Immer einen Abstecher wert: Die UNESCO-Welterbestätten in Kroatien

Nationalpark Plitvicer Seen (Kroatien)
Nationalpark Plitvicer Seen (Kroatien)Author: Evergreen | © Evergreen

1.154 UNESCO-Welterbestätten in 167 Ländern weltweit machen die Geschichte der Menschheit und des Planeten erlebbar. Neun davon befinden sich in Kroatien. SeaHelp stellt sie vor.

Welterbestätten sind Zeugnisse vergangener Kulturen, materielle Spuren von Begegnungen und Austausch, künstlerische Meisterwerke und einzigartige Naturlandschaften. Ihnen gemeinsam ist ihr außergewöhnlicher universeller Wert, ihre Bedeutung nicht nur für nationale oder lokale Gemeinschaften, sondern für die gesamte Menschheit.

Der Schutz und nachhaltige Erhalt dieser Stätten liegt deshalb in der Verantwortung der gesamten Völkergemeinschaft. Er wird durch die Anwendung des für die Kulturpolitik und den Naturschutz zentralen Instruments – der Welterbekonvention aus dem Jahr 1972 – sichergestellt.

Neun der UNESCO-Welterbestätten befinden sich in Kroatien, ein Besuch lohnt

194 Staaten sind der Welterbekonvention bisher beigetreten, sie hat universelle Gültigkeit. 1.154 UNESCO-Welterbestätten in 167 Ländern wurden bis dato ausgewiesen; neun davon (nicht mitgerechnet die „Ur- und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“) befinden sich in Kroatien.

Tipp für Kroatien-Urlauber, egal ob sie mit der Yacht unterwegs sind oder Landurlaub machen: planen Sie rechtzeitig einen Abstecher zu der einen oder anderen Welterbestätte ein – es lohnt sich!

1. Der historische Komplex von Split mit dem Diokletianpalast

Die Ruinen des Diokletian-Palastes, der zwischen dem späten 3. und dem frühen 4. Jahrhundert n. Chr. erbaut wurde, sind in der ganzen Stadt zu finden. Die Kathedrale wurde im Mittelalter unter Wiederverwendung von Materialien aus dem alten Mausoleum erbaut.

 

Split mit dem Palast des Diokletian (Kroatien)
Historischer Komplex von Split mit dem Palast des Diokletian (Kroatien)Author: Amos Chapple | © OUR PLACE The World Heritage Collection

 

Romanische Kirchen aus dem 12. und 13. Jahrhundert, mittelalterliche Befestigungsanlagen, gotische Paläste aus dem 15. Jahrhundert und andere Paläste im Renaissance- und Barockstil bilden den Rest des Schutzgebiets in der Gespanschaft Split-Dalmatien, welches 1979 Eingang in die Welterbeliste fand und insgesamt 20,8 ha misst.

 

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2. Die Altstadt von Dubrovnik

Die an der dalmatinischen Küste gelegene „Perle der Adria“ (Größe: 96,7 ha, Pufferzone: 1.188,6 ha) in der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva an der Adriaküste entwickelte sich ab dem 13. Jahrhundert zu einer wichtigen Seemacht im Mittelmeerraum.

Obwohl die Stadt 1667 durch ein Erdbeben schwer beschädigt wurde, gelang es Dubrovnik, seine wunderschönen gotischen, Renaissance- und Barockkirchen, Klöster, Paläste und Brunnen zu bewahren.

In den 1990er Jahren durch bewaffnete Konflikte erneut beschädigt, steht es heute im Mittelpunkt eines großen Restaurierungsprogramms, das von der UNESCO koordiniert wird. Datum der Eintragung in die Welterbeliste: 1979 (mit Grenzänderungen im Jahr 1994).

 

Altstadt von Dubrovnik (Kroatien)
Altstadt von Dubrovnik (Kroatien)Author: Francesco Bandarin | © UNESCO

 

3. Der Nationalpark Plitvicer Seen

Eingebettet in ein Mosaik aus Wäldern und Wiesen in den unteren Erhebungen der Dinariden bewahrt der Nationalpark Plitvicer Seen, mit fast 30.000 Hektar der größte Nationalpark Kroatiens, eine auffallend schöne und intakte Reihe von Seen, die durch natürliche Tuffbarrieren gebildet werden. Diese Tuffbarrieren sind das Ergebnis langjähriger und kontinuierlicher Wechselwirkungen zwischen Wasser, Luft, Sedimenten (geologischer Untergrund) und Organismen.

