Bilanz des Erdbebens in Kroatien: 9000 Häuser beschädigt, 1800 unbewohnbar durch Erdbebenschäden

Bilanz: Erdbeben Kroatien in der Region Petrinja
Die Reparaturmaßnahmen an den vom Erdbeben beschädigten Gebäuden werden noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Die Bewohner der Region, die vor knapp 30 Jahren bereits vom Krieg stark betroffen waren, mussten jetzt einen weiteren Schicksalsschlag hinnehmen.

 

 

Wegen der Corona-Pandemie verschwand das Erdbeben in der Region Petrinja und Sisak schnell wieder aus den Schlagzeilen in Deutschland, teilweise auch in Österreich – doch die erheblichen Schäden blieben und machen den Bewohnern der kroatischen Erdbebenregion weiterhin schwer zu schaffen. Deshalb weist die SeaHelp-Redaktion an dieser Stelle nochmals auf die prekäre Situation nach dem Erdbeben hin und versucht, eine kurze Bilanz zu ziehen.

Erhebliche Schäden an Wohngebäuden

Wie aus den Schadensberichten der Region gemeldet wurde, sind bisher rund 9000 Gebäude im Erdbebengebiet beschädigt, nach ersten Angaben können 1.800 nicht mehr bewohnt werden, den meisten dürfte wohl der Abriss bevorstehen. 4.500 Häuser gaben Statiker, die nach dem Erdbeben die beschädigten Häuser in Augenschein nahmen, nach einer ersten statischen Überprüfung für die weitere Nutzung frei, allerdings müssen auch an diesen Objekten umfangreiche Reparaturmaßnahmen durchgeführt werden.

Region auch vom Krieg betroffen

Vor 30 Jahren galten die Region Petrinja und Sisak als eine der Hauptschauplätze der kriegerischen Auseinandersetzung im ehemaligen Jugoslawien, also dem Land, aus dem letztlich der Staat Kroatien hervor ging. Während des Krieges wurde schon einmal ein großer Teil der Wohn- und Geschäftshäuser in diesem Gebiet zerstört. Viele der derzeitigen Erdbebenopfer stehen 30 Jahre später abermals vor den Trümmern ihrer Existenz.

Täglich weitere Erdstöße

Betroffen von dem Erdbeben sind die Regionen Petrinja, Glina, Sisak und Lekenik. Hier kommt die Erde immer noch nicht zur Ruhe. Nach einem Beben der Stärke 6,4 auf der Richterskala kommt es weiterhin immer zu Nachbeben zwischen der Stärke 3 bis 4, die die Rettungs- und Aufräumarbeiten erheblich erschweren und weitere Schäden an der bereit vorgeschädigten Bausubstanz durch die vorangegangenen heftigen Erdstöße hervorrufen.

Notstand ausgerufen – kroatische Regierung übernimmt Koordination

Die kroatische Regierung hat für die vom Erdbeben betroffene Region mittlerweile den Notstand ausgerufen und die Koordination der Maßnahmen vor Ort übernommen. Damit dürfte auch der Weg frei sein für weitere Hilfsmittel der EU.

Spenden weiterhin dringend benötigt

Das kroatische Rote Kreuz (HCK) will nach eigenen Angaben in knapp einer Woche 287 Tonnen Lebensmittel, 200.000 Liter Wasser und 60.000 warme Mahlzeiten an die vom Erdbeben betroffenen Bewohner verteilt haben. Außerdem gingen bisher mehr als 38 Mio. Kuna an Geldspenden von 62.480 Spendern auf das Spendenkonto des HCK ein.

Spendenkonto Kroatischen Roten Kreuz
GiroCode Spendenkonto Kroatisches Rotes Kreuz

 

Österreich hilft Erdbebenopfern

Benötigten werden vor Ort nach Angaben der vor Ort tätigen Hilfsorganisationen weitere Wohncontainer. Neben umfangreichen Hilfslieferungen, teilweise aus privater Initiative heraus, beteiligte sich auch die Feuerwehr Kalsdorf einer Lieferung von 83 Wohncontainern zur Nutzung als Notunterkünfte im Rahmen ihres Katastrophen-Hilfsdiensteinsatzes an der Unterstützung der Erdbebenopfer. Sie wurden mit Fahrzeugen des Österreichischen Bundesfeuerwehr-Verbandes in die Erdbebenregion geliefert.

Erdbebenregion erhält vorrangig Corona-Impfstoff

Problematisch dürfte sich auch die Verbreitung des Coronavirus unter den Hilfskräften und den Erdbebenopfern darstellen. Aus diesen Gründen hat die kroatische Regierung den Impfplan mittlerweile geändert und eine größere Anzahl an Impfdosen in die Region Petrinja geschafft.

Weitere Erdstöße und Regen behindern Hilfsmaßnahmen

Da die Aufbauarbeiten in Verbindung mit dem regnerischen Winterwetter vor Ort sowie weiteren Erdstößen wohl noch längere Zeit in Anspruch nehmen, hoffen Hilfsorganisation auch weiterhin auf Spenden, auch wenn die Erdbeben-Katastrophe in vielen Nachbarländern wegen der Corona-Krise schon wieder in den Hintergrund gerückt ist. Hier noch einmal der Link zu den Spendenorganisationen aus dem vorangegangen SeaHelp-Beitrag.

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