Aberglaube an Bord: Von roten Socken, Blumengestecken im Heck und rituellem Kratzen am Mast

Aberglaube an Bord

Wenn Jungfrauen am Mast kratzen sollen, Blumengeschenke direkt über Bord gefiert werden und auch fröhliches Pfeifen unterlassen werden muss, sind das untrügliche Indizien dafür, dass mindestens der Skipper an Bord abergläubig ist. SeaHelp hat die 13 (!) bekanntesten Aberglauben an Bord zusammengestellt.

Aberglaube No. 1 – Keine Blumen an Bord

Blumen an Bord erinnern an Beerdigungen und bringen Unglück, schon eine harmlose kleine Basilikumpflanze im Topf in der Pantry wird äußerst argwöhnisch beäugt. Blumensträuße oder gar dekorative Topfblumen (Hängegeranien an der Reling?!) sind bei abergläubischen Seglern komplett verpönt. Wenn überhaupt sind Blumen nur auf dem Achterdeck eines romantischen Hausbootes erlaubt. Wobei sich das Verbot von Blumen an Bord nur auf Segelyachten bezieht. Wer mit einer schicken Motoryacht unterwegs ist, kann sein zur Promenade geöffnetes Cockpit gerne mit einem kunstvollen Blumengesteck schmücken.

Aberglaube No. 2 – Das richtige Tattoo

halb als Tätowierung auf vielen Unterarmen von wackeren Seebären. Dabei ist es wichtig, dass er bei aufrechter Körperhaltung immer senkrecht steht, damit das Glück nicht herausfallen kann.

Aberglaube No. 3 – Am Mast kratzen

Liegt das Schiff in bleierner Flaute soll es helfen, wenn eine Jungfrau am Mast kratzt. Wie das mit dem veralteten Spruch „Frau an Bord bringt Todschlag und Mord“ zusammenpasst, ist fraglich. Ebenfalls eine frische Brise herbeizaubern kann, wer mit einem alten, rostigen Nagel am Mast kratzt. Das dürfte in vielen Fällen leichter zu realisieren sein, als unter der Crew eine Jungfrau zu finden.

Aberglaube No. 4 – Ungetaufte Schiffe

Vorsicht bei Taufzeremonie und Namenswahl des Schiffes. Mit einer ungetauften Yacht sollte man nicht in See stechen, das bringt Unglück. Sein Schiff nach der Verlobten zu benennen ist aber auch gefährlich, denn dann wird die schmucke Yacht eifersüchtig. Besser, man tauft ein gebraucht gekauftes Schiff gar nicht um und fährt schicksalergeben mit Sabine V zur See – wer immer auch Sabine war. Und wer es ganz genau nehmen will, wählt für seine Yacht auf keinen Fall einen Namen, der auf „A“ endet, das bringt ebenfalls Pech.

SeaHelp hat eine Rangliste der beliebtesten Schiffsnamen zusammengestellt, neben bekannten „Oldies but Goldies“ wie „Sunshine“, „Black Pearl“ und „Carpe Diem“ halten sich auch einige Namen, die auf „A“ enden, beständig in den Top 20 – vielleicht sollten die Eigner von „Bella“, „Luna“ und auch „Aurora“ bei der nächsten Yacht ein wenig kreativer werden.

Übrigens: Die „Titanic“ wurde nie getauft.

Aberglaube No. 5: Pfeifen

Wer fröhlich pfeifend seine Wache antritt wird vom Käpt’n gleich angemacht „An Bord pfeift nur der Wind!“. Denn auf allen Schiffen gilt: Wer an Deck pfeift, beschwört den nächsten Sturm herauf.

Aberglaube No.6: Keine Häschen

Vor allem bei französischen Seglern sind Hasen an Bord echte Unglücksbringer. Das gilt in Ausnahmefällen sogar für die Kuscheltiere der jüngsten Mitsegler. Der schlechte Ruf der Tiere kommt daher, dass im 18. und 19. Jahrhundert lebende Hasen als Nahrungsmittel mit auf die lange Seereise genommen wurden. Doch konnten die Tiere an Bord entwischen, sorgten sie mit ihren scharfen Zähnen oftmals für schwere Fraßschäden an Proviant und Leinen.

