Verschlafene Orte, idyllische Ankerplätze und ungetrübte Aussichten – das perfekte Bild einer Yachtcharter weicht in viel frequentierten Revieren wie Kroatien, gerade im Sommer, nicht selten von der Realität ab. Dazu haben vielerorts die Gebühren für Liegeplätze, Nationalparkeintritte und Gastronomie angezogen. Wo dennoch ungetrübte und erholsame Entdeckungen warten, weiß Charter-Profi Sunsail. Ein Fokus liegt auf der Dalmatinischen Küste, für die das Unternehmen einen neuen Routenvorschlag abseits der üblichen Touristenpfade ab der Marina Agana anbietet.
Ein Segeltörn entlang der dalmatinischen Küste verspricht ein abwechslungsreiches Zusammenspiel aus entspannten Stunden auf dem Wasser und eine Vielfalt an kulturellen und kulinarischen Erlebnissen. Um diese attraktive Mischung noch weiter zu optimieren, haben die Sunsail-Verantwortlichen gemeinsam mit ihren ortskundigen Skippern einen neuen Törnvorschlag erarbeitet, den man bei Sunsail buchen kann – oder den man einfach mit der eigenen Yacht nachfahren kann.
Ausgangspunkt für den Törn abseits der größten Touristenströme ist die Marina Agana, ein beschaulicher Ort mit traditionellem Charme unweit der UNESCO-Welterbestadt Trogir. Den Hafen des ehemaligen Fischerdorfes dominiert ein malerisches, festungsartiges Gebäude, ein ehemaliger Zollturm aus dem 15. Jahrhundert, das restauriert und in ein hübsches Hotel mit Restaurant umgebaut wurde. Agana ist ein Ort mit Geschichte: bereits 1070 wurde die Siedlung als Bosiljina urkundlich erwähnt.

Die ganzjährig geöffnete Marina Agana bietet 134 Plätze für Segelyachten bis zu 25 Meter LüA auf 2,5 bis 7 Meter Wassertiefe sowie 70 Stellplätze an Land. Nördlich der Altstadt über die Brücke befindet sich ein großer Marktplatz, wo es Obst, Gemüse und allerlei Nippes gibt. Wiederum nördlich davon gibt es einen großen Supermarkt, wo auch größere Einkäufe erledigt werden können. In der Nähe des Supermarktes findet man den Fischmarkt, links davon einen Bootsausstatter.
Tag 1 – Bucht von Fumija, Insel Čiovo
Der Törn beginnt nach der Verproviantierung mit einem kurzen ca. einstündigen Schlag in die Bucht von Fumija auf der Südseite der Insel Čiovo (etwa 6 Seemeilen). Alle, die gerne einen Cocktail an einer Strandbar schlürfen oder lieber an Land zu Abend essen, enttäuscht Fumija nicht. Nur ein paar Schwimmzüge entfernt – oder eine kurze Schlauchbootfahrt, wenn man lieber trocken bleiben möchte – findet die Crew eine Strandbar und ein traditionelles Restaurant gleich um die Ecke.
Achtung: dieser Ankerplatz ist – wie auch die weiteren genannten Ankerplätze – wetter- und windabhängig. Und: an diesen abgelegenen Stopps gibt es keinen Zugang zu Strom, Wasser und Abfallentsorgung – dafür können die Kosten reduziert werden, und man ist mitten in der Natur.
Tag 2 – Tatinja Bay, Insel Šolta
Am zweiten Törntag werden die Segel mit südlichem Kurs auf Tatinja gesetzt, einer etwa 10 Seemeilen entfernten malerischen Bucht an der Südseite der Insel Šolta (Segelzeit etwa 2 Stunden). Hier kann die Crew das ruhige, geschützte Wasser genießen (Achtung: kein Schutz vor Wind aus SE bis SW) oder die Umgebung erkunden. Wer will, macht an einer der sechs Bojen des Restaurants Lonely Paradise.
