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Blitze an Bord: Prävention statt Ableitung – das DDCE-System

In unserem News-Beitrag vom 17.07.2025 ging es darum, wie man sich am besten bei einem Einschlag eines Gewitter-Blitzes auf einer Yacht verhält, bzw. was beachtet werden muss, um Schäden durch Blitzeinschlag zu verhindern oder zu minimieren. Das neuartige innovative Blitzschutz-System DDCE von Dinnteco International geht noch einen Schritt weiter, indem es nicht – wie klassische Systeme – den Blitz „auffängt“ und zur Erde ableitet, sondern präventiv wirkt, indem es bereits die Entstehung von Blitzen im Schutzbereich verhindert oder zumindest stark reduziert.

Ein Blitzeinschlag auf einem Segelboot ist zwar selten – aber extrem gefährlich. Segelboote mit ihren hohen Masten sind nicht nur auf See exponiert und wirken auf Blitze wie Antennen. Schlägt der Blitz in einen Mast ein, sucht er sich den kürzesten Weg zur Erde – beim Segelboot typischerweise vom Mast über die Riggteile ins Wasser.

Dabei entstehen sehr hohe elektrische Ströme – das kann die Elektronik zerstören, Löcher in Rumpf oder Mast brennen, ein Feuer verursachen und die an Bord befindlichen Menschen gefährden. Wie sich Skipper auf ein drohendes Gewitter vorbereiten sollten, und wie Schäden vermieden werden können, haben wir in unserem News-Beitrag vom 23.07.2025 erläutert.

Das DDCE-Blitzschutz-System fängt den Blitz nicht – wie klassische Systeme – auf und leitet ihn ab, sondern wirkt präventiv

Einen völlig anderen Ansatz verfolgt das sogenannte DDCE-System von Dinnteco International, denn dieses innovative, neuartige Blitzschutz-System, fängt den Blitz nicht – wie klassische Systeme – auf und leitet ihn zur Erde hin ab, sondern wirkt präventiv, indem es schon die Entstehung von Blitzen im Schutzbereich verhindert oder zumindest stark reduziert – das bedeutet: zu einem Blitz-Einschlag kommt es erst gar nicht.

Wie funktioniert das DDCE-System? DDCE steht zunächst für Dispositivo de Descarga de Campo Electrostático – auf Deutsch etwa: Gerät zur Ableitung elektrostatischer Felder. Dabei handelt es sich um ein präventives Blitzschutz-System, das auf der Grundlage der elektrostatischen Feldentladung arbeitet.

Klingt kompliziert, ist es aber eigentlich nicht: statt den Blitz einzufangen wie ein herkömmlicher Blitzableiter, sorgt das DDCE dafür, dass sich die Spannung zwischen Boden und Atmosphäre gar nicht erst so weit aufbauen kann, dass überhaupt ein Blitz entstehen würde.

 

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Die DDCE-Anlage entlädt kontinuierlich die elektrostatische Ladung, die sich in der Atmosphäre aufbaut

Durch eine spezielle Bauweise entlädt das Gerät kontinuierlich die elektrostatische Ladung, die sich in der Atmosphäre (z. B. bei Gewittern) zwischen Himmel und Boden aufbaut. Dadurch wird das elektrische Potenzial minimiert.

Im Inneren des DDCE entstehen durch spezielle Materialien und eine patentierte Struktur Mikroentladungen, die Ionen freisetzen. Diese führen zu einer gleichmäßigen Entladung der Umgebung, ohne dass ein Funke überspringt – also ohne sogenannte „Streamer“, die Voraussetzung für eine Blitzbildung sind.

Das Gerät schützt eine hemisphärische Fläche um sich herum – auf Yachten also den Mast und das gesamte Schiffsrumpf-Volumen. Diese Schutzwirkung ist in etwa vergleichbar mit einer energetischen Kuppel. Anders als klassische Fangsysteme (z. B. Franklin’scher Blitzableiter) zieht das DDCE-System den Blitz also nicht an, sondern senkt die Wahrscheinlichkeit, dass überhaupt einer entsteht.

Vorteil des Systems: es ist keine Ableitungen durchs Boot mehr nötig; damit entfällt auch die Gefahr durch Sekundärschäden

Auf Booten oder Yachten wird das DDCE-System typischerweise am höchsten Punkt, meist am Masttop, montiert. Dort ersetzt es den klassischen Blitzableiter. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: es ist keine Ableitungen durchs Boot mehr nötig; damit entfällt auch die Gefahr durch Sekundärschäden. Der Schutz von Elektronik, Navigation und Crew erfolgt durch Verhinderung des Blitzes statt durch Auffangen und Ableitung. Schließlich entfällt auch die Notwendigkeit für Erdungsanlagen im Rumpf – besonders wichtig bei GfK-Schiffen.

Nachteil: das DDCE-System ist deutlich teurer als konventionelle Lösungen (Preise ab ca. 3.000 bis 5.000 Euro für Yachten. Beim Kauf sollte man unbedingt darauf achten, dass das System geprüft, zugelassen und von der jeweiligen Bootsversicherung auch anerkannt ist. Sofern ordnungsgemäß installiert, wird das DDCE-System zum Beispiel von Pantaenius als adäquate Blitzschutzanlage anerkannt.

Zu beachten ist auch, dass das DDCE-System keine hundertprozentige Garantie bietet: auch wenn die Wahrscheinlichkeit stark gesenkt wird, ist ein Blitzeinschlag unter extremen Bedingungen nie völlig ausgeschlossen.

DDCE-Systeme haben sich bereits in vielen Bereichen, darunter auch in der Luftfahrt und auf Offshore-Plattformen bewährt

Fazit: damit ist das DDCE-System von Dinnteco ein moderner Ansatz zur aktiven Blitzprävention, der sich besonders für Yachten mit empfindlicher Elektronik eignet. Es bietet eine innovative Alternative zum klassischen Blitzableiter und hat sich bereits in vielen Bereichen (darunter auch in der Luftfahrt und auf Offshore-Plattformen) bewährt. Für Eigner von hochwertigen Segelyachten, die auf maximale Sicherheit bei Gewitterlagen setzen, kann das System eine sinnvolle – wenn auch kostspielige – Investition darstellen.

In Europa wird das DDCE-System derzeit ausschließlich durch das Hamburger Unternehmen ELNA vertrieben, das sich auf Sicherheits- und Kommunikationstechnik sowie elektrische Komponenten in den Bereichen Luftfahrt, Schifffahrt sowie Fahrzeugtechnik spezialisiert hat.

 

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Auch beim DDCE-System gilt – wie bei konventionellen Blitzableiter-Anlagen – auch: sollte doch einmal ein Blitz im Boot eingeschlagen haben, sollten Elektrik, Elektronik und der Rumpf genau inspiziert werden. Auch auf Haarrisse im GFK-Rumpf sollte geachtet werden. Ggf. ist für die Prüfung eine Fachfirma zu beauftragen. Wichtig: die Versicherung sollte unverzüglich kontaktiert werden – viele Policen decken Blitzeinschläge ab. Zu diesem Zweck sollten Fotos gemacht und mit eingereicht werden.

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