Während der ersten Winterstürme: Bohrinsel in der Adria vor Pula spurlos verschwunden – was droht der Umwelt?

Adria: Gasplattform Ivana D verschwunden
Eine Gasplattform wie diese kann nicht einfach so von der Bildfläche verschwinden. Was ist passiert? Tritt Methan aus? Fragen, auf die es hoffentlich bald eine Antwort geben wird

Das bestimmte Dinge wie beispielsweise die berühmten Socken in der Waschmaschine oder der Autoschlüssel einfach so verschwinden, damit hat man sich längst abgefunden. Doch das kroatische Mineralölunternehmen INA hat derzeit ein deutlich größeres Problem: Der INA ist eine der vier unbemannten Gasplattformen, die „Ivana D“, mit denen in der Adria 50 Kilometer nordwestlich von Pula nach Gas gebohrt wird, abhanden gekommen. Um es ganz deutlich zu sagen: Die Gasplattform ist, wie von der INA jetzt mittlerweile bestätigt wurde, bereits seit Samstagnachmittag spurlos vom Erdboden bzw. von der Wasseroberfläche verschwunden und zumindest bis Dienstagabend noch nicht wieder aufgetaucht. Damit dürfte allerdings auch nicht zu rechnen sein.

Jugo behindert Suchaktion

Zunächst sei, wie kroatische Medien unter Berufung auf einen Sprecher der INA berichten, die Verbindung zur Gasplattform unterbrochen, dann sei sie auch nicht mehr mit bloßem Auge erkennbar gewesen. Aufgrund schlechter Witterungsbedingungen – zum Zeitpunkt des Verschwindens und auch in den Tagen danach herrschte, wie SeaHelp berichtete, starker Jugo. Aufgrund der Sichtbehinderung durch Regen, starken Winden und hohem Wellengang konnte bisher noch keine Suchaktion nach der „verlorenen“ Gasplattform gestartet werden.

War Korrosion die Ursache?

In den kroatischen Medien wird ein ehemaliger kroatischer Wirtschaftsminister zitiert, der sich bereits in der Vergangenheit gegen die Gasförderung in der Adria ausgesprochen hatte. Er führte an, die Gasplattform sei mittlerweile 30 Jahre alt, der verwendete Stahl natürlich abhängig vom Wartungsstand möglicherweise korrosionsanfällig. Gleichzeitig erinnerte er an den Unfall auf der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. Auf dieser Bohrinsel wurde jedoch nach Öl und nicht nach Gas gebohrt.

Ist das Bohrloch verschlossen?

Eine Frage bleibt allerdings: Hat die Technik der Gasplattform entsprechend der Vorschriften das automatische Verschließen des Bohrlochs, wie in solchen Fällen zwingend vorgesehen, noch vornehmen können oder strömt jetzt ungehindert Gas aus?

Methanaustritt gefährdet das Klima

Ein unkontrollierter Ausstoß von Erdgas aus einem Bohrloch setzt generell immense Mengen an Methan frei, ein Klimagas, das in der Atmosphäre eine überaus starke Treibhausgaswirkung entfaltet. Ein Kilogramm Methan ist über 20 Jahre gesehen zwischen 84 und 92 Mal so schädlich wie ein Kilogramm Kohlendioxid und nach derzeitigem Wissensstand trägt Methan mit rund 20 % zum von Menschen verursachten Treibhauseffekt bei.

Ursache noch völlig ungeklärt

Doch wie dem auch sei: Die Gasplattform „Ivana D“ vor Pula ist verschwunden, sofortige Maßnahmen konnten wegen der schlechten Witterungsbedingungen in der Adria, insbesondere vor Istrien, nicht eingeleitet werden. Ob letztlich starker Wind in Verbindung mit hohem Wellengang und möglicher Korrosion letztlich für das Verschwinden verantwortlich gemacht werden können, bleibt bis zur endgültigen Klärung der Ursachen offen.

Viele offene Fragen

Solch ein Zwischenfall wirft allerdings weitere Fragen auf: Kann es sich ein vom Tourismus abhängiges Land wie Kroatien erlauben, das vor der Küste nach fossilen Energieträgern gebohrt wird? Wie effektiv sind eigentlich die Maßnahmen, um solche Zwischenfälle, wenn sie denn passieren, möglichst zeitnah wirkungsvoll einzudämmen? Was passiert eigentlich, wenn ein Öltanker vor der kroatischen Küste auf Grund läuft und einen Teil seiner Ladung verliert?

Können Umweltschäden verhindert werden?

Letztlich bleibt nur die Hoffnung, die Verantwortlichen mögen ihre Lehren aus dem „Verlust“ der Gasplattform ziehen und so schnell wie möglich etwaige Umweltschäden durch eventuell austretendes Methan verhindern.

Gasplattform Ivana D

Nach Angaben des Unternehmens, dass die Gasbohrplattform Ivana D im Jahr 2000 erbaut hat, soll das 332 Tonnen schwere Konstrukt mit einer Höhe von 65.5 Metern über eine 20-jährige Lebensdauer verfügen.

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