Kein Strom an Bord: SeaHelp-Einsatzboote müssen vermehrt Starthilfe leisten

SeaHelp Starthilfe (Jump Start: kostenlose Leistung für Mitglieder)
Wenn die Bordbatterie versagt, leisten die SeaHelp-Einsatzkräfte für Mitglieder kostenlose Starthilfe, liegt der Fehler in der Bordelektrik, schleppen sie auch ab.

Starthilfe zu leisten, wenn die Bord-Batterie entladen ist, zählt zu den kostenlosen Dienstleistungen, die in eine SeaHelp-Mitgliedschaft integriert sind. Nicht zu Unrecht, wie sich anhand der SeaHelp-Pannenstatistik zeigt, denn die Zahl der Starthilfe-Ersuchen nahm in den vergangenen Jahren deutlich zu. Dabei sollte man deutlich zwischen herkömmlichen Autobatterien und Bordbatterien auf Schiffen, Booten oder Yachten unterscheiden, denn wenn die herkömmliche Autobatterie ihren Dienst versagt, kann man sich getrost zurücklehnen und alternativ auf einen vorhandenen Zweitwagen, die örtliche Kfz-Werkstatt oder einen Pannendienst zur Starthilfe zurückgreifen.

An Bord, insbesondere, wenn man vor Anker oder an einer Boje liegt und ein Sturm oder Gewitter am Himmel aufzieht, hilft in den meisten Fällen nur ein Anruf bei SeaHelp mit der Bitte um Starthilfe, um die Gefahr abzuwenden.

Unterschiedliche Batterie – Typen

Um ein wenig mehr Gefühl für die Stromquelle an Bord zu bekommen, sei an dieser Stelle kurz auf die unterschiedlichen Typen der Bordbatterien eingegangen: Generell unterscheidet man zwischen sogenannten Blei-Säure-Batterien und den neuartigen Lithium-Batterien. Blei-Säure-Batterien haben sich je nach Anforderungsprofil entsprechend weiterentwickelt. Während bei älteren Bord-Batterien noch konstruktionsbedingt destilliertes Wasser nachgefüllt werden musste, können sich Eigner das bei den verschlossenen Bordbatterie-Typen wie AGM-, Gel- oder Bleikristallbatterien systembedingt sparen. Gleiches gilt natürlich auch für die neuartigen Lithium-Batterien.

Bordbatterie ist nicht gleich Bordbatterie

Welches System für welchen Bootstypen und das jeweilige Anforderungsprofil des Eigners entsprechende Vorteile ausweist, lässt sich eigentlich nur über die individuelle Beratung des Fachhändlers seines Vertrauens klären, denn zu unterschiedlich sind die Kriterien. Angefangen von der Fertigungsqualität über die von den Batterieherstellern angegebene Entladezeit, der Entladetiefe oder der Zahl der möglichen Ladezyklen definieren sich die Unterschiede nicht immer, aber doch immer öfter letztlich auch über den Preis.

Starterbatterie entscheidend

Als Starterbatterien, die ja in erster Linie Starthilfe benötigen, eignen sich für die überwiegende Mehrzahl der Einsatzzwecke an Bord sogenannte AGM-Batterien (Absorbent Glass Mat, Konstruktionsform des Inneren der Batterie, Anm. d. Red.), bei denen neben anderen Vorteilen auch keine Säure auslaufen kann. Sie weisen eine geringe Neigung zur Selbstentladung auf, verkraften hohe Ladeströme (ggf. auch bei Starthilfe Vorgängen), wie sie beim Betreiben von Ankerwinsch oder Bugstrahlruder benötigt werden und überstehen auch längere Zeit bei niedrigen Temperaturen schadlos.

