Kroatien mit der Yacht: Törn-Tipp Zadar

Wer mit der Yacht in der Gespanschaft Zadar (Zadarska županija) im nördlichsten Teil Dalmatiens um die Stadt Zadar(1) herum unterwegs ist, für den steht zumeist auch ein Besuch der Hafenstadt und des Seebades Zadar auf dem Programm. Doch direkt vor der ehemaligen Festungsstadt, deren überwiegender Teil der Altstadt von venezianischem Baustil geprägt ist, locken die sich von Südosten nach Nordwesten lang hinstreckenden Inseln Pasman(2), Ugljan(3), Dugi Otok(4), Kornat(5) und Zut(6) zu Tagestörns ein. Tipp der SeaHelp-Redaktion für einen geruhsamen und erfolgreichen Wochen-Törn ab Sukosan.

Wer den nördlichen Teil Dalmatiens rund um die Stadt Zadar(1) mit der eigenen oder der Charteryacht erkunden möchte, sollte sich einen – oder besser zwei – Tage für die Stadt reservieren. Die Altstadt Zadar(1), auf einer schmalen Landzunge am Adriatischen Meer und am Kanal von Zadar gelegen, wird vom Festland durch einen Wassergraben getrennt.

Bis 1873 eine Festung, hat die schöne, weiße Stadt einen großen Hafen, vier Tore (darunter das Marinetor mit einem eingesetzten Stück eines römischen Triumphbogens und die nach dem Entwurf von Sanmicheli erbaute Porta di Terraferma(7)), und der ganz überwiegende Teil der Altstadt von Zadar ist venezianischen Baustils.

Zadar lockt mit einer geschichtsträchtigen Altstadt im venezianischen Baustil

Unter den Plätzen sind der Herrenplatz(8) mit Hauptwachtgebäude und der Gradska Straža(9) (mit der Stadtbibliothek) sowie der Brunnenplatz(10) mit antiker korinthischer Säule nennenswert. Eine solche ziert auch den Simeonsplatz(11).

Neben historisch bedeutenden Kirchen wie der Domkirche der heiligen Anastasia (kroat. Katedrala svete Stošije(12)), der Kirche Sankt Donatus (Crkva svetoga Donata, 9. Jhdt.(13)), der ersten Marienkirche (Samostan svete Marije(14)), der ehemaligen Kirche zur heiligen Dreifaltigkeit, der Franziskaner-, der Simeons- und der orthodoxen Eliaskirche laden das Landtor (Porta Terraferma(7)) mit einem venezianischem Markuslöwen, das römische Forum, der ehemalige Palast der Prioren, der erzbischöfliche Palast, das Arsenal sowie die „fünf Brunnen“ und der angrenzende „Turm des Stadtkommandanten“ zu Besichtigungen ein.

In Sukosan gibt es gleich mehrere Charterbasen – nur zehn Kilometer vom Airport entfernt

Vom Flughafen Zadar sind es nur ca. zehn Kilometer mit dem Taxi bis nach Sukosan(15), wo gleich mehrere Charterbasen vertreten sind. Wer hier für eine Woche sein Boot übernimmt (und der Altstadt von Zadar bereits einen Besuch abgestattet hat), für den öffnet sich Richtung Westen eine phantastische Auswahl an Törnzielen auf den vorgelagerten Inseln. Wer will, segelt (entgegen dem Uhrzeigersinn) wie wir über Ugljan(3) und Zverinac(16) nach Dugi Otok(4), von dort weiter nach Piskera(17), Zut(6) oder Pasman(2), um schließlich nach einem Abstecher in Biograd na Moru(18) nach sechs Tagen wieder wohlbehalten in der Ausgangsbasis Sukosan(15) festzumachen.