Die Ausdehnung des dynamischen, sich ständig weiterentwickelnden Seensystems, der Anteil der Tuffbarrieren, zusammen mit den zahlreichen dynamischen Wasserfällen und klaren Wasserläufen und der Ausdruck der Farben, machen den Nationalpark Plitvicer Seen laut UNESCO-Welterbekommission zu einem „ästhetisch herausragenden Naturschauspiel von globaler Bedeutung“; die Eintragung erfolgte 1979 (Grenz-Änderungen im Jahr 2000).

 

Nationalpark Plitvicer Seen (Kroatien)
Nationalpark Plitvicer Seen (Kroatien)Author: Evergreen | © Evergreen

 

4. Der Bischofskomplex der Euphrasius-Basilika im historischen Zentrum von Poreč

Die Gruppe religiöser Denkmäler in Porec (Istrien), wo das Christentum bereits im 4. Jahrhundert gegründet wurde, ist der besterhaltene Komplex seiner Art. Die Basilika, das Atrium, das Baptisterium und der Bischofspalast sind herausragende Beispiele religiöser Architektur, während die Basilika selbst auf außergewöhnliche Weise klassische und byzantinische Elemente kombiniert.

Einer der Gründe, das gesamte, etwa 1,1 ha große Anwesen 1997 in die Welterbe-Liste der UNESCO aufzunehmen, war der Umstand, dass der bischöfliche Komplex der Euphrasius-Basilika im historischen Zentrum von Porec ein „herausragendes Beispiel für ein frühchristliches bischöfliches Ensemble“ sei – „aufgrund seiner Vollständigkeit und seiner einzigartigen, außergewöhnlichen Basilika-Kathedrale“, urteilte die Kommission.

 

Bischofskomplex der euphrasianischen Basilika im historischen Zentrum von Porec
Bischöflicher Komplex der Euphrasius-Basilika im historischen Zentrum von Porec (Kroatien)Author: Ko Hon Chiu Vincent | © Ko Hon Chiu Vincent

 

5.Die Altstadt von Trogir

Trogir in der Gespanschaft Split-Dalmatien ist ein bemerkenswertes Beispiel urbaner Kontinuität. Der orthogonale (rechtwinklig angelegte) Straßenplan dieser Inselsiedlung stammt aus der hellenistischen Zeit und wurde von aufeinanderfolgenden Herrschern mit vielen architektonisch bemerkenswerten öffentlichen und privaten Gebäuden und Befestigungsanlagen verziert.

Seine romanischen Kirchen werden durch die herausragenden Renaissance- und Barockbauten aus der venezianischen Zeit ergänzt. Das Komitee beschloss, dieses 6,4 ha große Gebiet 1997 in die Welterbeliste der UNESCO aufzunehmen, da Trogir ein „hervorragendes Beispiel für eine mittelalterliche Stadt“ sei, die „auf dem Grundriss einer hellenistischen und römischen Stadt gebaut“ worden sei und deren städtische Struktur über die Zeit bewahrt habe, und zwar „in einem außergewöhnlichen Maß und mit einem Minimum an modernen Eingriffen“.

 

Historische Stadt Trogir (Kroatien)
Historische Stadt Trogir (Kroatien)Author: Francesco Bandarin | © UNESCO

 

6.Die Kathedrale des Hl. Jakob in Šibenik

Die St.-Jakobs-Kathedrale in Šibenik (1431-1535, Eintragung im Jahr 2000) in der Gespanschaft Šibenik-Knin an der dalmatinischen Küste zeugt vom beträchtlichen Austausch auf dem Gebiet der Monumentalkunst zwischen Norditalien, Dalmatien und der Toskana im 15. und 16. Jahrhundert.

Die drei Architekten, die beim Bau der Kathedrale nacheinander mitwirkten – Francesco di Giacomo, Georgius Mathei Dalmaticus und Niccolò di Giovanni Fiorentino – entwickelten eine Struktur, die vollständig aus Stein gebaut wurde und wandten einzigartige Konstruktionstechniken für das Gewölbe und die Kuppel der Kathedrale an.

Die Welterbekommission befand: „Die strukturellen Merkmale der St.-Jakobs-Kathedrale in Šibenik machen sie zu einem einzigartigen und herausragenden Gebäude, in dem gotische und Renaissance-Formen erfolgreich miteinander vermischt wurden“. Die Kathedrale des Hl. Jakob sei das „fruchtbare Ergebnis beträchtlicher Einflüsse zwischen den drei kulturell unterschiedlichen Regionen Norditaliens, Dalmatiens und der Toskana im 15. und 16. Jahrhundert“.