Lithium-Batterien erfordern aufwendiges Batterie-Management

Teure Lithium-Batterien wären eigentlich die perfekte Alternative, wenn sie nicht ein spezielles technisch aufwendiges Batterie-Management-System erfordern würden, das die Bordbatterie überwacht und bei fehlerhafter Funktion sofort vom Bordnetz trennt, ohne dass der Skipper darauf Einfluss ausüben kann. Schon aus diesem Grund kann man ihnen bisher noch die Eignung als Starterbatterie absprechen, zumal sie auch bei niedrigen Temperaturen, wie auch bei den Elektrofahrzeugen hinlänglich bekannt, deutlich an Leistung einbüßen. Und im Gebrauch können sie bei einem Schaden ohne Vorwarnung das System abschalten, während man bei den herkömmlichen Blei-Säure-Batterien den Verlust an Leistung spürbar bei jedem Startvorgang feststellen kann und die Möglichkeit hat, zu reagieren.

Bei längeren Liegezeiten der Batterie Aufmerksamkeit schenken

Doch auch, wenn oftmals getrennte Systeme an Bord einerseits für das Starten des Motors verantwortlich zeichnen und eine zusätzliche Stromversorgung die „üblichen Verdächtigen“ für eine entladene Batterie wie Kühlschränke, Beleuchtung, Funkgeräte, Laptops, Tablets oder Handys versorgt, ist man vor entladenden Bordbatterien nie so ganz gefeit, insbesondere dann nicht, wenn man unbesorgt mehrere Tage an einer Boje oder einem Ankerplatz gelegen hat und sich in Urlaubslaune dazu hat verleiten lassen, der Batterie an Bord nicht die nötige Aufmerksamkeit zu schenken, damit man keine Starthilfe benötigt.

 

SeaHelp Ersatzteil Service: Wenn Starthilfe (jump start) nicht mehr möglich sind, liefern wir auch eine Batterie.
Eines ist sicher: Irgendwann ist auch die beste Batterie am Ende. SeaHelp sorgt mit seinem für Mitglieder kostenlosen Ersatzteilservice für den Austausch der Batterie, selbst dann, wenn sie sich gerade auf einem Törn befinden.

 

Hier ein paar SeaHelp-Tipps, damit ihr Stromspeicher an Bord fit bleibt:

Eine Batterie für Ihr Boot muss genauso gepflegt und gewartet werden, wie jeder andere Akku auch. Durch die Größe und Leistungsfähigkeit dieser Batterien gibt es aber noch einige Feinheiten, mit denen man die Lebensdauer und auch die Zuverlässigkeit seiner Batterie verlängern bzw. verbessern kann. Lesen Sie sich die folgenden Punkte durch, um Starthilfe fürs Boot schon von vornherein zu verhindern.