 

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Tag 1: Sukosan – Olive Island/Ugljan – Zverinac/Zverinac

Wir übernehmen unsere Charteryacht in Sukosan(15) in der Marina Dalmacija(19) im nördlichen Teil der Zlatna Luka (Goldbucht). Weitere Marinas wie (in nördlicher Richtung) Bibinje(20) mit einigen wenigen Gastplätzen, die Marina Zadar(21) (ganzjähriger Zollhafen und Hafenamt) und die Marina Borik(22) sowie südlich von Sukosan(15) die Marina Kornati(23)/Marina Sangulin(24) in Biograd eignen sich ebenfalls hervorragend zum Törnstart.

Von Sukosan(15) aus richten wir unseren Kurs nach Nordwesten aus, an Backbord liegt die lang hingestreckte Insel Ugljan(3), steuerbordseitig passieren wir Zadar auf der Festlandsseite. Nach wenigen Segel-Stunden lädt linkerhand die gut geschützte Olive Island Marina(25) ein – wer will, kehrt hier zu einem frisch zubereiteten Lunch im Olive Garden Restaurant ein.

 

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Törn-Tipp Zadar: Insel Ugljan
Foto: Kroatische Zentrale für Tourismus

 

Frischer Fisch und Fleisch vom Holzkohlengrill: Törnstopp in der Olive Garden Marina zum Lunch

Frischer Fisch und Fleisch vom Holzkohlengrill, Nudeln mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, kalte Vorspeisen aus heimischen Produkten sowie eine Spitzenauswahl an Desserts sind nur einige der Spezialitäten, die in dem schön gelegenen Restaurant angeboten werden. Neuester Clou des Küchen-Teams des Olive Garden Restaurants sind jedoch asiatisch inspirierte Gerichte, die frisch von Küchenchef Ante Loncar im Wok zubereitet und raffiniert mit der kroatischen Küche kombiniert werden.

Wir passieren erst die Nordspitze von Ugljan(3) (Fahrwassertonne) sowie Rivanj(26) und Sestrunj(27), nehmen mit West-Kurs die Durchfahrt zwischen Molat(28) im Norden und Tun Veli(29) im Süden und umrunden schließlich die Nordspitze Zverinac(16) entgegen dem Uhrzeigersinn.

Wir machen in der gleichnamigen Marina mit neuen Hafenanlagen und Gäste-Murings für eine Nacht fest. Sehenswert: der barocke Palast Fanfonga aus dem Jahr 1746, sonst ist Zverinac ein eher beschaulicher Ort, gut geeignet für Ruhe Suchende. Wer es etwas trubeliger mag, segelt einfach ein Stückchen weiter und macht für die Nacht in der Marina Veli Rat(30) auf Dugi Otok(4) fest.

 

Törn-Tipp Zadar: Insel Veli Rat Leuchtturm
Foto: Kroatische Zentrale für Tourismus

 

Tag 2: Zverinac/Zverinac – Luka/Dugi Otok

Am zweiten Törn-Tag verlassen wir die kleine Marina Zverinac Richtung Südosten und segeln die langgestreckte Insel Dugi Otok(4) – an Steuerbord liegend – entlang. Wir passieren erst Brbinj(31), später Savar(32), und segeln dann weiter zwischen der Insel Rava(33) (backbord) und Dugi Otok(4) (an steuerbord) mit Kurs auf den kleinen Hafen Luka(34). Kommt man wie wir aus Nordwesten, sind Ansteuerung und Wassertiefen auf Luka unproblematisch.

Festmachen kann man direkt vor einem Restaurant am Südufer, die Wassertiefe beträgt hier jedoch nur ca. 1,5 Meter. Wem das zu wenig ist, macht gegenüber am Kai des nordöstlichen Ufers vor einem alten Haus fest; hier liegt die Wassertiefe zumindest zwischen zwei und drei Metern.

Wer will, erwandert von hier aus die beiden höchsten „Berge“ von Dugi Otok(4), den Vela Straza(35) und den Druzinjak(36) mit 337 bzw. 233 Metern Höhe. Gleich in der Nähe laden auch mehrere Höhlen wie die 30 Meter lange Kozja Pec(37) ein, in der sich im Zweiten Weltkrieg Partisanen versteckt hielten.

