Richtiges Ankern: Was jeder Skipper beachten sollte

Ankern, Ankerplatz, Ankermanöver: Segelyacht richtig Ankern

Ein gekonntes Ankermanöver ist die Grundvoraussetzung für eine ruhige Nacht an Bord, nicht aber die Garantie dafür, lautet ein Seemanns-Spruch. Was beim Ankern beachtet werden sollte, wie ein richtiges Ankermanöver gefahren werden sollte, wann eine Ankerwache angebracht ist, und wie der Premium Pass von SeaHelp beim Ankertauchen hilft, wenn sich der Anker beim Aufholen verhakt – Skipper-Tipps der SeaHelp-Redaktion für den gelungenen Törn.

Sechs Dinge sind es, die jeder Skipper beachten sollte, wenn er sich auf Suche nach dem Platz vor Anker für die Nacht begibt.

1. Der Ankerplatz – Leegerwall-Situation vermeiden

Beim Ankerplatz sollte es sich möglichst um eine gut geschützte Bucht mit ablandigem Wind handeln. Es sollte genügend Raum zum Schwojen vorhanden sein, und das Wasser sollte tief genug sein. Auch auf einen geeigneten Ankergrund sollte man achten. Schließlich sollten nicht schon zu viele Yachten in der Bucht vor Anker liegen, zumal wenn deren Schwojkreise schwer einzuschätzen sind. Ist die Ankerbucht gut besucht, sollte neben dem Ankergeschirr zusätzlich eine oder zwei Landleinen ausgebracht werden, so kann der Schwojkreis weiter minimiert werden.

2. Das Ankergeschirr – doppelt hält besser

Am besten ist es, wenn die Yacht mit zwei Ankern ausgerüstet ist – einer sollte eine hohe Haltekraft aufweisen und mit wenigen Handgriffen vom Bugbeschlag aus zum Fallen klargemacht werden können (Platten/Danforth- oder Pflugschar-Anker). Der Zweitanker wird bei Bedarf als Heckanker, zum Vermuren oder zum Verkatten klargemacht (etwa ein zusammenklappbarer Stockanker).

3. Die Kettenlänge – viel hilft viel

Mindestens genauso wichtig wie die Verwendung eines geeigneten Ankers ist die korrekte Ketten- oder Trossenlänge. Es gilt der Grundsatz, dass man die drei- bis fünffache Wassertiefe an Kettenlänge steckt. Wird eine Trosse verwendet, sollte man die fünf- bis zehnfache Wassertiefe stecken. Generell sollte für eine optimale Haftreibung auf dem Grund so viel wie möglich Kette ausgebracht werden.

 

Ankern, Ankerplatz, Ankermanöver: Anker im Wasser, auf Ankertiefe achten

4. Die Wassertiefe – nicht zu tief und nicht zu flach

Neben ausreichendem Schwojraum ist die richtige Wassertiefe ein Aspekt, dem der Skip unbedingt Beachtung schenken sollte. Denn: ist das Wasser zu tief, würde unnötig viel Kette hängen, und es würde keine Haftreibung auf dem Grund geben. Bei zu flachem Wasser gibt es zwar eine gute Grund-Haftreibung, jedoch würden die Wellenbewegungen nicht ausreichend abgefedert werden können.

5. Fallen Anker! – das richtige Ankermanöver

Über dem gewünschten Ankerplatz nimmt der Rudergänger kleine Fahrt nach Lee auf und gibt das Kommando Fallen Anker! Der Mann/die Frau am Bug lässt daraufhin den Anker bis zum Grund fallen, dann wird die Kette gefühlvoll gebremst. Ist die gewünschte Länge ausgelaufen, wird die Kette gebremst und gestoppt. Die Yacht ruckt leicht in die Kette ein. Wenn die Kette belegt ist, wird eine große Halteprobe gefahren.

Unter Segeln wird ein Aufschießer gefahren und der Anker fallengelassen, sobald die Yacht Fahrt zurück aufnimmt. Beim Not-Ankern auf Leegerwall oder bei schwerem Wetter empfiehlt sich das Setzen beider Anker in Tandemform (Verkatten). Soll der Schwojraum begrenzt werden, kann man beide Anker einzeln in V-Form ausbringen (Vermuren).

Wer auf Nummer sicher gehen will, taucht die Kette ab, um zu überprüfen, ob sie gerade verläuft und ob der Anker sich korrekt eingegraben hat.

 

Anker im sandigem Meeresgrund eingegraben

 

6. Die Ankerwache

Im Bereich einer Reede oder in der Nähe eines Fahrwassers muß auf Yachten über 12 Meter Länge Ankerwache gegangen werden. Aber auch sonst sollte man den Sitz des eigenen Ankers – und den der benachbarten Yachten – stets im Auge behalten. Bei ruhiger Wetterlage sollte eine Person an Bord sein, die bei Bedarf Kette stecken und falls nötig ankeraufgehen und neu ankern kann.

Bei schwerem Wetter empfiehlt es sich, mindestens eine volle Seewache an Bord zu belassen. Sie sollte in der Lage sein, auch unter schwierigen Bedingungen ankerauf zu gehen, bei Bedarf erneut zwei Anker auszubringen oder notfalls die Bucht zu verlassen.

Die Ankerposition überprüft man am besten mit der Ankerpeilung. Anker-Warnfunktionen des Echolots oder einer App (z.B. Ankeralarm) sollten die Ankerwache nur unterstützen, einen Ersatz stellen sie nicht dar.

Übrigens: Ankerauf geht man direkt über dem Anker. Sollte sich der Anker trotzdem einmal in einer fremden Ankerkette oder einem Stein am Grund verhaken: kein Problem – Inhabern des Premium Passes von SeaHelp wird in diesem Fall kostenfrei und schnell durch Ankertaucher geholfen.

 

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