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Das Rigg (Takelage) auf einer Segelyacht: K(e)in Buch mit sieben Siegeln

Das Rigg, also die Takelage mit allen Teilen des stehenden und laufenden Gutes einschließlich Mast und Spieren, ist einer der wichtigsten Bestandteile einer Segelyacht. SeaHelp nennt die unterschiedlichen Arten und gibt Tipps zu Wartung und Pflege.

Bei der Wahl des korrekten Riggs können zunächst grob zwei Systeme unterschieden werden: Topp- oder Partialrigg. Beide Arten haben Vor- und Nachteile. Der Unterschied zwischen beiden Formen besteht vor Allem darin, dass beim Topprigg Vor- und Achterstag auf gleicher Höhe am Masttopp ansetzen. Um das Vorstag zu trimmen, muss nur das Achterstag eingestellt werden: je dichter das Achterstag geholt wird, desto höher ist die resultierende Vorstag-Spannung.

Beim Partialrigg setzt das Vorstag dagegen etwas tiefer an; nur das Achterstag läuft hier über den Masttopp. Das Vorstag sitzt beim Partialrigg tiefer. Viele Eigner bevorzugen ein sogenanntes 9/10-Rigg. Das bedeutet, dass das Vorstag ein Zehntel tiefer als der Masttopp ansetzt, bezogen auf den Mast, der über Deck steht.

Nachteil: es ist weniger stabil und kann sich auch in Querrichtung verdrehen. Vorteil: die Vorsegelfläche ist kleiner, und ohne gleich das Vorsegel wechseln zu müssen, kann man die gesamte Segelfläche lediglich durch Reffen des Großsegels anpassen.

Soll ein neues Rigg angeschafft werden, sollte unbedingt ein Fachmann zu Rate gezogen werden

Wichtig: ist bereits eine Yacht vorhanden, für die lediglich ein neues Rigg angeschafft werden soll, sollte unbedingt ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Nachdem das Mast-Material (Aluminium, Karbon oder Holz) ausgewählt wurde, kann der Profi auch die Vor- und Nachteile eines auf Deck oder auf dem Kiel stehendenden Mastes erläutern und Tipps geben, ob und ggf. wie viele Saling-Paare verbaut werden sollten.

Zudem kann so leicht geklärt werden, welches Mast-Profil am besten dazu passt, und ob die Wanten und Stage aus Metall-Draht oder Rod bzw. aus Tauwerk bestehen sollten.

Abstände für Checks und Materialtausch abhängig von der jeweiligen Nutzung und Beanspruchung

Die zeitlichen Abstände für Checks und gegebenenfalls für einen fälligen Materialaustausch sind stark von der jeweiligen Nutzung und der Belastung abhängig. So müssen Regattasegler ihr Material häufiger prüfen und ggf. austauschen als Freizeitsegler, da hier das Rigg naturgemäß stärker beansprucht wird.

Für Freizeitsegler besagt eine lockere Faustregel, dass das sogenannte stehende Gut etwa alle 15.000 Seemeilen ausgetauscht werden sollte. Als stehendes Gut werden diejenigen Teile des Tauwerks von Segelschiffen oder -booten bezeichnet, die als Abspannung zur Versteifung der Masten dienen, also vor allem Stage und Wanten. Der Name Stehendes Gut erklärt sich dadurch, dass dieses bei Manövern meist nicht bewegt wird.

 

Rigg / Takelage einer Segelyacht
© Alexander Nikiforov | Adobe Stock

 

Und: beim Kauf einer gebrauchten Yacht ist immer Vorsicht geboten: hier sollte der Mast stets eingehend auf Haarrisse und andere Verschleiß-Erscheinungen untersucht werden.

Nach dem Auswintern sollte auf eine korrekte Mast-Installation und -Einstellung geachtet werden. Bei größeren Yachten mit aufwendigeren Anlagen sollte das Rigg beim ersten Maststellen nach dem Winterlager von einem Fachmann geprüft und eingestellt werden.

Ein neues Rigg sollte zu Bootstyp, Einsatzzweck und Fahrtgebiet passen

Bei kleineren Yachten und Booten mit überschaubaren Riggs kann sich der Eigner mit entsprechenden Markierungen behelfen, um dann zu Beginn der nächsten Saison den Mast ganz einfach selber trimmen zu können. Doch auch hierbei ist umsichtiges Handeln geboten, denn ein falscher Trimm kann zu Belastungen – und im schlimmsten Falle auch Beschädigungen am Mast (und dem stehenden Gut) führen.

Dasselbe gilt für die Einstellung des Mastfalls, also die Neigung des Mastes nach achtern, die vorwiegend durch die Länge des Vorstags bestimmt wird. Gemessen wird sie von einem freihängenden Großfall in Bezug zum Lümmelbeschlag des Großbaums in Grad. Auch hier können – bei kleineren Yachten und Segelbooten – neben entsprechenden Messgeräten auch entsprechende Markierungen (je nach Segelrevier) helfen.

Auch wer ein komplett neues Rigg für seine Yacht anschaffen möchte, sollte einiges beachten. Hier gilt vor allem, dass es zu Bootstyp, Einsatzzweck und Fahrtgebiet passen sollte. Denn: auch ein falsch geplantes Rigg kann negative Folgen für die gesamte Yacht haben.

SeaHelp nennt auf Wunsch Ansprechpartner im Bereich Takelage & Technik im Bereich ihrer jeweiligen Einsatzgebiete: info@sea-help.eu. Preiswerte Versicherungen für Yachten mit oder ohne erneuertem Rigg gibt es über die SeaHelp-Insurance.

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