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Statt Verbrenner-Verboten: Neue Marine-Hybrid-Antriebssysteme sind emissionsarm, effizient und bieten Performance und Komfort

MAN Smart HYBRID Experience mit V12
MAN Smart HYBRID Experience mit V12© MAN

Eine zukunftsorientierte Antriebslösung für Yachten wurde kürzlich vom Motoren-Hersteller MAN vorgestellt: Das sogenannte Smart Hybrid Experience soll die Vorteile eines konventionellen Antriebs bieten und diese um die modernen Möglichkeiten von Elektromotoren und Batterien erweitern. Neben der Steigerung von Effizienz und Reichweite sollen sich so Geräusch-Emissionen bis auf Null reduzieren lassen; zudem soll durch den batterie-elektrischen Betrieb der Anlagen auch der Zugang zu zukünftigen Wasserschutzgebieten (Marine Protected Areas) gesichert werden können.

Vor Kurzem berichteten wir an dieser Stelle darüber, dass die balearische Landesregierung ein Gesetz verabschiedete, welches regelt, wie Mallorca und die Nachbarinseln die Ziele im Kampf gegen den Klimawandel erreichen wollen. Um auch die Wirtschaft auf Mallorca und den Schwesterinseln auf eine „grüne Linie“ zu bringen, sollen danach bis 2030 nur noch Elektro-Yachten auf Mallorca und den Nachbarinseln vermietet werden dürfen.

So sieht es jedenfalls aktuell ein „Entwurf zur Änderung des regionalen Klimawandel-Gesetzes“ vor, das vom balearischen Energieministerium unter Juan Pedro Yllanes ausgearbeitet wurde, wie die Mallorca-Zeitung am 26.10.2022 berichtete. Demnach sollen die Bootsvermieter nach und nach ihre Flotte aufrüsten, bis sie in acht Jahren keine Emissionen mehr produzieren. Das habe zu einem „Aufschrei in der Branche“ geführt, Yacht-Vermieter seien „verärgert“ und würden gar vom „Ende für ihre Branche“ sprechen, titelt die Mallorca-Zeitung (siehe unsere Meldung „Gesetzentwurf verbietet Verbrenner-Charterboote ab 2030“ vom 02.11.2022).

Das Smart Hybrid Experience-Programm soll die Vorteile eines konventionellen Antriebs bieten und diese um moderne Möglichkeiten erweitern

Eine zukunftsorientierte Antriebslösung, die niemanden verärgern dürfte und der Branche sogar einen neuen Aufschwung bescheren könnte, wurde kürzlich vom Motoren-Hersteller MAN vorgestellt: Das sogenannte Smart Hybrid Experience-Programm soll die Vorteile eines konventionellen Antriebs bieten und diese um die modernen Möglichkeiten von Elektromotoren und Batterien erweitern.

Effekt: Neben der Steigerung von Effizienz und Reichweite sollen sich so Geräusch-Emissionen bis auf Null reduzieren lassen; zudem solle durch den batterie-elektrischen Betrieb der Anlagen auch der Zugang zu zukünftigen Wasserschutzgebieten (Marine Protected Areas) gesichert werden können.

Das modulare System orientiert sich an den Bedürfnissen des Kunden und kann flexibel kombiniert werden

Das modulare System solle sich „individuell an den Bedürfnissen des Kunden orientieren“ und werde „dahingehend spezifisch konfiguriert“, heißt es bei MAN; die „flexible Kombination aus konventionellen Marinemotoren sowie Elektromotoren mit Batterien und Bordaggregaten“ biete „unzählige Möglichkeiten für Hybridisierungsgrade in der Freizeitschifffahrt und im kommerziellen Bereich“.

Ausgehend von den gewünschten Betriebsmodi soll das MAN-Hybridsystem den Fokus der Fahrprofile auf Performance, Komfort oder Effizienz setzen können. Dabei seien viele Individualisierungen möglich, sagt etwa Dr. Matthias Schreiber, Head of MAN Engines; der Motorenhersteller begleite „als Systemlieferant seine Kunden über die komplette Prozesskette – von der Planungs- und Konzeptphase über die Entwicklung bis zur technischen Implementierung der komplexen Antriebskomponenten sowie Batterien und Leistungselektronik“.

Es gibt verschiedene Betriebs-Modi: batterie- und dieselelektrisch, Cross-Over, Hotel und Boost

Werften erhielten ein Gesamtsystem aus einer Hand. Für Service und Wartung soll darüber hinaus das gut ausgebaute Netzwerk von MAN Engines mit Servicestationen in allen wichtigen Häfen weltweit zur Verfügung stehen.

Für die Konfiguration der Fahrprofile greift MAN Engines auf unterschiedliche Betriebsmodi zurück, die vom batterie- und diesel-elektrischen Modus über Cross-Over- bis hin zum Hotel- und Boost-Modus reichen. Durch diese Antriebskonfigurationen sollen sich zahlreiche Fahr- und Betriebsprofile effizient realisieren lassen.

 

Zero-Emission-Modus des MAN Smart HYBRID Experience
Zero-Emission-Modus des MAN Smart HYBRID Experience© MAN

 

Emissionen sollen mit dem neuen System bis auf Null reduziert werden können; beim Ankern gibt es „sauberen“ und leisen Strom

Insbesondere soll dazu die Möglichkeit einer besonders ökonomischen Fahrweise gehören, verbunden mit einer Steigerung der Reichweite, aber auch das Abrufen von zusätzlicher Leistung als Power-Boost, welches dem Kunden als Option zur Verfügung stehen können soll. Das neue Hybrid-System soll es darüber hinaus ebenfalls erlauben, Emissionen bis auf null zu reduzieren; auch die komplett emissionsfreie Stromversorgung beim Ankern soll so gesichert werden können.

Es gibt sie also schon, die vernünftigen Alternativen, von einem „Ende der Branche“, wie von den Bootsvermietern auf den Balearen befürchtet, kann also keine Rede sein. Trotzdem: was auf der Straße bereits festgeschrieben ist, wird – konsequenterweise – nun in absehbarer Zeit wohl auch auf dem Wasser Realität werden. In ihrem neuen Klima-Plan „Fit for 55“ fordert die EU-Kommission für das Jahr 2035, die jährlichen CO2-Emissionen neuer Kraftfahrzeuge komplett auf null zu reduzieren.

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