Tipp für den nächsten Dalmatien-Törn: Martinis Marchi in Maslinica

Törn Kroatien: Hafen Maslinica auf der Insel Solta
Der kleine, pittoreske Hafen Maslinica auf der Insel Solta ist immer einen Törn-Stopp wert. Festmachen kann man in der Martinis Marchi-Marina direkt vor dem Schloss. | © muencheberg.media

Die spontanen Dinge im Leben sind oft die besten. Und so sagen wir prompt zu, als wir gefragt werden, ob wir nicht Lust hätte, eine Woche in Kroatien segeln zu gehen. Das Boot sollte ein neuer, geräumiger 45 Fuss-Segelkat von Lagoon sein. Ohne Hast sollten ab Trogir die nicht allzu weit entfernt liegenden Inseln Solta, Vis und Hvar abgesegelt werden, und es sollte viel Freizeit geben. Mittags sollte an Bord gekocht werden, und abends sollten die einheimischen Restaurants getestet werden. Auch ein Abstecher in den pittoresken Hafen Maslinica auf Solta mit einem Besuch des Schloß-Restaurants Martinis Marchi war eingeplant. Das hörte sich verdammt gut an, wir buchten einen Flug nach Split und packten unsere Segeltaschen. Tipp der SeaHelp-Redaktion.

Nur wenige Tage später landen wir auf dem mittlerweile modernisierten und erweiterten Flughafen von Split, dessen einziger Nachteil bislang wohl darin bestehen mag, dass man für hier abgehende Flüge (noch) nicht vorab online einchecken kann. Ein Taxi bringt uns in ein paar Minuten zur 15 Kilometer östlich gelegenen Altstadt von Trogir, wo uns der Fahrer bedeutet, dass wir vom Nordtor aus besser ins Zentrum laufen sollten, denn für sein Taxi seien die kleinen Gassen einfach zu schmal.

Dobar Dan Trogir!

Wir checken im kleinen, charmanten Altstadt-Hotel Monika in Trogir ein, wo unsere Crew die erste Nacht verbringt, bevor es am nächsten Tag zum Boot gehen soll. Unsere Crew ist bunt zusammengewürfelt – und besteht neben drei erfahrenen Seglern auch aus drei Charter-Novizen. Den Törnplan besprechen wir abends beim Dinner im (von aussen gut versteckten) Garten des Spezialitäten-Restaurants Calebotta im Herzen Trogirs – bei ausgezeichneten dalmatinischen Weinen. Vive la spontanéité!

Der nächste Morgen beginnt mit einer Führung durch die hübsche, verwinkelte und zum Glück um diese Zeit noch menschenleere UNESCO-Welterbe-Stadt Trogir, die bereits im dritten Jahrhundert v. Chr. als griechische Siedlung Tragurion bekannt war. Nach dem Fall Venedigs im Jahr 1797 war Trogir fast durchgehend bis 1918 österreichisch und fiel danach an das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen. Später wurde es Teil der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien, und seit 1991 gehört Trogir zum unabhängigen Staat Kroatien.

Dann packen wir unsere Siebensachen und machen uns mit einem Taxiboot auf den kurzen Wasserweg in die westlich gelegene Marina Baotic, wo unsere Lagoon 450F, frisch gereinigt und aufgetankt, bereits auf uns wartet. Nach einem kurzen Dinner in der Marina (wunderbar: Schwarzes Meeresfrüchte-Risotto!) werden Getränke und Verpflegung gebunkert, es gibt einen Boots-Check sowie eine Sicherheits-Einweisung, und schon verlassen wir die um diese Zeit quirlige Marina – es ist Sonnabend, das bedeutet: Crewwechsel bei den meisten hier ansässigen Charterunternehmen.

Ein Muss: Törnstopp in Maslinica auf Solta

Nach einem obligatorischen Badestopp vor Anker passieren wir den Archipel mit den sieben Inseln Polebrnjak, Saskinja, Stipanska, Kamik, Balkun, Rudula und Grmej, tuckern langsam in die Marina von Maslinica ein und bereiten uns auf unser Anlegemanöver vor: Fender raus, zwei davon befestigen wir achtern an den Badeplattformen, und zwei Festmacherleinen achtern liegen auch schon bereit. Tipp: den Liegeplatz am besten schon vorher reservieren!