 

Törn-Tipp Zadar: Insel Dugi Otok
Foto: Kroatische Zentrale für Tourismus

 

Tag 3: Luka/Dugi Otok – Zut/Zut

Wir verlassen den kleinen, ruhigen Ort Luka Richtung Norden, indem wir die Passage zwischen Luski(37) und Luka(34) nehmen, die Wassertiefe beträgt hier etwa drei Meter. Wem das zu wenig ist, oder wenn hier starker Strom stehen sollte, kann man auch problemlos um die kleine Insel Luski herumfahren.

Wir folgen weiter der Nordseite der Insel Dugi Otok(4) entlang Richtung Südosten, lassen die Insel Krknata(39) an steuerbord, passieren Sali(40) und segeln zwischen der Insel Lavdara(41) (backbord) und Dugi Otok(4) (steuerbord) entlang. Nun ändern wir unseren Kurs auf OSO, halten gut Wahrschau nach kleinen Inselchen, die unseren Wasserweg säumen und steuern schließlich die ACI Marina Zut(42) auf der gleichnamigen Insel an.

 

Törn-Tipp Zadar: Insel Dugi Otok umsegeln
Foto: Kroatische Zentrale für Tourismus

 

Die ACI Marina Zut bietet guten Service – und zwei schöne Restaurants

Die Marina auf der nur ungefähr 15 Quadratkilometer großen Insel liegt gut geschützt und verfügt über 120 Liegeplätze. Zusätzlich können Charteryachten auch an einer der 15 Bojen der Marina Zut festmachen, die sich am Kap Razanj(43) befinden.

Hier gibt es neben verschiedenen Dienst- und Serviceleistungen auch einen kleinen Supermarkt, gleich zwei Restaurants (Festa – Reservierung empfohlen, und Sandra) sowie sanitäre Anlagen. Die nächste Tankstelle für Boote befindet sich etwa acht Seemeilen entfernt auf Dugi Otok in Zaglav.

Tag 4: Zut/Zut – ACI Piskera/Piskera (Nationalpark Kornati)

Wer einen Ausflug in den Nationalpark Kornati(45) plant, segelt am vierten Törn-Tag, Zut zunächst in nordwestlicher Richtung verlassend, nach Südwesten.

Wir passieren die Durchfahrt zwischen der Südspitze Dugi Otoks(4) (steuerbord) und der Nordspitze der Insel Katina(44) (backbord), durchfahren das rot-grüne Tonnenpaar und halten uns dann Richtung Süden, bis wir das freie Wasser vor der Südküste der Insel Kornati(5) erreicht haben. Nun segeln wir weiter mit südöstlichem Kurs „außen herum“, die kleinen Inseln Levrnaka(46), Borovnik(47), Mana(48), Rasip Mali(49) und Rasip Veli(50) lassen wir achteraus.

Piskera(17) liegt inmitten des Nationalparks Kornati(45), ein Paradies für Segler, Taucher und Wanderer

Die Insel, die nun an Backbordseite zu sehen ist, ist Piskera(17) – wir befinden uns nun mitten im Nationalpark Kornati. Empfehlenswert ist, die kleine vorgelagerte Insel Vela Panitula(51) im Uhrzeigersinn zu umrunden, um die gleichnamige ACI Marina Piscera(52) von Süden bzw. mit Nordwestlichem Kurs „von unten“ anzusteuern, denn die nördliche Einfahrt in die Bucht ist sehr flach (max. 0,5 Meter Tiefgang, Passage auch nur bei ruhiger See möglich).

Achtung: die eigentlichen Marinagebäude stehen nicht auf der Insel Piskera(17), sondern auf der südlichen Insel Vela Panitula(51). Hier gibt es 120 Muringbojen an insgesamt sechs Schwimmstegen. Wer die vergleichsweise hohen Marina-Preise für Eintrittskarten in den Nationalpark umgehen möchte, besorgt sich die Karten bereits vorher (gleich beim Bezahlen in der Marina ansagen). Übrigens: auch wer in der Umgebung ankert, um die hohen Marina-Gebühren zu sparen, wird von den Naturpark-Rangern zur Kasse gebeten.