Aberglaube No.7: Problematisches Obst

So romantisch beim Start auf einen langen Törn im Netz am Kajütdeck aufgehängte Bananen auch vor sich hin baumeln, auf vielen Schiffen sind die gelben Früchte als Unglücksbringer verboten. Der schlechte Ruf der gelben Früchte reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, als zahlreiche Schiffe, die Bananen von der Karibik nach Spanien transportierten, sanken oder spurlos verschwanden. Ursache dafür könnte der zuweilen waghalsige Kurs der Kapitäne gewesen sein, um die verderbliche Ware möglichst schnell zum Zielhafen zu transportieren. Ebenfalls in Verruf geriet die exotische Staude, als mit ihnen unfreiwillig giftige Spinnen einschmuggelt wurden.

Wie auch immer: Wer den Geruch von überreifen Bananen unter Deck kennt, braucht für ein Verbot dieser Früchte an Bord keinen Aberglauben.

Aberglaube No.8: No smoking

Wer meint, seine Kippe an einer Kerzenflamme entzünden zu müssen, riskiert das Leben eines Seemannes! Diese Regel gilt sowohl an Land, als auch auf See. Und beruht vermutlich darauf, dass Seeleute ohne Heuer oft versuchten, sich mit dem Verkauf von Streichhölzern ein kleines Zubrot zu verdienen.

Aberglaube No.9: Opfer für Rasmus

Egal wie der Meeresgott heißt, er muss bei Antritt der Fahrt besänftigt werden, damit er dem Schiff und seiner Besatzung immer gut gewogen ist. Am besten ist ein guter Schluck Sherry, der direkt in Lee (!) über die Bordwand gegossen wird. Dazu mit dem passenden Spruch „Rasmus altes Rübenschwein, schenkt und Wind und Sonnenschein“. Um Neptun, Poseidon & Co nicht zu verärgern, sollten auf See auch nie Haare und Nägel geschnitten werden, dazu gilt es, die Farbe Grün als Kleidungs- aber auch Ausrüstungsgegenstand zu vermeiden. Grün ist die Farbe Neptuns, und damit dem Meeresgott vorbehalten.

Aberglaube No.10: Mut zur Farbe

Schonmal gewundert, warum Regattasegler mit roten Socken an den Füßen in das entscheidende Rennen gehen? „Red socks“ gelten, vor allem bei den neuseeländischen Seglern, als Glücksbringer. Das Ritual geht auf Segelidol Sir Peter Blake zurück, der 1995 bei der ersten Jagd der „Kiwis“ auf den legendären America’s Cup von seiner Frau ein paar rote Glückssocken geschenkt bekam. Und wenig später den begehrten Cup in den Händen halten durfte. Hat also nix mit einer offen zur Schau getragenen politischen Einstellung zu tun, auch wenn die „Rote Socken Kampagne“ noch immer im Gedächtnis haftet.

Aberglaube No.11: Schutz aus dem Jenseits

Kreisen über dem Schiff majestätische Albatrosse oder große Seevögel, muss das nicht unbedingt ein schlechtes Omen sein. In ihnen, so sagt man, leben die Seelen verstorbener Seefahrer weiter. Und die können durchaus eine schützende Hand auf Schiff und Besatzung legen.

Aberglaube No.12: Guter Geist an Bord

Treibt auf einem Schiff ein meist rothaariger, Pfeife rauchender Klabautermann sein Unwesen und macht allerlei Schabernack, ist das kein gruseliges, sondern ein beruhigendes Zeichen. Der Klabautermann wacht auf über sein Schiff und weist mit einem deutlichen Klopfzeichen auf Gefahren hin.

Aberglaube No.13: Verschiedene Talismane

Für mehr Geschwindigkeit bei Windjammern sollten an den Klüverbaum genagelte Hai- oder Walflossen sorgen, die oft opulent ausgestatteten Gallionsfiguren leicht bekleideter Frauen sollten die zornigen Meeresbewohner und Stürme beruhigen. Auch Katzen an Bord bringen Glück, vor allem, weil sie Ratten und Mäuse bekämpfen und so zur Bordhygiene beitragen. Knoblauch an Bord hilft zudem gegen manche Unbill und wenn eine Gruppe Delfine das Schiff begleitet, haben Pech und Schwerwetter keine Chance.

Ganz leicht umzusetzen und auch deutlich weniger martialisch als das Anbringen von Flossen am Bugkorb: Beim Mastsetzen eine Münze unter den Mastfuß legen! Kann ja nicht schaden…

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