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Beliebt und bedroht: Die Delfine der Adria

Wem sind sie während einer Bootsfahrt oder einem Törn im adriatischen Meer noch nicht begegnet, die Delfine der Adria. Oftmals als Einzelgänger oder zu zweit in Küstennähe unterwegs, aber auch in größeren Schulen anzutreffen, erfreuen uns die intelligenten Säugetiere mit ihrem vermeintlich spielerischen Treiben im Wasser. Die Adria-Delfine halten sich das ganze Jahr über entlang der Küste und den Inseln auf. Mit etwas Glück tummeln sie sich auch schon ’mal in der Bugwelle und schwimmen, sehr zur großen Freude für uns Menschen, scheinbar für einen Moment mit dem Boot um die Wette. Dies sind die schönen Augenblicke, die uns mit diesen intelligenten Tieren verbinden. Aber es gibt auch die andere Seite: Die Adria-Delfine sind immer noch vom Aussterben bedroht.

Eine bedrohte Spezies

Der Bestand hat sich in den letzten Jahrzehnten durch die maßlose Überfischung sowie die vormals oft schlechte Wasserqualität dramatisch verringert. Hinzu kommen Einzelfälle von toten Tieren, die als Beifang in Fischernetzen oder an verschluckten Resten von Netzteilen, Plastiktüten oder anderem Müll verenden.

Die gefährdete Population besteht in der nördlichen Adria seit Jahren aus geschätzten 220 bis 280 Delphinen, wobei es sich im Wesentlichen um den Großen Tümmler handelt oder in Einzelfällen auch um den sog. Gemeinen Delfin, welcher etwas kleiner als sein Artgenosse ist, der eine Länge von knapp unter vier Metern erreichen kann. In der südlicheren Adria nimmt die Artenzahl mit den wesentlich größeren Tiefen zu, dort ist der Streifendelphin stark vertreten, der sonst eher im Mittelmeer gesichtet werden kann.

Konkurrent der Fischer

Bis in die 1960er-Jahre wurden die schlauen und faszinierenden Meeressäuger von den Fischern als Konkurrenten betrachtet und bis zur Ausrottung bejagt. Auch in den letzten Jahren tauchen vereinzelt immer noch Bilder von erschossenen Delfinen in der Öffentlichkeit auf. Die Fischer und auch regionale Politiker, die inzwischen von einer „übermäßigen Delfinpopulation“ (!) entlang der slowenisch-kroatischen Küste sprechen, beklagen bis heute, dass die Meeressäuger einer der Hauptgründe für die leeren Netze sind und die Zahl der Delfine weitaus höher sei als die veröffentlichten Zahlen von Behörden und Organisationen, und darum fordern, das „Problem“ zu beseitigen.

Dagegen gelten die von Hilfsorganisationen, Wissenschaftlern und Ministerien genannten und seriös „quer-geprüften“ Zahlen als gesichert. Die Probleme liegen in erster Linie in der gnadenlosen Überfischung über Jahrzehnte hinweg. Inzwischen wurden für die Fischer Programme aufgelegt, die von finanzieller Entschädigung bis hin zur EU-geförderten Umstellung von der Fischerei zu kommerziellen Delfintouren reicht. Auch diese Art von Tourismus ist in jedem Fall eine gute Möglichkeit, Delfine in freier Wildbahn zu sehen und nicht zuletzt mehr über diese faszinierenden Tiere zu erfahren.

Schutz und Hilfe

Um der adriatischen Delfin-Fauna ein langfristiges Überleben sichern zu können, muss das Ökosysten weiter wiederbelebt und bei uns Menschen zu einem verantwortungsbewussten Denken und Handeln führen. Seit Anfang an ein ehrgeiziges Ziel, welches nur unter Einbeziehung aller Beteiligter aus Politik und Wirtschaft – und nicht zuletzt der Menschen an der Adria – erreicht werden kann. Federführend widmet sich die gemeinnützige Gesellschaft zur Rettung der Delfine e. V. (GRD), gegründet von Weltumsegler Rollo Gebhard (1921-2013), zusammen mit ihren Schutz- und Projektpartnern vor Ort in Kroatien bereits seit 1999 für den Erhalt dieser kleinen Population und der Einrichtung von Schutzgebieten, in denen Fischerei und Motorbootsport verboten sind.

Die GRD hat einen Leitfaden rund um das Thema aufgelegt, in dem u. a. auf das angemessene Verhalten bei einer Delfin-Begegnung eingegangen wird und wo zudem kroatische Notfall-Telefonnummern veröffentlicht sind, um zum Beispiel auf ein verletztes Tier aufmerksam machen zu können; aber gegebenenfalls auch, um ein bemerktes Fehlverhalten bei einer Delfinbegegnung melden zu können. (GRD-APP, GRD-Youtube)

 

Delfinsichtungen in der Adria 2025

 

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Mehr Informationen

Auf der Interaktive Karte sind Delfinsichtungen in der Adria – 2025 zu sehen. (Symbol links oben öffnet die Seitenleiste, Symbol rechts oben öffnet die Karte in Fullscreen)

 

Die große Faszination

Das Beobachten dieser besonderen Tiere ist ein unvergessliches Erlebnis für Groß und Klein und wer sie sehen will, muss als Erstes deren Lebensraum und Verhaltensweisen verstehen und respektieren. Delfine und generell alle Meeressäuger sind seit 1995 gesetzlich geschützt und das Schwimmen mit ihnen ist in Kroatien verboten.

Verhalten bei Sichtung von Delfinen

Für das Verhalten bei der Begegnung mit Delfinen gibt es Grundregeln, die dazu beitragen, die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum nicht zu stören oder gar durch Fehlverhalten deren Verhaltensweisen zu verändern: Sind Delfine in der Nähe zu sehen, müssen abrupte Fahrtrichtungsänderungen bzw. das schnelle Zufahren auf die Tiere vermieden werden.

Zur Beobachtung steht der Hebel auf Leerlauf und natürlich dürfen die Tiere nicht angelockt oder gefüttert werden; diese brauchen immer genügend Bewegungsfreiraum und selbstverständlich muss es immer den Delfinen überlassen bleiben, sich Booten und Menschen zu nähern. Und wenn sich die Delfine wieder entfernen, verfolgen sie diese in keinem Fall. Für das Tierwohl muss immer ein respektvolles und angemessenes Verhalten im Vordergrund stehen, denn wir bewegen uns in deren Lebensraum. Genießen wir den schönen Moment mit diesem außergewöhnlichen Naturschatz, den uns die kroatische Adria mit diesen Tieren bietet.

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