 

St.-Jakobs-Kathedrale in Šibenik
Die Kathedrale des Heiligen Jakobus in Šibenik (Kroatien)Author: Ko Hon Chiu Vincent | © Ko Hon Chiu Vincent

 

7. Die Ebene von Stari Grad

Die Stari-Grad-Ebene in den Landkreisen Split und Dalmatien auf der adriatischen Insel Hvar ist eine Kulturlandschaft, die seit ihrer ersten Besiedlung durch ionische Griechen aus Paros im 4. Jahrhundert v. Chr. praktisch intakt geblieben ist.

Die ursprüngliche landwirtschaftliche Tätigkeit dieser fruchtbaren Ebene, die sich hauptsächlich auf Trauben und Oliven konzentriert, wird seit der griechischen Zeit bis heute aufrechterhalten.

Das 1.376 ha große Gelände (Pufferzone: 6.403 ha) ist auch ein Naturschutzgebiet. Die Landschaft besteht aus alten Trockensteinmauern, Verzierungen und kleinen Behausungen aus Stein und zeugt nach Auffassung der Welterbe-Kommission „von dem historischen geometrischen System der Landaufteilung, das von den alten Griechen verwendet wurde, der Chora, die über 24 Jahrhunderte praktisch intakt geblieben ist“; die Eintragung erfolgte im Jahr 2008.

 

Ebene von Stari Grad (Kroatien)
Ebene von Stari Grad (Kroatien)Author: Ivo Pervan | © Ivo Pervan

 

8. Stećci – Mittelalterliche Grabsteinfriedhöfe

An insgesamt 28 Stätten in Bosnien und Herzegowina, Westserbien, Westmontenegro sowie Zentral- und Südkroatien lassen sich die sogenannten Stećci, regional charakteristische mittelalterliche Grabsteine, finden. Die Friedhöfe aus dem 12. bis 16. Jahrhundert n. Chr. sind in Reihen angelegt, wie es in Europa seit dem Mittelalter üblich war.

Die UNESCO ist der Ansicht, die Stećci seien „außergewöhnliche Zeugnisse der spirituellen, künstlerischen und historischen Aspekte der mittelalterlichen Kulturen Südosteuropas, einem Gebiet, in dem sich Traditionen und Einflüsse des europäischen Westens, Ostens und Südens mit früheren Traditionen verflochten haben“ und trug das 49 ha große kroatische Ensemble (Pufferzone 321 ha) aus diesem Grund 2016 in die Welterbeliste ein.

 

Stecci, Maculje, Novi Travnik
Stecci, Maculje, Novi TravnikAuthor: Adnan Šahbaz | © Adnan Šahbaz

 

9. Die venezianischen Verteidigungsanlagen Stato da Terra – Westliches Stato da Mar

Das Gebiet besteht aus sechs Komponenten von Verteidigungsanlagen in Italien, Kroatien und Montenegro, die sich über mehr als 1.000 Kilometer zwischen der Lombardei in Italien und der östlichen Adriaküste erstrecken. Die Befestigungen im gesamten Stato da Terra schützten die Republik Venedig vor anderen europäischen Mächten im Nordwesten, und die des Stato da Mar schützten die Seewege und Häfen in der Adria bis zur Levante.

Begründung der Welterbekommission für eine Aufnahme des 378 ha großen Areals (Pufferzone 1.749 ha) im Jahr 2017: „Die von der Republik Venedig errichteten Verteidigungsnetzwerke sind von außergewöhnlicher historischer, architektonischer und technologischer Bedeutung. Zu den Attributen des besonderen universellen Wertes gehören Erdarbeiten sowie Befestigungs- und Verteidigungsanlagen aus der Republik Venedig im 16. und 17. Jahrhundert.

Dazu tragen stark die Landschaftskulissen bei, die die visuellen Qualitäten der sechs Komponenten verstärken, sowie städtische und defensive Strukturen aus früheren (Mittelalter) und jüngeren Geschichtsepochen (wie die Änderungen und Ergänzungen aus der napoleonischen und osmanischen Zeit), die eine wahrheitsgetreue Darstellung der seriellen Bestandteile und ein Erkennen der taktischen Kohärenz jedes Militärgeländes in seinem Endzustand ermöglichen“.

 

Venezianische Verteidigungswerke zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert
Venezianische Verteidigungsanlagen zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert: Orthofoto der Stadtfestung von Palmanova (Italien)Author: Municipality of Palmanova | © Municipality of Palmanova

(Quelle Fotos: UNESCO, veröffentlicht und zum Download freigegeben)

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