Herzlich willkommen! Frauen an Bord – so gelingt der Charter-Törn.

Glücklicherweise sind die Zeiten längst vorbei, als Frauen an Bord (ebenso übrigens wie Pfaffen) von Seeleuten mit Misstrauen betrachtet wurden. Dem Aberglauben zufolge brachten beide gleichermaßen Unglück. Erfolgreiche Seglerinnen wie zuletzt etwa Isabelle Joschke zeigen, dass auf dem Wasser längst Gleichberechtigung herrscht: genau vier Wochen nach den ersten Rennyachten war die 44jährige Deutsch-Französin im Januar im Zielhafen der Vendee Globe angekommen. Und doch gilt es so einiges zu beachten an Bord, wenn „Sie“ als unerfahrene Mitseglerin an Bord mit Hand anlegen soll – Tipps der SeaHelp-Redaktion für den gelungenen Charter-Törn.

„Frau an Bord – Glück ist fort“ (es sei denn sie sind „aus Holz geschnitzt und unter dem Klüver angebracht“) oder ähnlichen Macho-Unsinn kann man auch heute noch vereinzelt beim Hafen-Schnack (zumeist älterer bierseliger Männer) vernehmen. Doch entgegen diesem traditionellen Aberglauben befanden sich schon früher Frauen an Bord, wie etwa die Piratinnen Anne Bonny und Mary Read, wenn auch noch als Männer verkleidet. Auch auf Kriegsschiffen war es früher üblich, dass Frauen ihre Männer begleiteten.

Frauen verkleideten sich als Männer, um an Bord zu gelangen

Dass sich Frauen als Männer verkleiden müssen, um an Bord zu gelangen, ist längst Geschichte. Viele Regatta-Seglerinnen erlangten in den letzten Jahren durch ihre Erfolge Berühmtheit. Tracy Edwards gehört dazu, Skipperin der ersten rein weiblichen Crew beim Whitbread Round the World Race (heute The Ocean Race). Isabelle Autissier segelte als erste Frau allein eine Segelregatta rund um die Welt.

Ellen MacArthur gewann 1998 die Transatlantik-Regatta Route du Rhum; 2001 belegte sie beim Vendée Globe den zweiten Platz – als Vierundzwanzigjährige. Shirley Robertson gehört zu den erfolgreichsten olympischen Seglerinnen. Samantha Davies segelte unter anderem die Vendée Globe, und sie war zuletzt Skipperin beim Volvo Ocean Race. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Was sollte beachtet werden, wenn Mann und Frau gemeinsam harmonisch segeln wollen?

Und doch gilt es einiges zu beachten an Bord, wenn Mann und Frau gemeinsam harmonisch segeln gehen wollen. „Grundregel Nummer eins (muss) lauten, dass die Bordfrau alles lernen und können muss, was der Mann auch kann“, sagt etwa Professor Dr. Michael A. Stadler in seinem Ratgeber Psychologie an Bord (Delius Klasing). Dies betreffe die Segeltechnik genauso wie die Kenntnisse von Maschine und Funkgerät. Anzumerken ist: das gilt natürlich auch umgekehrt!

Stadlers Beobachtung: „Die meisten Paare, die lange zusammen segeln, führen eine wunderbare Beziehung. An Bord sind sie eine Einheit und fast ausschließlich aufeinander bezogen“. Auf einer Yacht werde schließlich nur gemeinsam ein optimales Ergebnis erreicht. Um ein stressfreies Miteinander von Frauen und Männern an Bord zu gewährleisten, stellte er zehn goldene Regeln auf:

Zehn goldene Regeln für ein stressfreies Miteinander an Bord

Der Psychologe empfiehlt den Männern, der Frau keine Komplimente zu machen, die sich nur auf das Frausein beziehen, das schaffe Ungleichheit. Frauen sollten genauso wie männliche Mitsegler behandelt werden, sie sollten nicht geschont, aber auch nicht überfordert werden. Frauen sollten zudem nicht auf traditionelle Rollen festgelegt werden. Die Mitseglerin sollte so viel wie möglich lernen, insbesondere Maschine, Segelmanöver und Notrufe. Und – eigentlich ganz selbstverständlich: Mann sollte nicht mit einer Mitseglerin flirten, wenn die Partnerin an Bord ist.

Seine Empfehlung für Frauen: weibliche Crew-Mitglieder sollten dem Skipper (Mann) in brenzligen Situationen besser keine Ratschläge geben. Frauen sollten sich zudem „nicht schutzbedürftig verhalten“. Sie sollten aber auch nicht so (über-) emanzipiert sein, dass sie nicht auch mal die Arbeit in der Kombüse verrichten. Bei Konflikten sollten sich Mitseglerinnen an Bord eher zurückhaltend verhalten und nicht vorschnell Partei ergreifen. Schließlich: auch für Frauen gelte, dass sie besser nicht mit Fremden flirten sollten, wenn ihr eigener Partner an Bord ist.

Kein Tabu: Sex an Bord

Auch für Sex an Bord hat der Psychologe einen Tip (für beide Geschlechter) parat: Der Schutz des Intimbereiches an Bord sei danach Aufgabe der Mitsegler, aber auch des liebenden Paares selbst. Stadler: „Allzu öffentlich zur Schau getragene Liebensbeweise erzeugen nicht bei jedem Mitsegler freudige Gefühle“. Geradezu gefährlich würden Situationen, in denen sich ein Freizeitskipper nicht so recht zwischen zwei Angebeteten entscheiden könne. Eifersucht sei eine „außergewöhnlich starke destruktive Motivation“, deren Folgen in dem Film Der Skipper (1990, mit Jürgen Prochnow) eindrucksvoll gezeigt würde.

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