Auf diesem Törn bietet sich als Anker-Stopp Maslinica an der Westseite von Šolta an. Eine kurze Fahrt mit dem Schlauchboot entfernt liegt das wunderschön renovierte Schloss Martinis Marchi, heute ein Hotel mit einem hochwertigen Restaurant, und es gibt einen kleinen, aber gut ausgestatteten Yachthafen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Tag 3 – Stadt Komiža, Insel Vis
Nach ein oder zwei Nächten in ruhigen, abgeschiedenen Buchten geht es weiter mit südlichem Kurs zur historischen Stadt Komiža auf der Insel Vis (ca. 4 Stunden Segelzeit, etwa 23 Seemeilen). Komiža ist für seinen traditionellen Fischerdorfcharme bekannt und bietet einen Einblick in die reiche Geschichte und Kultur der Insel.
Wer will, schnappt sich für die Nacht eine der Mooringbojen (Achtung: oft bereits am frühen Nachmittag belegt) und genießt die Aussicht auf das Wasser. Wer früher ankommt und lieber an einem Dock anlegen möchte, kann hier an einem kleinen Stadtkai anlegen, der direkt neben Komižas nationalem Kulturschatz liegt – den traditionellen Fischer-Segelboot „Gajeta Falkuša“.
Wer es ruhiger mag, wählt für die Nacht einen Ankerplatz an der Nordseite der Insel Vis namens Okljucna oder gleich östlich davon die dreiarmige Ankerbucht Gradac.
Übrigens: die Insel Vis und insbesondere die Stadt Komiža dienten als Filmkulisse für den Film Mamma Mia! Für Tauchschein-Inhaber: hier gibt es gleich mehrere Tauchbasen, von denen aus man versunkene Schiffe aus dem 18. Jahrhundert oder Bomber aus dem Zweiten Weltkrieg erkunden kann. Tipp für einen Zwischenstopp: die kleine Insel Biševo, nur 6 Seemeilen von Komiža entfernt, ist mit ihren Höhlen und Sandstränden eines der geologischen Wunder der Adria.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Tag 4 – Bucht von Stončica, Insel Vis
Von Komiza bzw. den Ankerbuchten Okljucna/Gradac sind es nur maximal zweieinhalb Stunden Segelzeit (max. 14 Seemeilen) bis Stončica am anderen, östlichen Ende der Insel Vis. Hier gibt es eine Sandbucht, umgeben von üppiger Natur. Mit ruhigem Wasser und einer friedlichen Atmosphäre ist es der perfekte Ort zum Entspannen.
An der Südspitze der Bucht, direkt vor dem Strand und ganz in der Nähe der Konoba Stoncica mit Erzeugnissen aus eigener Landwirtschaft, gibt es 6 Ankerbojen, die allerdings bei den Skippern sehr beliebt sind – rechtzeitiges Eintreffen sichert einen der geschützten Plätze.
Von hier aus bietet sich auch eine Stippvisite zur südlich gelegenen Stiniva Bucht an. Eine schmale, lange Bucht endet mit einem Steintor, das in eine kleine Bucht mit einem Kieselstrand führt, der von geschichteten Felswänden umgeben ist, einst eine Karsthöhle, die vor mehreren tausend Jahren einstürzte. 2016 wurde Stiniva zum schönsten Strand Europas erklärt.
Achtung: die Lagune ist nur mit dem Dingi befahrbar. Im Ankerbereich der Bucht auf ca. 10 Meter Tiefe gibt es nur wenig Schwojraum.
Tag 5 – Bucht Zaraće, Insel Hvar
Weiter geht es mit Kurs Nordost Richtung Hvar. Die Insel bietet schöne Buchten zum Übernachten, entweder vor Anker oder an Bojen. Sunsail empfiehlt in seinem Törntipp abseits der ausgetretenen Touristen- (und Charter-) Pfade die Bucht von Zaraće (etwa 2 Stunden Segelzeit, ca. 13 Seemeilen).
Geschützt durch einen natürlichen Wellenbrecher aus Stein im Südwesten, gibt es in der Bucht einige Mooringbojen, die zu Restaurants gehören. Von hier aus ist die geschäftige, aber sehenswerte Stadt Hvar in nur 15 Minuten mit dem Auto (Taxi) zu erreichen. Achtung: die SE Bucht ist ungeschützt bei Jugo, dann sollte man lieber eine NWliche Bucht aufsuchen).
