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Sicherheit, Regeln & Etikette: Gute Seemannschaft: Grundlagen für Sicherheit und Miteinander

Verantwortungsvolle Schiffsführung sowie die Sicherheit von Mannschaft und Boot sind die Grundlagen allen nautischen Denkens und Handelns. Dazu zählen nicht nur Sicherheitsregeln, sondern auch andere Fähigkeiten und Kenntnisse, von denen wir die wichtigsten hier nachfolgend für alle Bootfahrer im Sinne guter Seemannschaft beschreiben.

Seemannschaft – Safety First

Mit der einfachen Regel „Eine Hand für mich und eine Hand für`s Boot“ ist man/Frau/Kind auf der sicheren Seite. Wer das an Bord – und natürlich auch beim Betreten und Verlassen der schwimmenden Freizeiteinrichtung – für sich und seine Crew zur Routine macht, ist vor Überraschungen sicher; etwa bei einem Notstopp-Manöver oder vor einer unangekündigten Welle, die das Boot von Null auf Hundert in heftige Schaukelbewegungen versetzt. Auch deswegen müssen neben der (geprüften) technischen Ausstattung auch festgelegte Abläufe und zugeteilte Aufgaben nicht nur bei einem Seenotfall oder einem Feuer an Bord „sitzen“. Erfahrung und Routine sind auf der einen Seite ein wichtiges Pfund in jeder Hinsicht, aber auf der anderen Seite darf aus gewohnter Routine keine Nachlässigkeit werden nach dem Motto: Der Ölstand hat die ganze Saison über „gepasst“, deswegen muss ich den nicht jede Woche checken“.

Das Wetter als Faktor

Treten Sie niemals eine Fahrt an, ohne vorher den Wetterbericht gecheckt zu haben. Die seit Jahren spürbaren Wetter- und Windveränderungen machen Wetterprognosen nicht unbedingt einfacher. Das regelmäßige Überprüfen der herrschenden und vorhergesagten Wetter- und Seegangsverhältnisse muss daher Pflicht im Tagesablauf sein. Stürme stellen auch für größere Yachten eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar und im umgekehrten Fall kann dies auch der engagierten Segelcrew helfen, eine bleierne Flaute zu vermeiden.

Mit dem GPS auf Du und Du

Die gute alte Seekarte (aktuellen Datums) gehört auf jedes Boot. Auch wenn die GPS-Navigation heutzutage selbst auf kleinen Booten durchaus üblich ist, sollte das Kartenlesen (und -verstehen!) sowie die Arbeit mit dem Navibesteck nach wie vor auf dem Programm stehen. Zur hohen Schule der Gezeiten- und Strömungskunde ist nicht jeder an Bord berufen, aber oft findet sich ein Crewmitglied, das sich engagiert und lernwillig auf den Plotter stürzt und bald sogar das Radarsystem am Laufen hat. Und über elektronische Themen ist oft auch der handy- und internetaffine Nachwuchs zur aktiven Teilhabe zu begeistern. Aber trotz aller Technik und berechneter Etmale ist konsequenter Ausguck angesagt, denn selbst das beste Kollisionswarnsystem erkennt keine treibenden Bäume oder ähnliche Gefahren. Als Nebeneffekt sind so auch eventuelle Notlagen anderer Wassersportler zu erkennen und wichtige Hilfe kann geleistet werden.

 

© Adobe Stock

 

Passende Geschwindigkeit

Motorbootfahrer müssen ihre Geschwindigkeit immer an die Gegebenheiten anpassen; das ist nichts Neues, trotzdem werden die Speedrowdies gefühlt nicht weniger. Angemessene Fahrt ist nicht nur bei der Einfahrt in die Ankerbucht angesagt, sondern gilt natürlich auch für Durchfahrten, Badestrände und nicht zuletzt auch für Marinas und Häfen, wo oft die Max-Geschwindigkeit schon im Hafenhandbuch vermerkt ist oder auf Hinweistafeln angezeigt wird.

Rechts vor Links oder wie?

Für ein sicheres Miteinander auf dem Wasser gibt es klare Regeln. Die Vorfahrtsregeln gelten für alle Wassersportfahrzeuge und wer sie nicht kennt oder nicht konsequent anwendet, bringt sich und andere in Gefahr und wird vermutlich auch mit dem „Manöver des letzten Augenblicks“ überfordert sein.

VHF-DSC, SART, AIS & Co.

Nicht nur wenn`s brenzlig wird an Bord, kann das Funkgerät Leben retten. Wer damit das allgegenwärtige Handy meint, hat damit nur zum Teil auf sicherer Seite. Zum einen erreicht man damit nicht die naheliegenden Schiffe im Revier, und zum anderen gibt es nicht überall „Netz“. Zum Absetzen korrekter Funksprüche fehlt an Bord oft die Praxis, die in Verbindung mit gegebenenfalls auftretendem Stress eine sachliche Nachrichtenübermittlung erschwert. Auch für vermeintliche Profis haben sich in diesem Zusammenhang vorbereitete Funksprüche inklusive Funkalphabet und Ablaufschema bewährt, die als Internetausdruck sicherlich in jeder Dokumentenmappe Platz finden.

Anlegen und Festmachen

Das Beherrschen der im Prinzip wenigen wichtigen Knoten sorgt beim Festmachen/Anlegen und auf See für die nötige Sicherheit für Crew und Boot. Nichts ist problematischer als ein Knoten, der unter Belastung aufgeht oder – weil falsch gesteckt – im Falle eines Falles nicht aufgeht. Im Hafen oder in der Marina werden immer die eigenen Leinen verwendet. Nicht nur wenn es eilt, ist man damit auch beim Ablegen in der Regel autark.

 

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Hilfe unter Bootfahrern

Zum Selbstverständnis guter Seemannschaft gehört die Hilfe unter Wassersportlern, das geht vom Annehmen von Leinen einfahrender Boote bis zu Erste-Hilfe-Leistungen, welche auch gesetzlich vorgeschrieben sind, solange man sich dabei nicht selbst in Gefahr bringt.

Wassersport-Knigge & No-Go`s

Nicht nur im Hafen ist das Grüßen unter Wassersportlern mehr als nur Freundlichkeit, denn wie leicht kann man auf See in eine Situation geraten, in der man auf die Hilfe des ehemaligen Stegnachbars oder Vorbeifahrers angewiesen ist. Zu den internationalen Gepflogenheiten gehört natürlich auch das (richtige) Setzen der Gastlandflagge. Und wer dann mit nacktem Oberkörper oder nur in Badekleidung einläuft, erntet rasch irritierte Blicke. Sollte dann „zur Abrundung“ noch die Pier mit lauter Musik und entsprechender Stimmung versorgt wird, ist der Gesamteindruck komplett.

Fazit: Sicherheit für Mannschaft und Boot, Navigation, Wetter, Verhaltensregeln… alles eigentlich Selbstverständlichkeiten, aber ein gelegentliches Hinterfragen des eigenen Tun und Handels an Bord und auf dem Meer tut uns Bootleuten gut.

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