  • Wenn Sie längere Zeit vor Anker liegen und keine Generatoren oder Solarkollektoren an Bord haben, dann sollten Sie den Bootsmotor für 1-2 Stunden laufen lassen, um der Batterie ein wenig Ladung zu geben. Es wäre sogar noch besser, eine kurze Fahrt zu machen, denn dann lädt die Batterie sogar um einiges schneller und man vermeidet Starthilfe.
  • Wenn Sie einen Generator oder Solarpanels haben, sollten Sie immer darauf achten, dass diese die Batterie bzw. die Batterien auch tatsächlich laden.
  • Wenn Sie ein elektrisches Gerät nutzen wollen, das viel Strom verbraucht, wie zum Beispiel eine Ankerwinde, Wasserpumpen oder ein Bugstrahlruder, dann sollten Sie währenddessen immer den Motor laufen lassen, um die Batterie nicht zu stark zu entladen.
  • Planen Sie im Voraus: Schon bei der Umsetzung der Bootselektrik sollte darauf geachtet werden, eine separate Batterie zum Starten des Motors anzuschließen. Diese sollte nicht von anderen Verbrauchern „angezapft“ werden können.
  • Nutzen Sie den Hauptschalter (Master-Switch) nicht in Position/Funktion 1 oder 2. In diesen Fällen würden nämlich alle Batterien geschwächt, falls nur eine von ihnen etwas weniger Spannung hat. Hierzu gibt es umfassende Berichte und Anleitungen.
  • Alle Kontaktstellen und Klemmen sollten sich in einem guten Zustand befinden. Sie sollten regelmäßig gereinigt, von etwaigem Rost befreit und gewartet, im schlimmsten Fall dann auch ersetzt werden. Die Kabel auf dem Boot sind an den isolierten Bereichen relativ wenig anfällig für Korrosion und Alterung, doch die Schwachstellen sind alle Kontakte und Klemmen, die der Witterung auf See ausgesetzt sind – auch unter Deck. Eine Überlastung kann sogar zu Überhitzung führen und stellt damit eine direkte Brandgefahr durch Ausgasung dar.
  • Kabel und die offenliegenden Kontaktstellen vertragen weder Rost noch Schmutz. Eine schwarze oder grüne Farbe sind immer Anzeichen dafür, dass Sie etwas austauschen oder aufbereiten müssen. Sie sollten dafür sorgen, dass die komplette Verkabelung an Bord immer „topp in Schuss“ ist, auch wenn das manchmal eine mühselige Aufgabe ist. Glauben Sie uns, es wird sich lohnen und so mancher Kapitän hätte sich einen Jump Start- bzw. Starthilfe-Notfall sparen können, wenn die Elektronik mehr Aufmerksamkeit erfahren hätte. Wenn Sie auf wirklich sicher gehen möchten, können Sie solche Arbeiten selbstverständlich auch regelmäßig vom Bootsbauer oder der Werft Ihres Vertrauens durchführen lassen.

 

SeaHelp Starthilfe (jump start): Problem Batterie mit Kontakten oxidiert bzw. korrodiert sind.
Feuchtigkeit führt zur Korrosion. Sehen die Anschlüsse aus wie auf diesem Bild, beeinträchtigt das den Stromfluss erheblich.

 

Waren Batterien früher besser oder wird heute mehr Strom genutzt?

Bei aller gebotenen Vorsicht: Wie so oft steckt der Teufel im Detail und damit eben auch in der Bordelektrik, bzw. den Batterien. Wer mit den SeaHelp-Einsatzkräften spricht, die tagtäglich mit solchen Problemen zu tun haben, kommt schnell zu dem Schluss: Viele Batterien verfügen heute schon im Neuzustand nicht mehr über die Qualität, die sie früher aufwiesen, denn anders lassen sich die häufigen Defekte, die immer wieder zu Einsätzen führen, kaum erklären. Vielleicht noch mit einer Ausnahme: Die Skipper haben ihr Nutzungsverhalten nicht den Möglichkeiten, die die Bordelektronik bietet, angepasst. Oder andersherum: Sie verbrauchen mehr Strom, als eigentlich zur Verfügung steht oder durch Bordmittel nachgeladen werden kann.

SeaHelp-Sicherheit: Starthilfe oder Schlepp – für Mitglieder kostenlos

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte eine SeaHelp-Mitgliedschaft abschließen. Dann reichen nur zwei Klicks auf dem (hoffentlich noch geladenem) Smartphone auf der SeaHelp-App, und ein Einsatzboot bringt Starthilfe. Damit ist man doppelt sicher: Lag es nicht an der Bordbatterie, sondern der Bordelektrik, kann der Skipper samt Schiff in den nächsten sicheren Hafen geschleppt werden, übrigens auch eine kostenlose SeaHelp-Leistung.

 

SeaHelp Ersatzteilservice: Kostenlose Leistung für Mitglieder. z.B. Batterie / Starterbatterie Lieferung
Wenn die Batterie ihren Dienst versagt, hilft meist nur noch ein Tausch. In der Marina kein Problem, vor Anker bei aufziehendem Gewitter kann das schon gefährlich werden.
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