Auf dem Wasser-Weg zur Insel Hvar bietet sich ein vorheriger Törn-Stopp in der Rogačić-Bucht auf Vis an. Hintergrund: die Insel Vis hat eine bewegte Geschichte und war bis in die 1990er Jahre für die Öffentlichkeit komplett gesperrt. Eine Erinnerung an diese Zeit sind die zahlreichen Höhlen und Bunker der Insel, die für militärische Zwecke gebaut wurden.

Einer der besterhaltenen U-Boot-Tunnel befindet sich direkt in der Rogačić-Bucht, im westlichen Arm Parja. Hier liegt man gut geschützt, nur bei Ostwind kann es etwas ungemütlich werden. Genau hier gibt es auch den Marinebunker, vor dem eigentlich nicht festgemacht werden darf (das Verbot wird aber häufig ignoriert). Der zweite gut geschützte Arm ist Rogacic, der sich direkt südlich anschließt. Die Tiefe in den Buchten beträgt zwischen 5 und 8 Metern, der Grund besteht aus Felsen, Sand und Seegras.
Tag 6 – Bucht Smrka, Insel Brac
Von hier aus wird nun der Kurs Richtung der nördlich gelegenen Insel Brač abgesteckt. Der südwestliche Teil der Insel ist übersät mit abgeschiedenen Buchten, die sich perfekt für einen Nacht-Ankerplatz eignen. Ein Sunsal-Favorit ist die Smrka-Bucht, die nur Platz für ein paar Yachten bietet und ein Gefühl von Frieden und Ruhe vermittelt (gelegen zwischen den bekannteren Buchten Osibova/Lucice im Westen und Blaca im Osten). Segelzeit: etwa 3 Stunden, Entfernung ca. 15 Seemeilen).
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Auch hier gibt es einen alten U-Boot-Tunnel zu entdecken.

Ein einfacher Wanderweg führt von hier aus zum Kloster Blaca führt – ein ausgezeichnetes morgendliches Training zu der in den Fels gehauenen mittelalterlichen Einsiedelei mit einem kleinen Museum (Montags geschlossen).

Tag 7 – Agana-Basis
Am Ende der Segelwoche geht es wieder zurück zur Basis Agana (ca. 3 Stunden Segelzeit, etwa 20 Seemeilen). Wer will, entspannt noch einmal an einem der beiden nahe gelegenen Strände, genießt eine Mahlzeit in einem Restaurant oder unternimmt einen kurzen Ausflug in die historischen Städte Trogir oder Split.
In Split sollte man sich Diokletianpalast, ein UNESCO-Weltkulturerbe, anschauen.
Nur eine kurze Strecke von Agana entfernt bietet Trogir mit seiner gut erhaltenen mittelalterlichen Architektur, die ebenfalls unter UNESCO-Schutz steht, eine faszinierende Reise in die Vergangenheit. Für Geschichtsliebhaber sind die römischen Ruinen von Solin und der atemberaubende Nationalpark Krka ein Muss. Um sie richtig zu erleben, sollten man jedoch mindestens jeweils einen halben Tag dafür einplanen.
Nach Angaben des Vercharterers Sunsail ist ab der Basis Marina Agana auch Flottillensegeln möglich. Die Flottillen habe man aktuell mit „mehr Flexibilität“ optimiert, so dass sich nun auch vielerorts übliche Preissteigerungen „umsegeln lassen“ können sollen.
Interaktive Törn Karte
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Auf der Interaktive Karte sind alle Orte und Törn-Etappen eingezeichnet. (Symbol links oben öffnet die Seitenleiste, Symbol rechts oben öffnet die Karte in Fullscreen)
Tipp der SeaHelp-Redaktion:
Für den beschriebenen Törn stehen auf unserer SeaHelp-App viele Drohnenfotos, Drohnenvideos und 360 Grad-Bilder zur Verfügung, so kann man sich bereits viele Buchten im voraus anschauen und seinen Törn perfekt planen.
Download SeaHelp-App:













