Kroatien-Urlaub wegen Coronavirus auf der Kippe? Neuinfektionen in Slawonien und Zagreb, kaum an der Küste

Kroatien Urlaub 2020 trotz Covid-19 (Coronavirus) sicher?
Spätestens mit Ferienbeginn in Bayern und Baden-Württemberg sollten auch diese Liegestühle belegt sein. COVID-19 hat bisher die Küstenregionen weitestgehend verschont.

Fast schon erwartungsgemäß sind mit Beginn der Urlaubssaison die durch das Coronavirus verursachten COVID-19-Infektionen in Kroatien, das zu einem der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen und Österreicher zählt, wieder gestiegen. Müssen sich all diejenigen, die in der Zeit, in der Kroatien nach eigenen Angaben quasi frei vom Coronavirus war und die deshalb ihren Urlaub gebucht haben, jetzt Sorgen machen?

COVID-19 Infektionen genauer betrachten

Weil in Österreich und Deutschland die Schulferien bereits begonnen haben und der Ferienbeginn in Bayern und Baden-Württemberg noch bevorsteht, muss letztlich anhand der Faktenlage jeder für sich selbst entscheiden, ob ein Adria-Urlaub in COVID-19-Zeiten für ihn in Frage kommt.

Einwicklung COVID-19 in Kroatien

Um das beurteilen zu können, empfiehlt sich ein Blick auf die Entwicklung der COVID-19-Neuinfektionen in Kroatien. Am 25. Februar bestätigten die kroatischen Gesundheitsbehörden den ersten Fall von COVID-19, danach stieg die Kurve der Neuinfektionen analog zu den anderen europäischen Ländern drastisch an, flachte aber auch ebenso schnell wieder ab, da Kroatien drastische Maßnahmen gegen das Coronavirus ergriff und die Situation im Griff zu haben schien.

Ständig aktualisierte Tabelle der COVID-19-Infektionen in Kroatien

Wird täglich aktualisiert. Durch antippen der Legende können Werte ein- und ausgeblendet werden. Für detaillierte Werte mit der Maus über die Balken fahren. Datenquelle: Johns Hopkins University


Bleiben Sie auf dem aktuellen Stand in der Corona-Pandemie. Diese Tabelle der Johns Hopkins University soll neutral über die aktuelle epidemiologische Situation in Kroatien informieren. Gleichzeitig sollten die Zahlen aber auch entsprechend realistisch eingeordnet werden.

Grenzkontrollen zu Serbien und Bosnien

Mit den beginnenden Grenzöffnungen, die auch der Abhängigkeit vom Tourismus geschuldet war, stiegen die Zahlen der COVID-19-Neuinfektionen wieder. Es waren aber nicht die Urlauber, die das Virus ins Land trugen, sondern in erster Linie Saisonarbeiter aus Serbien, Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo, Nord Mazedonien und teilweise aus Montenegro und Albanien – alles Länder mit einer deutlich schlechteren epidemiologischen Situation in der Corona-Krise als Kroatien selbst. Zu diesen Ländern wurden mittlerweile strenge Grenzkontrollen eingeführt, wie die kroatischen Medien berichten und zusätzlich eine häusliche Quarantäne für die Einreise verhängt. Maßnahmen, wie sie in ähnlicher Form zur Bekämpfung des Coronavirus aktuell auch Österreich eingeführt hat

Hochzeiten in Ostsalwonien

Ein weiteres Problem bestand in Ostslawonien. Hier ist man es gewohnt, opulente Hochzeiten zu feiern, gern auch mit der Verwandtschaft aus den benachbarten Ländern, hier vorwiegend Bosnien-Herzegowina und teilweise Serbien. Vieler dieser Feiern haben sich zu regelrechten Coronavirus-Hotspots entwickelt, denn immer dann, wenn übermäßiger Alkoholgenuss im Spiel ist, sinken die Vorsichtsmaßnahmen. Zusätzlich suchten viele im Ausland lebende Kroaten das Land auf, um bei der erst kürzlich stattgefundenen Wahl ihre Stimme abzugeben. Und bei diesem ersten Besuch nach langer Zeit blieb es natürlich nicht beim Gang zur Wahlurne, sondern es folgten nach dem Corona-Lockdown weitere Zusammentreffen mit Verwandten und Bekannten.

Zahlen seit 11. Juli rückläufig

All diese Entwicklungen führten zwangsläufig wieder zu Neuinfektionen, in der Spitze mit 140 Fällen am 11. Juli. Um die Tourismussaison nicht zu gefährden, reagierten die kroatischen Behörden mit Rückkehr zur Maskenpflicht und vermehrten Kontrollen. Solche Maßnahmen greifen zwar nicht sofort, sondern mit einem gewissen zeitlichen Verzug. Derzeit sinken die Zahlen der COVID-19-Neuinfektionen wieder, jedoch immer noch auf einem für Kroatien hohen Niveau.

Coronavirus in Küstenregionen nur schwach ausgeprägt

Betrachtet man die COVID-19-Infektionsherde in Kroatien einmal etwas genauer, muss man feststellen: In der von Kroatienurlaubern bevorzugten Küstenregion liegen die aktiven COVID-19-Erkrankungen auf einem durchschnittlichen Niveau. Istrien, dass bisher davon verschont blieb, meldet allerdings eine für istrianische Verhältnisse hohe Zuwachsrate mit aktuell 74 Fällen, während die Kvarner Region fast schon als Corona-sicher gilt. Aber auch in Istrien sollte man nicht voreilig urteilen, sondern genauer hinschauen. Ein Altenheim in Umag und ein fleißiger Friseur gelten hier also als wahre Coronavirus-Schleudern.

307 aktive COVID-19 Fälle an der Küste, 809 im Inland

Insgesamt weisen die Küstenregionen samt Hinterland am 22.7.2020 exakt 307 aktive Fälle des Coronavirus auf, 809 aktive Fälle sind laut kroatischen Behörden in der Region rund um Zagreb und in Ostslawonien registriert. Damit geben die klassischen Urlaubsregionen Kroatiens bis auf wenige Ausnahmen, kein anderes Bild ab, als man es auch in Deutschland oder Österreich vorfindet.

 

 

Samstag über 300.000 Touristen angekommen

Beeinträchtigungen, die über die üblichen COVID-19-Schutzmaßnahmen hinaus gehen, haben Touristen derzeit also kaum zu befürchten. Offensichtlich scheint sich das herumgesprochen zu haben, denn am letzten Wochenende registrierten die Behörden über 300.000 Neuankünfte. Eine durchaus nachvollziehbare Zahl, wenn man die Staus an der Grenze und auf den Autobahnen in Richtung Adria vom letzten Wochenende mit einbezieht. Bis zu sechs Stunden Wartezeit vor dem Karawankentunnel und zahlreiche Staus auf der Tauernautobahn sprechen eine deutliche Sprache.

Anreise möglichst nicht samstags

Wer also schnell noch einen Adria-Trip plant und das in diesem Jahr besonders klare Wasser an der kroatischen Küste genießen möchte, der sollte Zeit einplanen oder einen anderen Anreisetag als den Samstag wählen. Was die Corona-Zahlen angeht, sollte dem Kroatien-Urlaub nichts entgegenstehen.

Wichtige Links für die Anreise nach Kroatien

Staus Österreich
Grenzwartezeiten Österreich/Slowenien
Grenzwartezeiten Grenze Kroatien

Achtung: Registrierung bei EnterCroatia für Einreise Kroatien nicht vergessen!

Hier finden Sie weiter Artikel zu der Covid-19-Pandemie.

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