Nach seinem ersten Praxiseinsatz auf Azimut-Yachten beim Cannes Yachting Festival 2025 und der Branchenpräsentation auf der Metstrade in Amsterdam im selben Jahr, stellte Watchit im Januar nun erstmals auch in Deutschland sein KI-gestütztes Grundberührungs- und Kollisionsvermeidungs-System für Freizeitboote vor. Das soll sich auch für kleinere Yachten und Boote eignen und auf moderneren Booten leicht nachzurüsten sein.
Bei manchen Produkten fragt man sich, warum sie nicht viel eher auf den Markt gekommen sind. So auch bei der Watchit -Technologie, die 2025 erstmals vorgestellt wurde und auch auf der diesjährigen boot in Düsseldorf gezeigt wurde.
Watchit ist zunächst ein Produkt für die maritime Sicherheit, das, kurz gesagt, Marine-KI und Näherungssensorik kombiniert. Was bereits seit mehreren Jahren aus der automobilen Sicherheit bekannt ist, gibt es nun also endlich auch für Boote – und zwar soll sich das System für „alle Bootstypen eignen, von kleinen Beibooten bis hin zu luxuriösen Superyachten“, heißt es aus dem Unternehmen – wie z.B. einer Großyacht von Azimut, auf der Watchit im letzten Jahr erstmals verbaut und der Öffentlichkeit präsentiert wurde.
„Watchit Eye wurde entwickelt, um eigenständig nahegelegene Gefahren zu erkennen, darunter Bojen, kleine Fischerboote, Jetskis und Risiken durch andere Wasserfahrzeuge“, sagt Yotam Levy, der uns das System in Düsseldorf demonstriert. So unterstütze das System Kapitäne dabei, „den Überblick zu behalten, schneller und klüger zu entscheiden und kostspielige Unfälle zu vermeiden – ganz ohne zusätzliche Komplexität oder Ablenkung“.
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Skipper sollen dabei unterstützt werden, Unfälle zu vermeiden, bevor sie passieren
„Wir haben das Sicherheitskonzept moderner Fahrerassistenzsysteme (ADAS) aus der Automobilbranche aufgegriffen und für den Einsatz auf dem Wasser neu gedacht“, ergänzt Tal Duvdevany, der CEO des kleinen israelischen Startups. Mit Watchit Eye könnten Boote Risiken nun proaktiv erkennen und darauf reagieren – „und Kapitäne dabei unterstützen, Unfälle zu vermeiden, bevor sie passieren, selbst unter schwierigsten Bedingungen.“
Typische Installationsorte sind je nach Schiffstyp und -geometrie der Mast, der Radarbügel oder das Hardtop. Daten und Strom werden per Kabel (kabelgebundene Verbindung) übertragen – es wird keine drahtlose oder WLAN-Datenübertragung verwendet.

Wie funktioniert das System? Watchit Eye ist nicht nur ein Sensor, sondern wird von seinen Erfindern als eine „umfassende Risikoanalyse-Engine“ umschrieben. Das System analysiert kontinuierlich Echtzeitdaten aus den bordeigenen Systemen des Bootes, AIS, GPS, Kartendaten sowie seinem 4D-Bildgebungsradar und bewertet potenzielle Gefahren eigenständig. Der Kapitän wird nur dann gewarnt, wenn es wirklich erforderlich ist.
Im Unterschied zu autonom- oder teilautonom fahrenden Cars-Systemen, die teilweise auch auf LiDAR-Systeme setzen (wie z.B. Waymo, Mercedes-Benz „Drive Pilot“ in bestimmten Märkten und Volvo bei seinen neueren High-End-Modellen; siehe dazu bereits unsere News), arbeitet Watchit mit einem 4D-Bildgebungs-Radar, welches seine Vorteile auf See vor allem beim physikalischen Messprinzip, der Umweltrobustheit und der Art der gelieferten Daten ausspielt.