Ein freundlicher Marina-Mitarbeiter weist uns beim Rückwärts-Fahren ein (einziger Nachteil der ansonsten wunderbaren Lagoon 450F ist, dass man vom Steuerstand aus nicht ohne weiteres das Heck des Bootes einsehen kann), nimmt die Leinen entgegen und überreicht uns die Mooring-Leinen. Festmachen, Gangway installieren, Landstrom anschliessen. Maschinen aus. Anlege-Schluck. Willkommen in Maslinica!

Es gibt Stimmen, die behaupten, Maslinica sei wegen ihres Archipels eine der schönsten Adria-Ortschaften überhaupt. Wir schlendern durch den kleinen Ort, schlürfen Espresso gegenüber der Marina auf der anderen Hafen-Seite und nehmen ein erfrischendes Bad an der Südwestspitze der Insel. Es ist heiss – sehr heiss, und die Einheimischen verbringen viel Zeit im Wasser, mal schwimmend, mal stehend, plaudernd, aber immer mit einem Hut auf dem Kopf.

Besuch im Schloss der Adelsfamile Marchi

Die Siedlung selbst sei um das im Jahr 1708 fertiggestellte Schloss der Adelsfamilie Marchi entstanden, erklärt uns eine Angestellte des exklusiven Martinis Marchi-Anwesens bei einer kleinen Führung durch das Schloss, vor dem unsere Lagoon leise an ihren Festmacherleinen zuckelt.

Wegen der häufigen Piratenangriffe hätten die gräflichen Marchi-Brüder Ivan-Peter, Jurai und Ivan vom venezianischen Statthalter zwecks Verteidigung der gesamten Siedlung die Erlaubnis zum Bau eines burgartigen Schlosses samt eines Turms verlangt, erzählt die junge Frau. Und, dass man den heutzutage für schlappe 750 Euro pro Nacht auch als Appartement mieten könne (die anderen Suiten gäbe es etwas preiswerter, sagt sie), denn das 300 Jahre alte Schloss wurde in den vergangenen Jahren aufwendig saniert und zu einer eleganten Luxusherberge mit eigenem Heli-Pad umgebaut.

 

Törn Kroatien: Schloss, Turm, Restaurant und Marina von Martinis Marchi
Blick auf Schloss, Turm, Restaurant und Marina von Martinis Marchi. Wer mag, umrundet die kleine Bucht zu Fuß und landet so an einem kleinen Bade-Strand.

 

Hotel, Marine und Restaurant im Zeichen des Drachens

Eine Marina, in welcher auch die grosse, weisse Motoryacht des Eigners schwoit, und ein nobles Restaurant – allesamt versehen mit dem Familien-Wappen, einem gekrönten, feuerspeienden Drachen mit Schwert – gehören heute ebenfalls zu Martinis Marchi. Wir lassen den Abend im noblen Schloss-Hotel-Restaurant mit Blick auf den Yachthafen und unsere Lagoon ausklingen (Tipp: vorher einen Tisch reservieren!) und speisen wie einst die Grafen von Maslinica bei traditionellen Gerichten nach originalen Rezepten aus der Marchi-Zeit und einem herrlichen französischen Chateau Les Crostes, den der Eigner selbst anbaut. Zdravica – zum Wohl!

 

Kroatien Törn Dalmatien: Martinis Marchi Restaurant
Ein Besuch im Martinis-Marchi-Restaurant direkt am Wasser lohnt. Angeboten werden traditionelle Gerichte nach originalen Rezepten aus der Marchi-Zeit erlesene Weine, die der Eigner teilweise selbst anbaut.

 

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Info: martinis-marchi.com | Tel. + WhatsApp +385 21 659 093 | VHF channel 17 | marina@martinis-marchi.com

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