmarinas), 71 Ankerplätze, 16 Liegeplätze und 43 Bootslager (Gesamt-Wasserfläche 4.848.475 m²; 18.850 Bojenplätze) lässt aufhorchen – und bestätigt, was viele deutschsprachige Skipper in den letzten Saisons mit ihrem Boot selbst erlebt haben.
Zwar stiegen laut der Statistik vom 30.4.2026 die Einnahmen der Marinas und nautischen Häfen 2025 um 7,9 Prozent auf rund 195 Millionen Euro. Gleichzeitig sank jedoch die Zahl der Transit-Boote – also jener Yachten und Segelboote, die nur vorübergehend Häfen anlaufen – um 7,3 Prozent auf knapp 199.000 Einheiten.
Besonders stark betroffen: Boote unter deutscher Flagge. Deren Zahl ging binnen eines Jahres um 13,6 Prozent zurück. Auch österreichische Skipper (-7,1 Prozent) und Slowenen (-7,8 Prozent) wurden deutlich weniger gezählt.
Das Angebot an kleineren Liegeplätzen wurde verringert, dafür gibt es aktuell mehr Liegeplätze für größere Yachten
Die Statistik zeigt zudem eine strukturelle Verschiebung: Kleinere Liegeplätze werden weniger. Vor allem Plätze für Boote zwischen sechs und zwölf Metern – also genau jenes Segment, das für viele Fahrtensegler und Chartercrews aus dem DACH-Raum typisch ist – wurden reduziert. Dagegen wächst das Angebot für größere Yachten ab 15 Metern deutlich.
Für Urlaubsskipper bedeutet das vor allem eines: Die Konkurrenz um klassische Liegeplätze in beliebten kroatischen Revieren dürfte in der Saison 2026 weiter zunehmen. Gleichzeitig steigen die Kosten. Schon jetzt stammen über 72 Prozent der Marina-Einnahmen aus Liegeplatzgebühren – und genau dieser Bereich legte gegenüber dem Vorjahr um mehr als neun Prozent zu.
Wer im Sommer spontan unterwegs sein möchte, sollte frühzeitig reservieren – das gilt für Marina-Boxen und für Plätze an der Boje
Besonders stark frequentiert bleiben die Reviere Split-Dalmatien, Šibenik-Knin, Zadar und Istrien. Dort konzentriert sich der Großteil des Transitverkehrs sowie der Dauerlieger. Wer im Sommer spontan unterwegs sein möchte, sollte deshalb frühzeitig reservieren – sowohl Marina-Plätze als auch Bojenfelder.
Für deutsche, österreichische und schweizerische Wassersportler lässt sich die Entwicklung klar lesen: Kroatien bleibt zwar eines der wichtigsten Mittelmeerreviere des DACH-Marktes, entwickelt sich aber zunehmend in Richtung hochpreisiger Premium-Destination.
Wer mit einem zehn bis zwölf Meter langen Fahrtenboot reist, muss sich auf höhere Liegegebühren, knapper werdende Kapazitäten und mehr Vorausplanung einstellen. Spontane Törns in der Hauptsaison könnten künftig schwieriger und teurer werden. (Original-Quelle mit allen relevanten Zahlen und Grafiken).