 

Nationalpark Kornati (Kroatien)
Nationalpark Kornati | Foto: Kroatische Zentrale für Tourismus | © Zoran Jelaca

 

Tag 5: Piskera/Piskera – Biograd na Moru

Am fünften Törn-Tag geht es für uns gleich früh wieder zurück nach Zut(6), dieses Mal allerdings direkt vor der Küstenlinie entlang, also „innen“ zwischen den vorgelagerten Inselchen entlang, erst Richtung Nordwesten, dann nordöstlich.

Wir lassen Zut jedoch jetzt an steuerbord liegen und segeln weiter östlich, dann umrunden wir mit nordöstlichem und schließlich mit NW-Kurs die Südspitze Pasmans(53). Unser Ziel für heute heißt Biograd(18), das wir nach einem herrlichen Halbtages-Törn wohlbehalten erreichen.

In Biograd na Moru laden gleich zwei Marinas zum Festmachen ein: Kornati für größere Yachten und Sangulin

Gleich zwei Marinas in einem Hafenkomplex laden Skipper in Biograd zum Festmachen ein: die Marina Kornati(23) befindet sich gleich nördlich (einlaufend also an Backbord-Seite); hier gibt es 380 Liegeplätze für Eigner- und Charteryachten. An der Nordmole sind in den letzten Jahren einige weitere Liegeplätze hinzugekommen, man liegt hier längsseits zur Mole, es gibt einen Travellift, einen Kran und weiteren üblichen Service. 12 Charterfirmen haben hier ihre Büros.

Die Marina Sangulin(24) liegt im Süden der Hafenanlage. Sie ist ein Teil der Marina Kornati(23) und bietet sich vor allem für kleinere Yachten und Boote an. Die Rezeption, die Sanitäranlagen und auch die Charterbüros sind teilweise noch in Containern untergebracht. Doch egal, in welchem Teil des Hafens die Crew festmacht – von hier aus sind es nur wenige Minuten zu Fuß in die sehenswerte Altstadt, die sich direkt an die langgestreckte Uferpromenade anschließt.

 

Törn-Tipp Zadar: Biograd Marina Kornati & Marina Sangulin
Foto: Kroatische Zentrale für Tourismus

 

Die „weiße Stadt am Meer“ Biograd na Moru(18) hat viel zu bieten, tagsüber und am Abend

Die „weiße Stadt am Meer“ Biograd na Moru, wie Sukosan(15) auch ein beliebter Ausgangshafen für Segeltörns in das Insellabyrinth der Kornaten, bietet viel. Auf Badeurlauber warten traumhafte Strände und Buchten, vor allem der flach abfallende Kieselstrand Drazice(54) und der gleich neben an liegende Sandstrand Soline sind bei Familien mit Kindern sehr beliebt.

Während sich tagsüber das Leben vor allem an der Strand- und der Hafenpromenade von Biograd abspielt, verlagert sich in den Abendstunden das rege Treiben an die Uferpromenade am Rand der Altstadt. Zahlreiche Restaurants, Konobas und Tavernen laden dazu ein, die Spezialitäten der dalmatinischen Küche zu genießen.

Tag 6: Biograd na Moru – Sukosan

Törn-Tag sechs steht ganz im Zeichen des Rückweges nach Sukosan(15): wir verlassen Biograd(18) nach dem Frühstück und setzen den Kurs Richtung NW. Für etwa zehn Seemeilen segeln wir noch einmal bei schönstem Wind zwischen Pasman(2) (an backbord) und dem Festland (an steuerbord) entlang, passieren auf der Festlandseite Turanj(55) und linksseitig die Orte Kraj(56), Pasman(2), Barotul(57), Nevidane(58), Dopropoljana(59), Banj(60) und Zdrelac(61), bevor wir wieder in unseren Ausgangshafen einlaufen.

 

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