Watchit arbeitet bereits auf Großyachten, eignet sich aber auch für kleiner Boote und Yachten
Nach Hersteller-Angaben soll das neue, patentierte Watchit-System, welches aus Hardware („Eye“) und einer KI-basierten Software besteht, vor allem Kollisionen auf offener See und auch Binnengewässern gleichermaßen vermeiden helfen, es soll einen zuverlässigen Betrieb bei Dunkelheit, Nebel und schlechter Sicht gewährleisten, und es soll Echtzeitwarnungen bei Grundberührung, Hindernissen und anderen Gefahren im Nahbereich ausgeben können.

Vorteil: Watchit benötigt keinen eigenen Bildschirm, das System ist vielmehr für die Integration mit vorhandenen Borddisplays wie Garmin, Raymarine, B&G und anderen NMEA-2000-kompatiblen Kartenplottern konzipiert – Warnungen und Gefahrenhinweise können zusammen mit akustischen Signalen so direkt auf den vorhandenen Bildschirmen angezeigt werden.
„Ein einzelnes Watchit-Eye deckt „ca. ±50° nach vorn ab (ca. 100° horizontales Gesamtsichtfeld)“, sagt Yotam Levy. Für die meisten Schiffe biete ein einzelnes nach vorn gerichtetes Eye eine ausreichende und effektive Kollisionsvermeidung. Die Installation mehrerer Eye-Einheiten sei jedoch technisch möglich und könne die Abdeckung je nach Bedarf des Schiffsbetriebs erweitern.
Erstmals wurde das System 2025 auf einer Azimut-Yacht verbaut, doch auch auf kleineren Pleasure-Yachten und -booten mache das neue System durchaus Sinn, sagt Watchit-Manager Yotam Levy, der seine eigene Anwendung bereits seit einiger Zeit auch auf der familieneigenen Segelyacht, einer kleineren Hallberg-Rassy, erfolgreich einsetzt.
Das System arbeite unauffällig im Hintergrund; sei ein anderes Boot, eine Boje oder gar Land „im Weg“, melde sich Watchit mit einer freundlichen Frauenstimme: „Watchit! – Collision Alert!“, und sorge so einfach für mehr Sicherheit und damit ein gutes Gefühl auf dem Wasser.
Das Watchit-System kann am Mast, am Radarbügel oder auf dem Hardtop angebracht werden
Typische Installationsorte sind je nach Schiffstyp und -geometrie der Mast, der Radarbügel oder das Hardtop. Daten und Strom werden per Kabel (kabelgebundene Verbindung) übertragen – eine drahtlose oder WLAN-Datenübertragung wird nicht verwendet.
Angeschlossen an die vorhandenen Systeme des jeweiligen Bootes wird Watchit ganz einfach über Standard-Schiffsschnittstellen, hauptsächlich NMEA-2000. Praktisch: das System kann Daten von Kartenplottern, GPS, Kurssensoren, Tiefenmessern, Geschwindigkeitsmessern, Autopiloten und anderen verfügbaren Bordsensoren empfangen.
Nach Aussagen von Watchit-Mitarbeiter Yotam Levy ist ist das System sowohl für Neubauten als auch für Nachrüstungen geeignet: „die Nachrüstung ist bei den meisten Yachten problemlos möglich, da das System auf der Standard-Schiffsverkabelung und Schnittstellen basiert, die auf den meisten modernen Schiffen bereits vorhanden sind“, sagt Levy.
Die Preise seines Watchit-Systems würden sich dabei nach der jeweiligen Systemkonfiguration richten: je nachdem, ob man sich für das „Core“- oder das „Eye“-Paket entscheide, oder sich für eine „Core + Eye“-Kombi entscheide, würden die Preise variieren.
Dabei würden die entsprechenden Konfigurationen „nicht ausschließlich auf der Bootsgröße, sondern vielmehr auf dem Anwendungsfall, dem gewünschten Erfassungsgrad und der Systemintegration“ basieren; eine detaillierte Preisspanne könne deshalb nur bei einer konkreten Anfrage genannt werden.











